Menu Close

Sparpläne gefährden Teilhabe und Inklusion

Blick in zwei Schaufenster in den Tafeln mit Forderungen und Übersichten ausgestellt sind
Blick in das Fenster des Lebenshilfe Ladens
Foto: Anja de Bruyn

ERLANGEN (kobinet)

Die Lebenshilfe Erlangen ist über die aktuellen Sparvorhaben der Bundesregierung in der Eingliederungshilfe, der Pflegeversicherung und der Kinder- und Jugendhilfe sehr besorgt. Die Leistungskürzungen würden in großem Maße Menschen mit Beeinträchtigung treffen und ihre gesellschaftliche Teilhabe sowie Inklusion gefährden. „Eingliederungshilfe ist kein Luxus und kein freiwilliger Zuschuss, sondern Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigung gleichberechtigt leben und ihre Rechte wahrnehmen können“, betont Frank Morell, Vorsitzender der Lebenshilfe Erlangen.

BSK kritisiert, das barrierefreie Mobilität unverbindlicher und Frist gestrichen werden soll

Vier sich gegenseitig am Handgelänk haltende Hände darunter die Buchstaben BSK
Vier sich gegenseitig am Handgelänk haltende Hände darunter die Buchstaben BSK
Foto: BSK e.V.

BERLIN (kobinet)

Die Bundesregierung plant, wie vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) festgestellt wird, im Rahmen des vom Kabinett im Juli 2026 beschlossenen „Bürokratierückbaugesetz Verkehr“ wieder einmal auf Kosten von Menschen mit Behinderungen, Seniorinnen und Senioren sowie Familien mit Kinderwagen und kurzfristig mobilitätseingeschränkten Menschen einen haltlosen Bürokratieabbau. Parallel will die Regierung wieder einmal keine ausreichenden finanziellen Mittel für die Förderungen für die Verbesserung einer barrierefreien Mobilität an Länder und Kommunen bereitstellen, wie von der rechtsverbindlichen UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) insbesondere in den Artikeln 9 und 20 sowie auch vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. (BSK) seit Jahren gefordert.

Veranstaltung anlässlich 125 Jahre Schwerhörigenbewegung wird vorbereitet

Eine Hand  hält ein Hörgerät
Eine Hand hält ein Hörgerät
Foto: Pixabay/kalhh

BERLIN (kobinet)

Das Organisationsteam hat seine Köpfe rauchen lassen und ein buntes Programm als Höhepunkt des Jubiläumsjahres eine Aktionswoche in der Matthäus-Kirchengemeinde in Berlin-Steglitz erstmalig als gemeinsame Veranstaltung von DSB, DCIG, DHV und dem SVB auf die Beine gestellt. Bis zu dieser Veranstaltung ist es nicht mehr lange hin. Sie wird vom 17. bis zum 20. September 2026 stattfinden.

Das Berliner Olympiastadion, die deutsche Eiche und das faschistische Bild vom gesunden Volk

Ausrufezeichen
Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Viktoria Przytulla hat am 2. August 2026 an einer Stadtführung im Berliner Olympiastadium teilgenommen. An dem Ort, an dem vor 90 Jahren, am 1. August 2036, die Olympiade im NS-Deutschland eröffnet wurde, stieß sie auf Nazisymbolik, die die Ideologie des „gesunden Volkskörpers“ heute immer noch verkörpert. In ihrem Bericht für die kobinet-nachrichten plädiert die Wissenschaftlerin dafür, dass die nächste Demonstration zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai auf dem Gelände des Berliner Olympiageländes stattfinden sollte. Und dass wir dabei Zeichen hinterlassen, die diesen von Faschismus geprägten Ort nachhaltig verändern.

Zahlen zur Verwendung der Ausgleichsabgabe im Jahr 2024

Symbol Prozentzeichen
Symbol Prozentzeichen
Foto: ht

Köln (kobinet)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Inklusionsämter und Hilfen der Sozialen Entschädigung (BIH) veröffentlichte vor kurzem den Jahresbericht mit einem Überblick über die Tätigkeiten sowie die Verwendung der Mittel im Jahr 2024. Das bundesweite Aufkommen der Ausgleichsabgabe lag 2024 bei knapp 893 Millionen Euro. Davon verblieben 82 % (733 Millionen Euro) bei den Inklusions- und Integrationsämtern, 18 Prozent gingen an den Ausgleichsfonds des Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Ausgaben stiegen gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf rund 755 Millionen Euro. Davon flossen 236 Millionen Euro an Arbeitgeber zur Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen (43.000 Einzelfälle) sowie 146 Millionen Euro an 1.037 Inklusionsbetriebe. Zusätzlich erhielten 9.900 schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben Leistungen der Begleitenden Hilfe in Höhe von 86 Millionen Euro – etwa für Mobilität, Arbeitshilfen, Qualifizierung oder Arbeitsassistenz.

Kurzbericht über das Projekt Museum für alle in Marburg im ZDF

Orangener Kreis mit dem weißen Buchstaben Z im Kreis und den Buchstaben DF rechts daneben
Orangener Kreis mit dem weißen Buchstaben Z im Kreis und den Buchstaben DF rechts daneben
Foto: Pixabay/2247188

Marburg (kobinet)

Am Sonntag, den 2. August 2026, wurde im Rahmen der Bekanntgabe der AKTION MENSCH-Gewinnzahlen ein Trailer gezeigt, in dem über das Kunstmuseum Marburg und das Projekt der „Museumsfreunde“ mit dem Titel „Museum für alle“ berichtet wurde. Das Video hat ist zwei Minuten lang und ist in der ZDF Mediathek unter folgendem Link zu finden:

https://www.zdf.de/play/video/aktion-mensch-108/aktion-mensch—glueckszahlen-der-woche-vom-2-august-2026-100

Darauf hat Dr. Bernhard Conrads aus Marburg die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Anders Denken

-

Foto: Stephan Laux

Villmar – Weyer (kobinet)

Seine Sommerkolumne widmet Stephan Laux allen Andersdenkenden.

Und allen, die sich unerschrocken und unermüdlich gegen Neo-, Schon-immer und Fast-Nazis, stellen. https://youtu.be/zxX2rrjXUdI?si=xpANqpXcGDxE6qPH

Gegenüber Andersdenkenden bin ich tolerant. Doch bei Faschisten stößt meine Toleranz fast an ihre Grenzen. Deshalb danke an Hans Willi Weis für den Link zu diesem Lied von Igor Levit und Danger Dan, über das alle seit Wochen reden und das ich mir dann doch einmal angehört habe.

https://www.youtube.com/watch?v=Gg-SCpXba64

Europäische Kommission rügt schleppende Umsetzung von EU-Vorgaben zur Gleichstellung

EU Fahne
EU Fahne
Foto: OpenClipart-Vectors In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Brüssel / Wien (kobinet)

Dass die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen einen EU-Mitgliedstaat einleitet, ist an sich nicht außergewöhnlich. Dass dies jedoch gegen 22 der 27 EU-Staaten – darunter auch Deutschland und Österreich – gleichzeitig geschieht, verdient Beachtung, heißt es in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS. Dort heißt es weiter: „Genau das ist nun passiert: Die Kommission leitete gegen fast alle EU-Staaten ein dreistufiges Vertragsverletzungsverfahren ein, da sie die neuen EU-Vorgaben unter anderem zur Entgelttransparenzrichtlinie und weiters zu Mindeststandards für nationale Gleichbehandlungsstellen nicht fristgerecht umgesetzt haben. Als erster Schritt wurden nun Aufforderungsschreiben versandt.“

AG Selbst Aktiv fordert schnellere Einführung des Europäischen Behindertenausweises

Selbst Aktiv Gruppenbild im Willy-Brandt Haus in Berlin
260803_Selbst_Aktiv_Klausur
Foto: Selbst Aktiv

Berlin (kobinet)

Der Bundesvorstand der AG Selbst Aktiv von Menschen mit Behinderungen in der SPD fordert eine beschleunigte Einführung des Europäischen Behindertenausweises. Anlässlich seiner Klausurtagung vom 1. – 2. August 2026 im Willy-Brandt-Haus in Berlin betonte der Verband, dass die seit Oktober 2024 vorliegende EU-Richtlinie zügig umgesetzt werden müsse. Die verbindliche Frist bis zum 5. Juni 2028 sei zu lang, um sich darauf ausruhen zu können, sagte Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv.

Höchste Zahl an schwerbehinderten Arbeitslosen seit über 20 Jahren

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet)

Mit 192.630 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen wurde im Juli 2026 ein trauriger Rekord erreicht. Dies ist der höchste Wert in der Zeitreihe der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Deutschland, die von der Bundesagentur für Arbeit seit 1. Januar 2007 geführt wird. Allein im letzten Jahr sind über 6.000 schwerbehinderte Arbeitslose hinzugekommen. Im Juli 2025 lag die Zahl bei 186.225. Im Juni 2026 lag die Zahl der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen noch bei 190.098, also über 2.500 niedriger. Vonseiten der Bundesregierung gibt es nach wie vor keine konkreten Anzeichen, diesem für viel Betroffene herausfordernden Trend durch konkrete Regelungen entgegenzuwirken. Auch in Sachen Reform der Werkstätten für behinderte Menschen, in denen über 300.000 behinderte Menschen zusätzlich weit unter dem Mindestlohn mit einem Durchschnittsentgelt von ca. 230 Euro im Monat und ohne nennenswerte Vermittlungschance auf den allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten, geht es nicht voran.

Gleichberechtigte Teilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein

Logo des Deutschen Schwerhörigenbundes
Logo des Deutschen Schwerhörigenbundes
Foto: DSB

HAMBURG (kobinet)

Gesetzlich Krankenversicherte zahlen bei Hörgeräten besonders hohe Beträge aus eigener Tasche. Nach einem Bericht des Deutschen Ärzteblatts vom 27. Juli 2026 entfallen rund 62 Prozent aller von Versicherten getragenen Mehrkosten bei Hilfsmitteln auf Hörhilfen. Durchschnittlich zahlten Betroffene 1.656,99 Euro zusätzlich. Für den Bund der Schwerhörigen e. V. Hamburg werfen diese Zahlen grundsätzliche Fragen zur Qualität und Ausgestaltung der Hörgeräteversorgung auf. „Wer hören will, muss zahlen? Gleichberechtigte Teilhabe darf keine Frage des Geldbeutels sein. Hörbehinderte Menschen benötigen Hörgeräte nicht als Komfortprodukt, sondern um kommunizieren, arbeiten und am gesellschaftlichen Leben „gleichberechtigt“ teilnehmen zu können“, erklärt Jörg Winkler vom Hörberatungs- und Informationszentrum des Bund der Schwerhörigen e. V. Hamburg.

Petition für öffentliche Bundestagsanhörung zu Werkstätten für behinderte Menschen

Paragraphenzeichen unter einer Lupe vor rosafarbenem Hitnergrund
Paragraphenzeichen unter einer Lupe vor rosafarbenem Hitnergrund
Foto: H. Smikac

REUTLINGEN (kobinet)

Christian Sackmann, der Vorsitzende des Werkstattrats der BruderhausDiakonie, hat die Bundestagspetition 198637 eingereicht. Ziel dieser Petition ist, eine öffentliche Anhörung im Deutschen Bundestag zur Zukunft der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) zu erreichen. Der Bundestag sei für die gesetzlichen Rahmenbedingungen zuständig und müsse notwendige Änderungen anstoßen, so Sackmann. In der Petition wird auf die Studie „Nachhaltiges und transparentes Entgeltsystem für Menschen mit Behinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen und deren Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“ verwiesen. Zudem wird der Koalitionsvertrag genannt, der eine Verbesserung des Werkstattentgelts ankündigt. Auch die Kritik der Vereinten Nationen am deutschen Werkstattsystem im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) findet Erwähnung. Für Menschen, die nicht online unterschreiben können, steht auf der Internetseite der BruderhausDiakonie eine Unterschriftenliste zum Download bereit.

SoVD Niedersachsen fordert kostenfreies Basiskonto für Menschen mit geringem Einkommen

Logo Sozialverband Deutschland
sovd
Foto: Sozialverband Deutschland

Hannover (kobinet)

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen fordert die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene für ein kostenfreies Basiskonto einzusetzen und die niedersächsischen Sparkassen in die Pflicht zu nehmen. Anlass ist der Anstieg der Girokontogebühren, die für viele Menschen im Leistungsbezug oder mit geringem Einkommen zur Belastung werden. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact sind die Gebühren für jede fünfte Person in Deutschland innerhalb des vergangenen Jahres gestiegen. Fast jede*r Vierte zahlt inzwischen mindestens 100 Euro jährlich, unter Sparkassenkund*innen sogar mehr als ein Drittel.

SoVD-Forderungspapier: Primärversorgung neu gestalten

Logo Sozialverband Deutschland
sovd
Foto: Sozialverband Deutschland

Berlin (kobinet)

Die ambulante Gesundheitsversorgung ist für viele Menschen schwer zugänglich und unübersichtlich. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert deshalb eine Primärversorgung, die Patient*innen zuverlässig begleitet, medizinische Angebote besser koordiniert und bestehende Barrieren abbaut. Zusätzliche Gebühren, verpflichtende Einschreibungen oder andere Zugangshürden lehnt der Verband ab.“ So heißt es auf der Internetseite des SoVD, auf der auch das Forderungspapier des Verbands mit dem Titel „Primärversorgung neu gestalten – Orientierung geben, Zugänge sichern, Versorgung stärken“ heruntergeladen werden kann.

Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche „Norm“

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

„Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche ‚Norm'“, so hat der blinde Journalist Franz-Josef Hanke seinen Beitrag für die kobinet-nachrichten getitelt, in dem er auf seine Erfahrungen mit epileptischen Anfällen und dem zunehmenden Erblinden blickt. Vor allem schreibt er darüber, was es für ihn, der Stress reduzieren sollte, bedeutet, wenn er durch Barrieren, durch Ignoranz und mangelnden Respekt gegenüber seiner ganz individuellen Behinderung gestresst wird.

Ina Fischer: Mit Volldampf als Erlanger Stadträtin eingestiegen

fischer ina 2026
fischer ina 2026
Foto: Unbekannt

Erlangen (kobinet)

Am 8. März 2026 wurde Ina Fischer, die sich beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen u.a. für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen einsetzt, bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat von Erlangen gewählt. Wie sich die blinde Aktivistin für Inklusion auf diese neue Aufgabe vorbereitet hat, für welche Bereiche sie nun für ihre Fraktion zuständig ist und welche Tipps sie für andere behinderte Menschen hat, die sich auch politisch engagieren wollen, dazu führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul das folgende Interview mit Ina Fischer.

Ein Jahr Barrierefreiheitsstärkungsgesetz

Logo: Bundesfachstelle Barrierefreiheit BFSG 2025
Logo: Bundesfachstelle Barrierefreiheit BFSG 2025
Foto: Logo: Bundesfachstelle Barrierefreiheit

BERLIN (kobinet)

Die Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) für zahlreiche Produkte und Dienstleistungen gelten nun bereits seit einem Jahr. Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit stellt dazu auf ihrer Übersichtsseite wichtige Informationen zum Gesetz zur Verfügung und bietet unter anderem Antworten auf häufig gestellte Fragen. Zudem unterstützen diese Inhalte Unternehmen und Organisationen dabei, sich mit den gesetzlichen Vorgaben auseinanderzusetzen und bieten Hilfestellungen für die Umsetzung.

Offener Brief des Deutschen Behindertenrat zur Eingliederungshilfe

Logo des DBR
Logo des DBR
Foto: DBR

Berlin (kobinet)

„Die im Deutschen Behindertenrat (DBR) zusammengeschlossenen Verbände verfolgen die aktuellen Diskussionen über geplante Einsparungen in der Eingliederungshilfe mit großer Sorge und Bestürzung. Die Empfehlungen aus dem Dialogprozess Eingliederungshilfe vom 12.06.2026 sowie das Beschlusspapier von Bund und Ländern vom 25.06.2026 weisen aus unserer Sicht in die falsche Richtung. Die finanzielle Situation vieler Kommunen ist zweifellos angespannt. Maßnahmen zur Verwaltungsvereinfachung, zur Effizienzsteigerung und zur Entlastung kommunaler Haushalte sind notwendig. Auf keinen Fall dürfen dabei jedoch die grundgesetzlich und durch die UN-Behindertenrechtskonvention garantierten Rechte auf Selbstbestimmung und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in Frage gestellt werden.“ So heißt es in einem Offenen Brief, den der Deutsche Behindertenrat an den Bundeskanzler, die Ministerpräsident*innen der Länder, die Mitglieder der Arbeits- und Sozialminister*innenkonferenz und Vertreter*innen der kommunalen Spitzenverbände gerichtet hat.

HI-Bericht: Minen und Blindgänger schaffen neue Generation von Menschen mit Behinderungen in Syrien

Blaue Hand, Finger bilden die Buchstaben HI, rechts daneben handicap international
Blaue Hand, Finger bilden die Buchstaben HI, rechts daneben handicap international
Foto: HI

BERLIN (kobinet)

Nach einem Bericht der Hilfsorganisation Handicap International (HI) schaffen Minen und Blindgänger in Syrien eine neue Generation von Menschen mit Behinderungen. Mehr als 28 Prozent der syrischen Bevölkerung, die humanitäre Hilfe benötigen, haben bereits eine Behinderung. Gleichzeitig werden diese Menschen weitgehend von Wiederaufbauprogrammen ausgeschlossen, da Krankenhäuser oder Schulen nicht barrierefrei aufgebaut werden. Zudem ist die medizinische Versorgung im Land stark eingeschränkt.

IGEL-Monatsrückblick: Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Juli 2026
260801_342_Monatsrückblick_Juli
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. die überraschende Kabinettsumbildung der Bundesregierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik.

Kommunalwahl in Niedersachsen: Wie blicken die Spitzenkandidat*innen von Landeshauptstadt und Region Hannover auf Inklusion?

Bild von der Sendung Nachgefragt mit OB-Kandidaten von Hannover
260812_Nachgefragt_OBKandidaten_Hannover
Foto: h1 Hannover – Christian Draheim

Hannover (kobinet)

In Niedersachsen finden am 13. September 2026 Kommunalwahlen statt. Gewählt wird unter anderem der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover. Beeinflusst durch die radikalen Sparmaßnahmen der Bundesregierung – insbesondere in der Sozialpolitik – rückt das Thema Inklusion bei dieser Wahl besonders in den Fokus. Um herauszufinden, wie die Spitzenkandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Hannover sowie die Spitzenkandidat*innen zur Wahl des bzw. der Regionspräsident*in sich in Sachen Inklusion positionieren, hat der Arbeitskreis Inklusion vom Verein Janun Hannover zu einem Inklusionstalk in die Sendung „Nachgefragt“ bei h1-Fernsehen eingeladen.

Offener Brief an sächsischen Ministerpräsident: Menschenrechte dürfen nicht zur Verhandlungsmasse werden

Offener Brief
Offener Brief
Foto: kobinet Nachrichten – KI-generiert

Dresden (kobinet)

Das Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen hat sich mit einem offenen Brief an den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gewandt. Anlass sind seine Äußerungen zur sogenannten Brandmauer sowie die aktuellen Gespräche zwischen Bund und Ländern über die finanzielle Situation der Kommunen und den sogenannten Zukunftspakt. Viele Menschen mit Behinderungen befürchten, dass eine politische Zusammenarbeit mit der AfD zu einer Normalisierung von Positionen führen könnte, die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe infrage stellen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass individuelle Rechtsansprüche in der Eingliederungshilfe unter finanziellen Druck geraten.

15.000 Polstertüten rollen pro Woche

Mitarbeiter hantiert am Ende eines Förderbandes Papierrollen weg
In einer Produktionslinie von Karopack Meißen
Foto: Andrea Djifroudi

MEISENHEIM (kobinet)

„Seit vier Jahren ist unsere Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen in Meisenheim auf dem Gelände des Bodelschwingh Zentrums Partner von Karopack. Was als kleiner Testlauf begann, ist mittlerweile ein solides wirtschaftliches Standbein für den Betrieb. Denn die nachhaltigen und umweltfreundlichen Verpackungspolster, die hier von den Beschäftigten hergestellt werden, sind gefragt. Gingen vor zwei Jahren schon monatlich 10.000 mit den weißen gekreuzten Schwertern von Meißner Porzellan am Glan vom Band, rollen heute wöchentlich 15.000 Polstertüten mit den Emblemen der verschiedensten Industriekunden per Lkw vom Hof der Werkstatt. Dazu zählen Firmen aus der Kosmetikbranche ebenso wie Maschinenbauer und andere Industriekunden. Sie alle vertrauen ihre Waren den Verpackungspolstern an, damit diese sicher und heil beim Kunden ankommen. Die Beschäftigten der Werkstatt und natürlich auch Betriebsleiter Rüdiger Fett macht das stolz.“ So heißt es in einer Presseinformation der Stiftung kreuznacher Diakonie.

Nordrhein-Westfalen führt Schulgeldfreiheit in den Gesundheitsfachberufen fort

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet)

Die kostenfreie Ausbildung trägt nach Einschätzung der Landesregierung wirkungsvoll zur Fachkräftesicherung bei. Nordrhein-Westfalen führt in diesem Zusammenhang die Schulgeldfreiheit für die Ausbildungen in den Gesundheitsfachberufen weitere fünf Jahre fort. Eine entsprechende Förderrichtlinie tritt zum 1. Januar 2027 in Kraft. Im Rahmen der Förderung erstattet das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) das von der jeweiligen Ausbildungsstätte erhobene Schulgeld je besetztem Ausbildungsplatz vollständig. Auszubildende zahlen so auch weiterhin nicht selbst für ihre Ausbildung. Mit der Förderrichtlinie Gesundheitsfachberufe werden Ausbildungsplätze in der Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, Podologie, pharmazeutisch-technischen Assistenz, der Berufe in der medizinischen Technologie sowie der Masseurinnen und medizinischen Bademeisterinnen und Masseuren und medizinischen Bademeistern finanziert, sofern die Schulen oder Ausbildungen nicht am Krankenhaus stattfinden. Im Jahr 2025 gab es in Nordrhein-Westfalen ungefähr 15.800 belegte Ausbildungsplätze in den Gesundheitsfachberufen. Rund 11.200 davon wurden durch die Schulgeldfreiheit finanziert, die Übrigen über das Krankenhausfinanzierungsgesetz. Das Land stellt für die Schulgeldfreiheit allein in diesem Jahr rund 67 Millionen Euro zur Verfügung.

Mit Audioguide ohne Barrieren wandern

Eine frau und zwei Männer sitzen auf einem Berg vor einem Mikrofon und halten Texthefte in der Hand
Das Projekt-Team beim Aufnehmen eines Audio Guide
Foto: Procap

OLTEN (kobinet)

Jeder Ort erzählt Geschichten. Mit einem Projekt des schweizerischen Procap Reisen werden diese auf einem Audioguide gespeichert. Mit dessen Hilfe lassen sich diese Geschichten dann mit eigenen Sinnen und in Ihrem eigenen Tempo entdecken. Die Entwicklung eines Audioguides beginnt mit der Auswahl geeigneter Standorte entlang der Route. Gemeinsam mit Fachpersonen und Menschen mit Behinderungen werden spannende Inhalte zu Natur, Kultur, Geschichte und Inklusion erarbeitet. Die Audioaufnahmen entstehen direkt vor Ort, um authentische Eindrücke einzufangen. Anschliessend werden die Hörbeiträge und Transkriptionen in die App MyWay Pro integriert und entlang der Route auch über QR-Codes zugänglich gemacht.

Akrobatik zu Pferde

Junger Mann sitzt auf einem dunklen Pferd und streckt die Arme nach links und rechts aus
Tobias Hardt bei seiner Para-Voltigier-Prüfung
Foto: Jella Dehmer

FRECHEN-BUSCHBELL (kobinet)

Das Pferdesport- und Reittherapiezentrum (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung war erneut der Austragungsort der Rheinischen Meisterschaften im Voltigieren. In einer Atmosphäre voller Teamgeist und Freude zeigten die über 100 Athletinnen und Athleten den über 700 Gästen, die dort Spitzensport, Teamgeist und gelebte Inklusion erleben konnten, beeindruckende sportliche Leistungen. Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Pferdesportverband Rheinland und dem Team des PRZ um Betriebsleiterin Inga Nelle schuf, trotz sommerlicher Temperaturen, optimale Bedingungen und machte die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg. Die Voltigiererinnen und Voltigierer des gastgebenden Vereins PRZ Frechen e.V. überzeugten auf ganzer Linie. Besonders im Para-Voltigieren dominierten die Athleten des PRZ: Tobias Hardt verteidigte souverän seinen Meistertitel aus dem Vorjahr. Die Silber- und Bronzemedaillen gingen an seine Teamkolleginnen Ricarda Scheidt und Siri Bar auf ihrem Pferd Nando, longiert von Rebekka Stöckele. Bei den Para-Gruppen siegte die „Samstaggruppe“ des PRZ.

Nationale Spiele Saarland 2026 setzen neue Maßstäbe für Special Olympics in Deutschland

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift „Special Olympics Nationale Spiele Saarland 2626
Foto: SOD Saarland

BERLIN (kobinet)

Sechs Tage lang hat das Saarland gezeigt, welches Potenzial entsteht, wenn Menschen mit geistiger Behinderung die Bühne bekommen, die sie verdienen. Mit herausragenden persönlichen Leistungen, einer nie dagewesenen gesellschaftlichen und medialen Aufmerksamkeit sowie zahlreichen Neuerungen haben die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 neue Maßstäbe für inklusiven Sport in Deutschland gesetzt.

„Keine Angst“ – ist militante „Gegenwehr“ als Antwort auf die Gewalt von „Faschos“ zielführend?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

„Keine Angst“, den Antifa-Rap des Comedian Danger Dan (gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit uraufgeführt) und kurzfristig von der ZDF-Intendanz aus der Sendung „Die Anstalt“ herausgenommen, gecancelt, gibt es jetzt (vorgestellt im Berliner Columbia Theater vor großen Publikum) auf Youtube. – Ich habe es mir angehört, die Beiträge auf der Veranstaltung und das Lied von Danger Dan am Ende haben mich aufgewühlt und mich zugleich innerlich gespalten und ratlos zurückgelassen. Wozu die zeitliche Nähe zum Anschlag auf den CSD noch beigetragen hat.

Karina Sturm: Behinderung sucht man sich nicht aus; Disability Pride schon!

Logo: Die Neue Norm
Logo: Die Neue Norm
Foto: BR

Kassel (kobinet)

Der Disability Pride Monat, der traditionell im Juli begangen wird, geht zu Ende. Ein guter Grund auf einen Beitrag von Karina Sturm in der Neuen Norm zu blicken, für den diese neben der Schilderung ihrer eigenen Erfahrungen auch Stimmen zum Disability Pride Monat beim Kämpferherzentreffen vom 25. Juli 2026 in Kassel eingefangen und als Kurzvideos veröffentlicht hat. Zum Beitrag heißt es u.a. auf der Internetseite Die Neuen Norm: „Der Juli ist der Disability Pride Monat, also etwas sperrig übersetzt ‚der Monat des Stolzes von Menschen mit Behinderungen‘ – eine Zeit, in der behinderte Menschen die Rechte von Menschen mit Behinderungen feiern und, wie der Name schon sagt, stolz auf ihre Identität als behinderte Person sind. Ich war nicht immer eine stolze behinderte Person. Für mich bedeutete ‚Pride‘ letztendlich, meine Behinderung zu akzeptieren und gleichzeitig Gemeinschaft zu finden und in Disability Culture einzutauchen. Allerdings war ‚Akzeptanz‘ kein leichtes Ziel.“

Rechtsanspruch auf Ganztag ist ein Meilenstein

Zeichnung eines Schulgebäudes im Hintergrund vor dem eine Gruppe von Schülern steht
Zeichnung eines Schulgebäudes im Hintergrund vor dem eine Gruppe von Schülern steht
Foto: RosZie In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet)

Mit dem Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf Ganztagsförderung für Grundschulkinder ab dem 1. August ist nach Einschätzung des Deutschen Caritasverbandes (DCV) ein familien- und bildungspolitischer Meilenstein erreicht. „Die Halbtagsschule alten Typs passt nicht zu den Lebenswirklichkeiten von Kindern und Familien heute. Es braucht verlässliche Angebote der Förderung auch am Nachmittag, die die Bedingungen guten Aufwachsens in einer angespannten Gesellschaft verbessern“, betont Eva Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes.

Hilfsmittel-Reform verfehlt ihr Ziel

Eine Frau schiebt einem Rollstuhl mit einem Mann darin vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne und dem sich im Meer spiegelnden Sonnenlicht
Eine Frau schiebt einem Rollstuhl mit einem Mann darin vor dem Hintergrund der untergehenden Sonne und dem sich im Meer spiegelnden Sonnenlicht
Foto: Jenpix GmbH

WITTEN (kobinet)

Ein Rollstuhl, eine Orthese oder eine Kommunikationshilfe entscheiden oft darüber, ob ein Kind mit Behinderung am Alltag teilhaben kann oder nicht. Genau deshalb sollte eine Gesetzesänderung die Hilfsmittelversorgung beschleunigen. Seit Februar 2025 sollen Krankenkassen bei Verordnungen aus Sozialpädiatrischen Zentren auf zusätzliche Prüfungen weitgehend verzichten. So wollte der Gesetzgeber Doppelprüfungen vermeiden, Verfahren beschleunigen und Familien entlasten. Doch 1,5 Jahre später zeigt eine Studie der Universität Witten/Herdecke (UW/H): Dieses Ziel wurde bislang kaum erreicht. Viele Familien kämpfen weiter um Rollstühle und Orthesen für ihre Kinder.

Entscheidung des Landesarbeitsgericht Köln zur Kündigung wegen nicht angegebener Schwerbehinderteneigenschaft

KI generiertes Bild zum Bewerbungsgespräch
KI Bewerbungsgespräch
Foto: kobinet Nachrichten – KI-generiert

Köln (kobinet)

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Köln hat eine Entscheidung zur Kündigung wegen einer nicht angegebenen Schwerbehinderteneigenschaft getroffen. In einem Urteil von April 2026 hat das LAG Köln festgestellt, dass der Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag nicht deshalb anfechten kann, weil der Arbeitnehmer im Bewerbungsgespräch seine Schwerbehinderteneigenschaft nicht offenbart hat. Darauf macht Henry Spradau in seinem Bericht für die kobinet-nachrichten aufmerksam.

Stillstand bei Reform des Werkstättensystems und beim Verdienst in Werkstätten für behinderte Menschen

Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Foto: LB Bremen

Kassel / München (kobinet)

Vor drei Jahren hat der Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul seinen ersten Roman mit dem Titel „Zündeln an den Strukturen“ zur Situation behinderter Menschen in Werkstätten veröffentlicht. Trotz einer umfassenden Studie zum Werkstattentgelt und zu Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen, trotz erster, aber stehengebliebener, Gehversuche für eine Reform durch die Ampelregierung und trotz vielfältiger Berichte in den Medien über die geringe Entlohnung und die Situation in Werkstätten, tut sich weiterhin nichts. Einem aktuellen Bericht von BR24 zufolge liegt das Durchschnittentgelt für behinderte Beschäftigte in Werkstätten weiterhin bei ca. 230 Euro im Monat. Und fast wöchentlich werden vom bayerischen Sozialministerium Pressemeinformationen zu neuen Förderungen in Millionenhöhe für Werkstätten für behinderte Menschen verbreitet. Und dies obwohl der Ausschuss über die Rechte von Menschen mit Behinderungen der Vereinten Nationen das deutsche Werkstättensystem mehrfach als nicht konform mit der UN-Behindertenrechtskonvention kritisiert und konkrete und schrittweise Veränderungen gefordert hat.

Trauer um österreichische Behindertenrechts-Aktivistin Bernadette Feuerstein

Bernadette Feuerstein am Mikrofon
260729_Bernadette_Feuerstein
Foto: BIZEPS

Wien (kobinet)

„Wir nehmen Abschied von einer zentralen Akteurin der österreichischen Behindertenrechtsbewegung und unserem BIZEPS-Gründungsmitglied. Danke für Dein Engagement! Geboren 1959 in Wien, besuchte sie eine Regelschule und absolvierte ein Studium der Soziologie. Beruflich war sie bis zu ihrer Pension beim Bund im Bereich Konsumentenschutz tätig. Seit Anfang der 1980er Jahre engagierte sie sich intensiv für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Ihre Erfahrungen aus diesem jahrzehntelangen Einsatz für Menschenrechte waren umfangreich und so konnte sie ihr Wissen an kommende Generationen weiterzugeben. Am 28. Juli 2026 ist Mag. Bernadette Feuerstein in Wien verstorben.“ So heißt es in einem Nachruf auf Bernadette Feuerstein im österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS.

Gemeinsam stark bei Demo zum Disability Pride Month in München am 24. Juli 2026

Bild von der Kundgebung am 24.7.2026 zum Disability Pride Month in München
260724_kundgebung_München
Foto: Boris Kuhn

München (kobinet)

„Was für ein starkes Zeichen für Inklusion und Vielfalt! Bei strahlendem Sonnenschein haben am vergangenen Freitag, den 24. Juli 2026, mehr als 500 Menschen an der Demonstration des Behindertenbeirats anlässlich des Disability Pride Month teilgenommen. Dieser wurde zum ersten Mal in München gefeiert. Unter dem Motto ‚Wir sind stolz und wir sind laut. Barrieren werden abgebaut‘ zog der Demonstrationszug vom Odeonsplatz über die Maximilianstraße, den Thomas-Wimmer-Ring und das Tal bis zum Marienplatz. Gemeinsam machten die Teilnehmenden deutlich: Menschen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe – ohne Barrieren.“ So heißt es im Bericht des Behindertenbeirats der Stadt München, der zu der Demonstration aufgerufen hatte.

Hessischer Rundfunk freut sich über Bewerbungen behinderter Menschen für Ausbildungsplatz zum Büromanagement

Infozeichen
Infozeichen
Foto: Susanne Göbel

Frankfurt am Main (kobinet)

„Ob Veranstaltungsmanagement und Terminplanung, Personal- oder Datenverwaltung sowie interne und externe Kommunikation – damit beim Hessischen Rundfunk alles rund läuft, suchen wir Menschen, die Freude an Organisation und Zusammenarbeit haben! In deiner Ausbildung zur*zum Kauffrau*Kaufmann für Büromanagement sorgst du dafür, dass in unseren Redaktionen und kaufmännischen Bereichen alles zuverlässig koordiniert ist.“ So heißt es in einer aktuellen Stellenausschreibung des Hessischen Rundfunks zur Ausbildung zur*zum Kauffrau*Kaufmann für Büromanagement. Behinderte Menschen werden explizit ermuntert, sich hierfür zu bewerben. Bewerbungen sind bis zum 5. August 2026 noch möglich.

Diakonie-Präsident Schuch kritisiert Finanzierung der medizinischen Rehabilitation

Krankenschwester im blauen Kittel mit schwarzem Haar und dunkler Hautfarbe mit erhobenem Zeigefinger
Krankenschwester im blauen Kittel mit schwarzem Haar und dunkler Hautfarbe mit erhobenem Zeigefinger
Foto: Hansuan_Fabregas In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet)

Anlässlich seines Besuchs in der Geriatrischen Rehabilitationsklinik des Paul-Gerhardt-Werks in Ettenheim hat Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch die Auswirkungen aktueller Sozialversicherungsreformen auf Pflege und medizinische Rehabilitation thematisiert. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sende widersprüchliche Signale, so Schuch: „Hohe Qualitätsstandards und gute Arbeitsbedingungen werden erwartet, ihre Finanzierung aber begrenzt.“ Dies gefährde die wirtschaftliche Stabilität vieler Reha-Einrichtungen und erschwere Investitionen sowie die Fachkräftesicherung.

Procap sensibilisiert an Tourismusfachschulen für barrierefreies Reisen

A man in a wheel chair on a sidewalk
A man in a wheel chair on a sidewalk
Foto: Jose Manuel Esp

OLTEN (kobinet)

Procap Reisen ist die Schweizer Spezialistin für barrierefreies Reisen. Sie ist die Fachstelle für barrierefreies Reisen für Menschen mit Behinderungen, für Behindertenorganisationen und für die Tourismusbranche in der Schweiz. Unter anderem an den Tourismusfachschulen vermittelt Procap in Workshops den Studierenden wertvolle und spannende Einblicke in das Leben von Menschen mit Behinderungen. Durch eigenes Ausprobieren und praktische Erfahrungen können sie selbst erleben, welchen Herausforderungen betroffene Personen im Alltag begegnen. Es wird ihnen die Bedeutung von inklusiven Reiseangeboten vermittelt, sodass sie Barrierefreiheit als Qualitätsmerkmal im Tourismus erkennen und verstehen. Diese Erfahrungen helfen, wie die Erfahrungen zeigen, Berührungsängste abzubauen und Hürden im Umgang mit Alltagssituationen aus dem Weg zu räumen. Gleichzeitig wird sichtbar, wie viel Stärke, Anpassungsfähigkeit und Perspektive Betroffene mitbringen. Auf dieser Homepage ist mehr über Procap Reisen und diese Workshops zu erfahren.

Wahlhilfebroschüre in Leichter Sprache zur Kommunalwahl in Niedersachsen

Logo Sozialverband Deutschland
sovd
Foto: Sozialverband Deutschland

HANNOVER (kobinet)

Am 13. September 2026 findet in Niedersachsen die Kommunalwahl statt. Um Menschen mit Behinderung die Teilhabe an der Wahl zu ermöglichen, haben der Sozialverband Deutschland (SoVD) Niedersachsen, die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, der Lebenshilfe Landesverband Niedersachsen e.V. und der Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V. eine Wahlhilfebroschüre in Leichter Sprache veröffentlicht.

VdK NRW fordert verbindliche Hitzeaktionspläne

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Logo VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet)

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung aufgerufen, verbindliche Hitzeaktionspläne für Kommunen und soziale Einrichtungen einzuführen. Anlass ist die aktuelle Hitzesituation: In NRW gab es in diesem Jahr bereits 1.230 hitzebedingte Sterbefälle. Einige Kommunen haben erste Maßnahmen wie Trinkwasserbrunnen oder digitale Karten mit kühlen Orten umgesetzt. Die Landesregierung plant ein Sofortprogramm zur Unterstützung der Kommunen bei der Erstellung von Hitzeaktionsplänen.