Mosbach (kobinet) Unter dem Titel "Leben mitten in der Gesellschaft. - Wird die Zukunft der Behindertenhilfe heimlos sein? findet am 5. und 6. Juni eine Fachtagung statt. Ausgerichtet wird sie von der der Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Heilerziehungspflege, der Johannes-Anstalten Mosbach. Tagungsort ist die Johannes-Kirche in Mosbach. Der Tagungsbeitrag beträgt 130 Euro (75 Euro für Studierende und Menschen mit Behinderung) und enthält die Teilnahmegebühr, die Kosten für Mittagessen am 5. und 6. Juni, das Abendbuffet sowie die Publikation zur Tagung). hjr
Das Programm:
Donnerstag, 5. Juni:
- 9.30 Uhr Begrüßung und Eröffnung der Fachtagung Reinhard Adler, Geschäftsführer der Johannes-Anstalten Mosbach
- 10.00 Uhr "Auf dem Weg zur heimlosen Gesellschaft", Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner, Hamburg
- anschl. Kaffeepause - Imbiss
- 11.30 Uhr Impulsreferate "Marsch aus den Institutionen: Der mitunter dornige Weg zum selbstbestimmten Leben", Elke Bartz, Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen e.V. - "Leben im Heim - ein Auslaufmodell? Ergebnisse einer Bewohnerbefragung zu Lebenszufriedenheit, individuellen Entscheidungsmöglichkeiten und sozialem Netzwerk", Dr. Wolfgang Dworschak, Ludwig-Maximilians-Universität, München - "Ambulant Betreutes Wohnen - eine qualifizierte Alternative zur Heimunterbringung behinderter Menschen, unabhängig von der Schwere der Behinderung", Albert Vogel, Initiative Selbständiges Leben Behinderter im Landkreis Ludwigsburg
- 13.00 Uhr Mittagessen
- 14.30 Uhr "Wahlfreiheit braucht Alternativen. Ein Plädoyer für die Vielfalt von Lebensformen für Menschen mit Hilfebedarf", Johannes Denger, Verband für anthroposophische Heilpädagogik
- 15.30 Uhr Foren (es können bis zu 4 Foren besucht werden; nach 30 Min. finden jeweils kurze Pausen statt, die zu einem Wechsel genutzt werden können)
- 18.30 Uhr Abendbuffet
Freitag, 6. Juni 2008
- 8.30 Uhr Ergebnisse aus den Foren
- 9.30 Uhr "Leben mitten in der Gesellschaft: gemeinsam mit Achtsamkeit planen", Matthias Kube, Wichern Wohnstätten u. Soziale Dienste gGmbH, Frankfurt/Oder
- 11.00 Uhr "Inklusion - neue Herausforderungen für Behindertenhilfe, Stadtentwicklung und andere lokale Akteure", Prof. Dr. Monika Seifert, Kath. Hochschule für Sozialwesen Berlin
- 12.30 Uhr Mittagessen
Anmeldung und Rückfragen bei Jutta Keil (Mo. bis Fr. 8 bis 12 Uhr) unter Tel. 06261 - 88 707, Fax: 06261 - 88 778 und E-Mail Jutta.Keil@jamos.de
Renate Spott schrieb am 13.03.2008, 08:29
schade, daß wohl manche Menschen die Erfahrung wie Frau Nöhre machen müssen. Ich selbst habe vor 3 Jahren die Ausbildung in den Johannes Anstalten gemacht. Den Mut und den Argumentationshintergrund, mich mit 45 Jahren noch selbständig in dem Bereich zu machen, habe ich auch zu einem großen Teil den Dozenten der Schule zu verdanken.
Gerade bei Behörden und Banken muss man gestärkt auftreten können...ohne die in der Schule erworbenen Grundlagen hätten wir das nicht geschafft. Danke an dieser Stelle an die Dozenten.
Petra Nöhre schrieb am 11.03.2008, 10:53
Es ist auch an der Zeit, dass sich die Schulen für Heilerziehungspflege endlich mit diesen Thema auseinander setzen. Leider wird in Unterricht immer noch sehr Heimorientiert vermittel und die Themen selbstbestimmung, leben in der eigenen Wohnung nur am Rande erwähnt.
Ich habe auch die Ehrfahrung gemacht, dass dort vermittelt wird, wenn es keine Heime mehr gibt gibt es auch keine Berufschancen für HeilerziehungspflegerInnen mehr, statt den Schülern zu vermittel, das genau da die neuen Chancen liegen für diesen Beruf (ambulant betreutes Wohnen). Dies bedeutet aber auch neue Lehrpläne und auch Lehrer die nicht an den alten Zöpfen festhalten, sonst geht dieser Beruf in der Form wie ehr jetzt gelehrt wird unter.
Uwe Heineker schrieb am 11.03.2008, 08:05
... kleines Mosaiksteinchen im Sinne der an sich guten Aktion "Daheim statt heim". Dem gegenüber steht die (noch) geballte Übermacht von Heimträgern, die ihre Pfrunde gewinnbringend für sich erhalten oder sichern wollen - und weitere Heime aus dem Boden stampfen - der notwendige Ruck, der durch Deutschland gehen muss, fehlt (noch) ...