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20.03.2008 - 00:06

Welt-Down-Syndrom-Tag: Lebenshilfe beklagt Abtreibungsautomatismus.

Marburg (kobinet) Zum bevorstehenden Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März beklagt die Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung den Abtreibungsautomatismus in Deutschland: Wird durch vorgeburtliche Untersuchungen das Down-Syndrom festgestellt, ist fast immer ein Schwangerschaftsabbruch die Folge. Lebenshilfe-Bundesvorsitzender Robert Antretter fordert daher umfassende Beratung für Eltern, die vor eine solch schwierige Entscheidung über Leben und Tod gestellt werden.

"Was hierzulande kaum bekannt ist: Die derzeitige Gesetzeslage erlaubt im Fall des Down-Syndroms eine Abtreibung zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft, auch die Tötung von lebensfähigen Föten", heißt es in einer Pressemitteilung der Lebenshilfe. "Die Eltern sind nicht verpflichtet, sich über die Entwicklungschancen ihres Kindes beraten zu lassen. In aller Regel wird ihnen nicht mal ein solches Angebot gemacht. Dabei steht hier die Lebenshilfe mit ihrem bundesweiten Netz von mehr als 525 örtlichen Vereinigungen gerne zur Verfügung."

Weltweit wird jedes 800. Kind mit dem Down-Syndrom geboren, früher diskriminierend Mongolismus genannt.
Beim Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreimal statt zweimal vorhanden, daher auch die ebenso
gebräuchliche Bezeichnung Trisomie 21.

Zum Welt-Down-Syndrom-Tag macht die Lebenshilfe darauf aufmerksam, dass Familien mit einem behinderten Kind nicht allein dastehen. Sie erhalten umfangreiche Unterstützung durch den Staat und Organisationen wie die Lebenshilfe. Viele Eltern berichten immer wieder davon, dass sie nach einer ersten Zeit der Niedergeschlagenheit und des Haderns ihr behindertes Kind als Bereicherung und ihr Leben als glücklich empfänden. sch

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Luis Zubizarreta schrieb am 31.03.2008, 11:17

Gefährlich!

Frau Moesch,was Sie schreiben trifft sicher viele in der LEBENSHILFE nicht,aber gewiss einige der "OBEREN"!
So habe ich vor zwei Jahren eine Festrede vom Herrn Antretter erlebt,die peinlich war.Er hat Mitmenschen dauernd "GEISTIGBEHIDERT"genannt,die in der Lage sind "creativ und künstlerisch so wertvoll" zu wirken.
Schlimm und für viele peinlich war sein Menschenbild .So sind Menschen mit Behinderung anders als andere Menschen...sie "lügen nicht"Ist das,Frau Mösch,was Sie mit Recht "lebenslänglicher Kindchenstatus " nennen?
Ich finde dieses Menschenbild nicht nur falsch sondern auch gefährlich!

Luis Zubizarreta

Dorothea Moesch schrieb am 26.03.2008, 16:33

Was erwarten Sie von einer

Für-Sorge-Vereinigung, die sich um sogenannte "Behinderte" KÜMMERT wie ein Vater um seine "Kinder" - und die Be-kümmerten so lebenslänglich im Kindchenstatus niederhält?

Selbstvertretung wie z.B. bei "Mensch zuerst" und ähnlichen Vereinigungen ist der einzige Weg, um zur Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und zur Weiterentwicklung zu kommen.

Egal welche wie auch immer "behinderten" Leute gemeint sind - Stellvertreterei und Be-Kümmerung KANN nie in Freiheit führen.

Oder ist Freiheit für Behindis nicht vorgesehen?

Luis Zubizarreta schrieb am 21.03.2008, 10:42

MEHR RESPEKT!

Mit grossem Respekt habe ich den sehr guten Leser Brief vom Josef Ströbl gelesen.
Gut finde ich die Aktion der Lebenshilfe gegen die Abtreibung!
RESPEKTLOS finde ich,dass Herr R.Antretter und andere in der Lebenshilfe Down-Syndrom Menschen heute noch als GEISTIGBEHIDERTE diskriminieren.Das hilft nicht,aber gar nicht gegen die Abtreibung!Im Gegenteil!Mehr RESPEKT für Mitmenschen ist hier gefordet!

Luis Zubizarreta,Sculleiter i.R.

Josef Ströbl schrieb am 20.03.2008, 14:44

Meine Gedanken zum Down-Syndrom


Bei meiner Geburt haben die Ärztinnen und Ärzte gleich gesagt, dass ich nicht lebensfähig wäre. Heute bin ich 53 Jahre alt. Sie haben meiner Mutter eingeredet, dass ich eine sehr schlimme Krankheit habe. Sie haben gesagt, dass ich geistig Behindert bin.
Aber kann denn der Geist krank sein? Der Geist ist doch etwas Besonderes und ist bei jedem anders.
Ich selber bin kein Mensch mit Down-Syndrom, aber ich wurde von der Gesellschaft in diese Schublade gesteckt. Ich kenne viele Menschen mit Down-Syndrom. Diese Menschen sind von Ihrer Art und von Ihrem Wesen her sehr unterschiedlich. Sie zeigen Gefühle wie Wut und Trauer sowie Freude und Fröhlichkeit, wie jeder andere Mensch auch. Ich habe festgestellt, dass sie Fähigkeiten haben, an die viele Menschen aber nicht denken.
Heute werden behinderte Kinder oft abgetrieben. Das finde ich ganz schlimm. Wenn dies früher auch schon so einfach gewesen wäre, dann könnte ich heute nicht diesen Brief schreiben. Das einzig schlimme in meinem Leben war, dass mich alle Menschen immer nur als krank oder behindert gesehen haben. Dabei bin ich ein Bruder, ein Arbeitskollege, ein Freund und ein Nachbar.

Josef Ströbl, Experte in eigener Sache bei Mensch zuerst e.V.

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