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27.03.2008 - 06:53

Zahl der Pflegebedürftigen wächst.

Berlin (kobinet) Anlässlich der neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen üben Britta Haßelmann und Elisabeth Scharfenberg von der Grünen Bundestagsfraktion scharfe Kritik an der Pflegereform. Kaum sei die Pflegereform beschlossen, werde uns vor Augen geführt, wie sehr die große Koalition dabei versagt habe, für die Zukunft vorzusorgen. Auf bis zu 3,4 Millionen könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten 20 Jahren anwachsen.

"Schwarz-Rot verabschiedet seelenruhig eine Reform, die die Finanzierung der Pflegeversicherung maximal bis 2015 sichert. Wie aber die jungen und kommenden Generationen diese Last schultern sollen, scheint dieser Koalition schlicht gleichgültig zu sein. Welche Erkenntnisse sind noch notwendig, damit endlich gehandelt wird?" fragen die Politikerinnen von den Grünen. Union und SPD müssten jetzt ihren eigenen Koalitionsvertrag erfüllen und zügig ein Gesetz für eine nachhaltige und gerechte Finanzierung der Pflegeversicherung vorlegen.

"Wir fordern eine Pflege-Bürgerversicherung zur solidarischen und sozial gerechten Finanzierung. Die Trennung zwischen Sozialer und Privater Pflegeversicherung ist unsolidarisch und fachlich nicht zu begründen. Für die nachhaltige Absicherung des Pflegerisikos plädieren wir für eine solidarische Demografiereserve. Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten, oder gar umzukehren, aber er lässt sich politisch gestalten. Denn er ist keine Entwicklung der Zukunft, sondern ein Prozess der heute stattfindet", so die Grünen. Noch bestehe die Chance, dieses Land ein großes Stück zukunftsfester zu machen. elba
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Uwe Heineker schrieb am 01.04.2008, 03:41

Nachdenkenswerte 'Heim'alternative ...

... Gedanken und Planspiele für einen entspannten Lebensabend

Wenn ich einmal in später Zukunft alt und klapprig bin, werde ich bestimmt nicht ins Altersheim gehen, sondern auf ein Kreuzfahrtschiff. Die Gründe dafür hat mir unsere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt geliefert: "Die durchschnittlichen Kosten für ein Altersheim betragen 200 EUR pro Tag". Ich habe eine Reservierung für das Kreuzfahrtschiff "Aida" geprüft und muß für eine Langzeitreise als Rentner 135 EURO pro Tag zahlen (und das ist kein Witz!) Nach Adam Riese bleiben mir dann noch 65 EURO pro Tag übrig.

1. Ich habe mindestens 10 freie Mahlzeiten, wenn ich in eines der Bordrestaurants wackele oder mir das Essen vom Room-Service auf das Zimmer, also in die Kabine, bringen lasse. Das heißt in anderen Worten, ich kann jeden Tag der Woche mein Frühstück im Bett einnehmen.

2. Die "Aida" hat 3 Swimming Pools, einen Fitnessraum, freie Benutzung von Waschmaschinen und Trockner und sogar jeden Abend Shows.

3. Es gibt auf dem Schiff kostenlos Zahnpasta, Rasierer, Seife und Shampoo.

4. Das Personal behandelt mich wie einen Kunden, nicht wie einen Patienten. Für 15 Euro Trinkgeld extra pro Tag lesen mir die Stewards jeden Wunsch von den Augen ab.

5. Alle 8-14 Tage lerne ich neue Leute kennen.

6. Fernseher defekt? Glübbirne kaputt? Die Bettmatratze ist zu hart oder zu weich? Kein Problem, das Personal wechselt es kostenlos und bedankt sich auch noch für
mein Verständnis.

7. Frische Bettwäsche und Handtücher jeden Tag sind selbstverständlich, und ich muß nicht einmal danach fragen.

8. Wenn ich im Altersheim falle und mir eine Rippe breche, dann komme ich ins Krankenhaus und muß gemäß der neuen Krankenkassenreform täglich dick draufzahlen. Auf der "Aida" bekomme ich für den Rest der Reise eine Suite und werde vom Bordarzt kostenlos behandelt.

9. Ich habe noch von keinem Fall gehört, bei dem zahlende Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes vom Personal bedrängt oder gar misshandelt worden wären. Auf Pflegeheime trifft das nicht im gleichen Umfang zu.

Nun das Beste:

Mit der "Aida" kann ich nach Südamerika, Afrika, Australien, Japan, Asien, wohin auch immer ich will. Darum sucht mich in Zukunft nicht im Altersheim, sondern "just call shore to ship". Auf der "Aida" spare ich jeden Tag 50 EURO und muss nicht einmal mehr für meine
Beerdigung ansparen. Mein letzter Wunsch ist dann nur: Werft mich einfach über die Reeling, das ist nämlich auch kostenlos.

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