
Kassel (kobinet) Das mittlerweile in der Szene berühmt und berüchtigte Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen findet dieses Jahr vom 4. - 8. August 2008 in Duderstadt statt. Nun geht es in die konkreten Planungen und einige Anmeldungen können noch angenommen werden.
"Wer beim Sommercamp schon einmal dabei war, der hat es lieben gelernt, wem das noch nicht vergönnt war, wird es hoffentlich noch lieben lernen", so fasst Ottmar Miles-Paul, Koordinator des diesjährigen Sommercamps des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen (bifos) selbstbewusst die Möglichkeit des sommerlichen Austausches mit Spaß, Spiel, Lernen und zukunftsweisenden Strategien zusammen. Damit liegt Miles-Paul auch gar nicht so schief, denn die vergangenen Sommercamps haben bei vielen TeilnehmerInnen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Denn hier ist es in einer gesunden Mischung zwischen Freizeit und Seminarangeboten ohne Zwang aber mit viel Expertise gelungen, Menschen zusammen zu bringen, die sich für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen stark machen. 2006 fand das erste Sommercamp in Duderstadt statt, 2007 traf man sich unter der Federführung von Klaus Tolliner in Graz und 2008 kehrt das Sommercamp wieder nach Duderstadt zurück.
"Das Sommercamp lebt nicht davon, dass irgendwelche Organisatoren ein Programm vorsetzen und dieses durchhecheln, sondern es lebt vor allem davon, was die einzelnen TeilnehmerInnen als ExpertInnen in eigener Sache einbringen. Aus diesen Angeboten stricken wir dann ein Programm, das in den letzten beiden Jahren hoch interessant und vielfältig war. So reichte es vom Flirtkurs, über den Startrundgang, Kickerturniere, Tischtennismatchs, Doppelkopfrunden, Gute-Nacht-Geschichten, bis zu engagierten Debatten zur Behindertenpolitik. Man darf gespannt sein, was dieses Jahr alles angeboten wird. Wichtig ist dabei, dass das Sommercamp von der Freiwilligkeit lebt. Wer einfach mal Luft holen und die Sonne genießen will, den treibt niemand in ein Seminarraum", so Ottmar Miles-Paul.
Insgesamt stehen dem bifos 80 Plätze für das Sommercamp im Jugendgästehaus in Duderstadt zur Verfügung. Viele davon sind schon gebucht, einige TeilnehmerInnen können noch aufgenommen werden. Eine schnelle Anmeldung wird also empfohlen. elba
Link zur Einladung, der Anmeldung und weiteren Infos zum Sommercamp 2008
Dorothea Moesch schrieb am 28.03.2008, 22:03
nur leider wohl eher für die "Behinderten"-Elite mit bezahlter Arbeit zu ermöglichen.
160,-- Euro (zzgl. Fahrpreis!) _sind_ natürlich nicht "soo vieeeel", wenn mensch Kohle verdient. Nur - wievielen sogenannten Behinderten wird dies denn überhaupt GESTATTET? Hartz-Ausgelieferten z.B. ist die Teilnahme auch beim reduzierten Preis von 100,-- Euro für ZeltwohnerInnen nicht möglich, beläuft sich dieser Betrag mal eben auf ein Drittel dessen, was für einen MONAT zur "Verfügung" steht.
Schade, schade schade. Nach der "Profitisierung" der Frauenbewegung offensichtlich auch solche bei "Behinderten".
Es sind halt längst nicht alle GLEICH, gerade hinsichtlich ihrer finanziellen Möglichkeiten.
Ottmar Miles-Paul schrieb am 30.03.2008, 17:52
Liebe Frau Moesch,
schön zu lesen, dass Sie sich so dafür stark machen, dass Angebote auch für diejenigen zugänglich sind, die wenig Geld haben - da haben Sie mich voll auf Ihrer Seite. Vielleicht können Sie dann ja auch einen Schritt weitergehen und bei der Geldbeschaffung für Menschen hilfreich sein, die diese Preise nicht zahlen können. Denn wir als Veranstalter sind mit der Kalkulation der Preise schon so am Limit, dass wir a) rein ehrenamtlich das Sommercamp vorbereiten und durchführen und b) sogar noch das Risiko eingehen, dass wir auf einigen Kosten sitzen bleiben. Mehr ist an dieser Stelle derzeit nicht drin. Aber vielleicht haben Sie ja über das Leserbrief Schreiben hinaus ja noch Ideen bzw. Zeit für Aktivitäten für die Geldbeschaffung für diejenigen, die das nicht selbst machen können. Ich fände das prima und würde das unterstützen. Sonst ist die Kritik völlig richtig, die Frage ist nur an wen sie gehen soll. Ist es dann besser gar nichts mehr zu machen?
Ottmar Miles-Paul