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28.03.2008 - 00:04

Älteren und chronisch Kranken drohen Zusatzbeiträge.

Berlin (kobinet) Älteren und chronisch Kranken drohen Zusatzbeiträge. Der Sozialverband VdK mahnt daher einen umfassenden Risikostrukturausgleich an.

Der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, nahm den Rücktritt des "Wissenschaftlichen Beirats zur Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs (RSA)" zum Anlass, seine Kritik an den Vorschlägen des Gremiums zu bekräftigen. Der Beirat habe häufige und teure Krankheiten, wie etwa Osteoporose oder Asthma, überhaupt nicht berücksichtigt. "Dadurch drohen vielen älteren und chronisch kranken Menschen Zusatzbeiträge und eine schlechtere Versorgung obendrein. Das Bundesversicherungsamt muss diesen Fehler korrigieren."

Hirrlinger erneuerte seine Kritik an der gesetzlichen Vorgabe, nur 50 bis 80 Krankheiten für den RSA zu berücksichtigen. Er sprach von einem "faulen politischen Kompromiss" zu Lasten vieler älterer und chronisch kranker Menschen. Bereits heute zeichne sich ab, dass es weitaus mehr so genannte teure Krankheiten gebe, die berücksichtigt werden müssten.

Ab 2009 soll der Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen auch das unterschiedliche Krankheitsrisiko erfassen. Dadurch soll verhindert werden, dass gesetzlichen Krankenkassen, die viele ältere und kranke Menschen in ihren Reihen haben, erhebliche Wettbewerbsnachteile entstehen. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass nur Krankheiten berücksichtigt werden, die "besonders kostenintensiv, chronisch und schwerwiegend" sind. Für die Auswahl dieser 50 bis 80 Krankheiten ist das Bundesversicherungsamt (BVA) zuständig, das einen Wissenschaftlichen Beirat mit einem Gutachten beauftragte. Dieser legte im Januar eine Liste der Krankheiten vor und trat am 25. März überraschend zurück. elba
 

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