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Studie zeigt Potenzial des Ehrenamts in der Gemeindepsychiatrie

Zeichnung eines oben geöffneten Kopfes bei dem ein Pflaster kreuzweise auf das Gehirn geklebt wurde
Nicht alles kann mit einem Verband geheilt werden
Foto: teeveesee In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

KÖLN (kobinet) Menschen, die sich ehrenamtlich in der Gemeindepsychiatrie engagieren, leisten einen wichtigen Beitrag gegen Isolation, Ausgrenzung und Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt „EhrGeP – Ehrenamt in der Gemeindepsychiatrie“, dessen Ergebnisse jetzt vom Dachverband Gemeindepsychiatrie vorgestellt wurden. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekts wurden bundesweit Leitungspersonen gemeindepsychiatrischer Organisationen sowie ehrenamtlich engagierte Menschen befragt. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Ehrenamtliches Engagement ist in der Gemeindepsychiatrie weiterhin weit verbreitet und wird von den Beteiligten überwiegend als sehr positiv erlebt. Besonders bemerkenswert ist: Die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen erfolgt nicht aus wirtschaftlichen Gründen. Die befragten Einrichtungen betonen vielmehr den zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Nutzen. Ein umfangreicher Überblick über die Projektergebnisse steht auf der Website des Dachverbands Gemeindepsychiatrie zum Download bereit.

Jahresbericht zeigt Handlungsbedarf bei Diskriminierungsschutz auf

Logo des advd
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Foto: advd

Berlin (kobinet) Der am 2. Juni 2026 veröffentlichte Jahresbericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) dokumentiert einen neuen Höchststand an Beratungsanfragen. Damit setzt sich ein Trend fort, der seit Jahren zu beobachten ist: Immer mehr Menschen wenden sich an die ADS, weil sie Diskriminierung erleben und Unterstützung suchen. Für den Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) ist diese Entwicklung ein deutliches Signal: Der Bedarf an Beratung und wirksamem Diskriminierungsschutz wächst kontinuierlich, während die zuständigen Strukturen seit Jahren nicht ausreichend gestärkt werden. „Immer mehr Menschen suchen Unterstützung bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und den zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen. Gleichzeitig wachsen ihre Mittel nicht im gleichen Maße mit. Diese Schere geht zunehmend auf Kosten der Betroffenen und der Berater*innen,“ erklärte Eva Andrades, Geschäftsführerin des advd und forderte entsprechende Verbesserungen bei der anstehenden Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.

Pride Monat im Zeichen des Einsatzes für die Grundgesetzgergänzung

Bild vom Grundgesetz
Grundgesetz
Foto: omp

Berlin (kobinet) Am 1. Juni hat der Pride-Monat, in dem queeres Leben, Bedarfe und politische Forderungen von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen, a_spec und weiteren queeren Menschen (LSBTIAQ*) sichtbarer werden, begonnen. Dazu erklärt Andre Lehmann aus dem Bundesvorstand des LSVD⁺ – Verband Queere Vielfalt: „Für uns steht der Pride-Month dieses Jahr im Zeichen der längst überfälligen Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes. Bei den CSDs, die in den kommenden Wochen in ganz Deutschland stattfinden, haben wir die Gelegenheit, geschlossen diese Community-Forderung sichtbar zu machen. Gemeinsam mit queeren Organisationen vor Ort, auf Landes- und auf Bundesebene werden wir deutlich machen, dass wir uns nicht länger vertrösten lasssen. Ab jetzt können mit unserem Mailing-Tool alle aktiv werden und die Abgeordneten des eigenen Wahlkreises direkt auf unser Anliegen ansprechen.“

Bundesweiter Sehbehindertentag zum Thema Kochen mit Sehbehinderung

Logo des DBSV
Logo des DBSV
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Kochen ist ein selbstverständlicher Teil unseres Alltags. Trotzdem ist es gerade für viele ältere Menschen auf einmal mit dem Kochen vorbei – weil sie einen Sehverlust erfahren. Andere, die von Geburt an sehbehindert sind, fangen gar nicht erst mit dem Kochen an, weil es ihnen von wohlmeinenden Familienangehörigen abgenommen wird. Viele sehbehinderte und vor allem viele sehende Menschen können sich offenbar nicht vorstellen, Kochen mit einer Sehbehinderung funktioniert. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und seine Mitgliedsorganisationen machen deshalb anlässlich des Sehbehindertentages am 6. Juni 2026 mit Aktionen in ganz Deutschland darauf aufmerksam, dass Kochen sehr wohl auch mit einer Seheinschränkung möglich ist.

Online-Veranstaltung: Wie können Nichtregierungsorganisationen ihre Auslandsarbeit inklusiver gestalten?

Logo: bezev
Logo des Vereins Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit (bezev)
Foto: bezev

Essen (kobinet) „Wie können Nichtregierungsorganisationen Inklusion systematisch in ihrer Auslandsarbeit verankern?“ Dieser Frage widmet sich das Online-Seminar „Wie können NGOs ihre Auslandsarbeit inklusiver gestalten?“, das am 2. Juli 2026 von 14:00 bis 16:30 Uhr online stattfindet. Angesichts globaler Entwicklungen, die Menschenrechte, Diversität und Inklusion zunehmend unter Druck setzen, sind Menschen mit Behinderungen besonders betroffen. Mit der Amman-Berlin-Declaration und den Ergebnissen des Global Disability Summit 2025 wurden internationale politische Verpflichtungen zur Förderung von Inklusion bekräftigt, heißt es in der Ankündigung der Online-Veranstaltung, die vom Verein Behinderung und Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt wird.

Neues Förderprogramm für Teilhabe und Empowerment behinderter Menschen in Baden-Württemberg

Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Flagge Bundesland Baden-Württenberg
Foto: Gemeinfrei, public domain

Stuttgart (kobinet) Das niederschwellige Förderprogramm „Inklusionstaler“ soll mit einem Fördervolumen von 160.000 Euro in Baden-Württemberg landesweit die Teilhabe und das Empowerment von Menschen mit Behinderungen auf lokaler Ebene stärken. Dies gab Sozialminister Oliver Hildenbrand in Stuttgart bekannt. „Mit dem neuen Förderprogramm für Mikroprojekte möchten wir Menschen unterstützen, die sich vor Ort mit viel Engagement für mehr Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen einsetzen. Ich freue mich sehr, dass wir damit konkrete Ideen und Projekte stärken können, die Inklusion im Alltag erlebbar machen“, so Hildenbrand.

Rekordwert bei Anfragen zu Diskriminierung im Jahr 2025

Ferda Ataman
Ferda Ataman
Foto: Sarah Eick

Berlin (kobinet) Im Jahr 2025 haben sich mehr von Diskriminierung betroffene Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt als je zuvor. Die Zahl der Beratungsanfragen stieg auf 13.067 Fälle, ein Anstieg um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am häufigsten waren mit 43 Prozent Anfragen zu rassistischer Diskriminierung (4.571). Der Anteil der Benachteiligungen wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit lag bei 27 Prozent und lag mit 3.015 Anfragen erstmals über 3.000. Diskriminierungen wegen des Geschlechts machten mit 2.407 Fällen etwa 22 Prozent der Anfragen aus. Die Anteile der übrigen Diskriminierungsmerkmale verteilen sich wie folgt: Altersdiskriminierung 12 Prozent, Religion und Weltanschauung rund 7 Prozent, sexuelle Identität rund 4 Prozent. Das sind die zentralen Ergebnisse des Jahresberichts 2025, den die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, heute am 2. Juni 2026 vorgestellt hat.

Vortrag: Vom medizinischen zum menschenrechtlichen Modell von Behinderung: Bedeutung für ärztliches Handeln

Prof. Dr. Sigrid Arnade
Prof. Dr. Sigrid Arnade
Foto: H.-Günter Heiden

Wien (kobinet) „Die Medizinische Universität Wien veranstaltet jedes Semester Gender- und Diversity-Ringvorlesungen. Meine Kollegin Karoline Rumpfhuber von der Abteilung ‚Diversity, Equality and Inclusion‘ organsiert diese. Am Mittwoch, den 03.06.2026 von 17:00 Uhr bis 19:15 Uhr gibt es diesmal einen Onlinevortrag mit dem Titel: ‚Vom medizinischen zum menschenrechtlichen Modell von Behinderung: Bedeutung für ärztliches Handeln‘ von Prof.in Dr.in Sigrid Arnade. Sie ist u.a. Sprecherin für #Gender & #Diversity bei der ISL – Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V.“ Auf diese Veranstaltung, für die eine Anmeldung per Mail noch möglich ist, hat Alexander Ahrens auf Facebook aufmerksam gemacht.

Kritische Nachfragen zum Verdienst in Werkstätten für behinderte Menschen nehmen zu

Symbol Fragezeichen
Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

Köln (kobinet) Wie oft wird in Medien über Produkte oder die geleistete Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen oder in sogenannten Sozialprojekten mit wohl klingenden Beiträgen berichtet, ohne dass erwähnt wird, dass die dort arbeitenden behinderten Menschen weit unter dem Mindestlohn arbeiten und dass dies nichts mit einer fairen Beschäftigung und Entlohnung zu tun hat. Seit der Sendung ZDF Royal mit Jan Böhmermann vom 8. Mai 2026 über die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten fragen mehr Menschen bei solchen meist unkritischen Berichten nach. So erging es auch dem WDR im Hinblick auf einen Bericht über die Produktion von Saunen in den Nordeifel-Werkstätten, woraufhin der Sender zurückrudern musste und den geringen Verdienst in der dortigen Werkstatt für behinderte Menschen und bei der Produktion der Saunen auf Facebook offengelegt hat.

Soziale Spaltung verschärft sich – 13,3 Millionen Menschen leben in Armut

Geldscheine
gb Geldscheine
Foto: Gerhard Bartz

Berlin (kobinet) Der Paritätische Gesamtverband veröffentlicht heute am 2. Juni 2026 unter dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ seinen neuen Armutsbericht mit alarmierenden Befunden: Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen. Während Armut insgesamt zunimmt, verfestigt sie sich besonders bei Älteren, Frauen und Alleinerziehenden. „Wir sehen eine Gesellschaft, die sozial weiter auseinanderdriftet. Menschen spüren das. Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit. Das spielt Populisten und Extremisten in die Hände“, erklärte Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

IGEL-Monatsrückblick: Reise von Tübingen nach Berlin – überall wird Inklusion mit Füßen getreten

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Mai 2026 mit Ottmar Miles-Paul
Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Mai 2026 mit Ottmar Miles-Paul
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Reise von Tübingen nach Berlin. Überall wird Inklusion mit Füßen getreten.“ So hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Mai 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Mai 2026 bestimmt haben. Dabei geht es u.a. um die Aktionen zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen, die Provinzposse um Boris Pallmer und ein Urteil des Bundesgerichtshof in Sachen Diskriminierung einer blinden Frau bei einer Rehamaßnahme.

Wenn Technik spricht und Kochen wieder Spaß macht

Ein Mann blickt durch eine Lupe auf eine Packung Apfelsaft
Hilfsmittel erhöhen Selbstständigkeit
Foto: DBSV / A. Friese

RENDSBURG (kobinet) Anlässlich des deutschen Sehbehindertentages zeigen der Blinden- und Sehbehindertenverein Schleswig-Holstein und die Regionalgruppe Rendsburg beim 3. Tag der Möglichkeiten am 06.Juni 2026 in Rendsburg was möglich ist, damit der Alltag kein Blindflug ist. Vorträge rund um das Thema Kochen, sowie Alltags- und Umwelthelfer und eine Mitmachausstellung mit 16 Fachausstellern zeigen Möglichkeiten auf. Da wird es dann darum gehen wie Mensch mit Sehbehinderung Produkte beim Einkaufen erkennen und Zutaten in der Küche zuverlässig finden sowie portionieren. Hier kann dann jeder lernen, was ein Milchwächter und die Becherküche ist. Zudem ist mehr über Unterstützungsmöglichkeiten zu erfahren, den Alltag wieder selbständiger zu gestalten. Den tag der Möglichkeiten gibt es am 06. Juni 2026 in der Zeit von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr im DEULA Bildungszentrum Rendsburg, das mit einem kostenlosen Shuttle ab Bahnhof Rendsburg zu erreichen wäre. Weitere Informationen und das Programm des Tages sind auf dieser Internetseite nachzulesen.

Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen weiterhin sehr hoch

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Im Vergleich zum Vorjahr hat die Arbeitslosigkeit behinderter Menschen auch im Mai 2026 erheblich zugenommen. Waren im Mai 2025 noch 184.015 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, waren es im Mai 2026 mit 189.959 gut 5.000 mehr. Im Vergleich zur Vorcoronazeit wird der massive Anstieg der Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen in den letzten Jahren besonders deutlich. Im Mai 2019 waren 155.131 schwerbehinderte Arbeislose in Deutschland gemeldet, also fast 35.000 weniger als heute. Dies geht aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zur Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen im Mai 2026 hervor.

Behindertenfeindlichkeit in Berlin: Dokumentation bildet nur einen Bruchteil ab

info Zeichen
info schwarz
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) „Die Berliner Register erfassen berlinweit extrem rechte und diskriminierende Vorfälle, um diese sichtbar zu machen und zivilgesellschaftliches Handeln dagegen zu stärken. Behindertenfeindlichkeit weist im Gegensatz zu anderen dokumentierten Diskriminierungsformen niedrige Vorfallzahlen auf: 149 Fälle hatten ein behindertenfeindliches Motiv, von insgesamt über 8.000 gesammelten Fällen im Jahr 2025. Im Jahr 2024 waren es noch 77 gewesen.“ So heißt es in einer aktuellen Veröffentlichung des Berliner Register. Und weiter heißt es: „Denn Menschen mit Behinderung finden für ihre Anliegen wenig Aufmerksamkeit, sind im Alltag mit gesellschaftlichen Barrieren konfrontiert und, wie der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV 2026: Drohender Kahlschlag im Sozialen) aufzeigte, von sozialen Kürzungen besonders bedroht. Betroffene machen zum Teil die Erfahrung, dass ihre Erlebnisse nicht ernst genommen werden. Oder es fehlt die Information darüber, dass abwertende oder ausschließende Erlebnisse gemeldet werden können.“

Ein wichtiger behindertenpolitischer Monat liegt vor uns

Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Der Juni 2026 hat es in sich. So stürmisch der Monat in verschiedenen Regionen Deutschlands mit Gewittern begonnen hat, so könnte es behindertenpolitisch weitergehen. Denn eine Reihe von Gesetzesreformen stehen im Juni an oder werden in diesem Monat entscheidend vorbereitet. Die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) wird von behinderten Menschen und ihren Verbänden seit vielen Jahren gefordert, dass nun nach dem vorliegenden Gesetzentwurf Unternehmen aber pauschal von Maßnahmen zur Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen ausgenommen werden, weil dies angeblich eine „unverhältnismäßige Belastung“ darstellt, so hatten viele nicht gewettet. Im Juni dürfte die Anhörung zum Gesetzentwurf im Bundestag stattfinden und evtl. folgt dann auch schnell die Verabschiedung des Gesetzes. Auch der als äusserst schwach eingeschätzte Gesetzentwurf für Änderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll am 11. Juni in den Bundestag eingebracht und debattiert werden. Wie weiter bei nicht-invasiven Bluttests ist eine weitere Frage, die den Bundestag in diesem Monat beschäftigen könnte. Und dann schwebt über allem die Frage, wie es mit der Diskussion über Leistungseinschränkungen bei der Eingliederungshilfe weitergeht.

Deutschlands führende Medien begleiten Special Olympics im Saarland

Hintergrund in Herzform darauf Symboöe des Saarlandes und ide Ausschrift
SOD Logo Saarland 2026
Foto: SOD Saarland

BERLIN (kobinet) Das Saarland wird vom 15. bis 20. Juni 2026 Gastgeber der Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 und damit Austragungsort des größten inklusiven Multisport-Events in Deutschland sein. Rund 4.300 Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung treten in 27 Sportarten an. Für mehr Sichtbarkeit der Athleten und zur Stärkung von Inklusion und Teilhabe setzt die erfolgreiche Medienallianz ihre Unterstützung für Special Olympics Deutschland fort. Die Medienpartner ARD, BILD, DAZN, Deutsche Telekom mit MagentaTV, ProSiebenSat.1, RTL, Sky und ZDF begleiten die Nationalen Spiele im Saarland mit umfangreicher Berichterstattung. Die Partner der Medienallianz setzen sich gemeinsam dafür ein, die Leistungen der Athletinnen und Athleten sichtbar zu machen, die Bedeutung von Inklusion im Sport hervorzuheben und die Geschichten hinter den Wettbewerben einem breiten Publikum zugänglich zu machen. So werden die Special Olympics Nationalen Spiele Saarland 2026 die umfangreichste Berichterstattung in der Geschichte der Nationalen Spiele erhalten. Geplant sind Live-Übertragungen ausgewählter Wettbewerbe, digitale Begleitung, Highlight-Formate sowie Inhalte für TV, Print, Online- und Social-Media-Kanäle.

Bayern 2 Podcast: Normal genug? Warum Inklusion so schwer zu erreichen ist

Kopfhörer
Kopfhörer
Foto: snsnep In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

München (kobinet) „Normal genug? Warum Inklusion so schwer zu erreichen ist.“ So lautet der Titel eines Podcast von Bayern 2, der in die ARD-Mediathek eingestellt wird. Darauf hat Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. „Bei aller Liebe zur ‚Inklusion‘: unsere Gesellschaft tut sich mit Anderssein weiterhin schwer. Dabei ist ständige Abweichung deutlich realer als Normen, an denen man sich festhält. Ist eine Gesellschaft denkbar, die Halt gibt, ohne auszugrenzen?“ So heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast von David von Westphalen mit Mai-Anh Boger, Professorin für Inklusion und Sonderpädagogik an der Universität Koblenz, Rebecca Maskos, Psychologin und Professorin für Disability Studies an der Alice Salomon Hochschule Berlin und Stephan Lessenich, Direktor des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt.

Rollstuhltennis-Elite spielt in Köln um die Deutschen Meisterschaften

Tennisspielerin im dunklen Sportdress im Rollstuhl beugt sich stark nach vorn, um den Tennisball zu erreichen
Britta Wend beim Rollstuhltennis
Foto: Mika Volkmann

FRECHEN-BUSCHBEIL (kobinet) Die Deutschen Meisterschaften im Rollstuhltennis sind das Sporthighlight des Jahres für die deutsche Rollstuhltennis-Szene. Sie findet vom 05.06. bis zum 07.06. 2026 auf der barrierefreien Anlage des Kölner TC Weiden. Dazu haben der Deutsche Tennis Bund (DTB), die Gold-Kraemer-Stiftung (GKS) und der ausrichtende Tennisverband Mittelrhein (TVM) haben Rollstuhltennis-Spielerinnen und Rollstuhltennis-Spieler aus ganz Deutschland zur Teilnahme im Einzel und Doppel eingeladen. Die Teilnehmenden konnten sich durch ihre nationale Ranglisten-Position einen der begehrten Startplätze erspielen. Das Turnier bietet eine Plattform für die vier unterschiedliche Konkurrenzen „Herren“, „Damen“., „Quad“ und Junioren statt. Ein besonderer Höhepunkt ist die inklusive Ausrichtung des gesamtes Turnierformats: Zur gleichen Zeit finden im TC Weiden nämlich auch die Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren des Tennisverbands Mittelrhein statt. Es werden über 600 Spielerinnen und Spieler sowie Tennisfans auf der Turnieranlage erwartet.

Umgang der Ukraine mit behinderten Kindern im Krieg

Flagge Ukraine
Flagge Ukraine
Foto: public domain

Berlin (kobinet) Der Krieg in der Ukraine hat vieles verändert, so auch für die Situaiton von behinderten Kindern und ihren Angehörigen. Mit einem Beitrag mit dem Titel „Inklusion während des Kriegs: Wie die Ukraine mit behinderten Kindern umgeht“ hat die tagesschau am 30. Mai 2026 einen Blick auf die Situation geworfen, wie Dr. Martin Theben den kobinet-nachrichten mitteilte. „Russlands Angriffskrieg hat viele Kinder in der Ukraine traumatisiert und ihnen schwere Wunden zugefügt. Im Land mangelt es an Therapieplätzen – und doch hat der Krieg das Verständnis für Behinderungen gestärkt“, heißt es dazu in der Einführung des Beitrags.

Abstimmen für einen Dreh für die Sendung mit der Maus über den Euro WC Schlüssel

Toilette mit Euroschlüssel im Bild
Toilette mit Euroschlüssel im Bild
Foto: KSL Düsseldorf

Darmstadt (kobinet) Der CBF Darmstadt hat sich beim Türöffnertag der Sendung mit der Maus beworben. „Wir sind in der engeren Wahl und brauchen jetzt viele Stimmen! Wenn wir unter den drei Angeboten mit den meisten Stimmen sind, kommt die Maus zu uns und dreht eine Sachgeschichte über den Euro WC Schlüssel und Inklusion und Teilhabe“, heißt es vonseiten des CBF Darmstadt zur noch bis zum 14. Juni stattfindenden Abstimmung.

Top-Nachricht zu Monatsbeginn: Papst fordert KI-Entwaffnung!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
ins päpstliche Sendschreiben
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) „Artificial Intelligence needs to be disarmed“, so wörtlich der aus den USA stammende Papst Leo XIV aus seiner ersten „Enzyklika“ zitierend, dem päpstlichen Lehr- und Sendschreiben. Das über die Katholische Kirche hinaus gerade weltweit ein großes Echo findet. Lautet die Kernaussage doch, die Künstliche Intelligenz und also die weltumspannende Supermacht unserer Tage müsse „entwaffnet“ werden. – Entwaffnet? Soll das heißen, wir haben es mit einer bewaffneten KI zu tun? Nicht nur das, im Grunde sagt der Papst, die neue weltbeherrschende Supermacht, die KI selbst, die Künstliche Intelligenz ist eine Waffe. Diese Waffe ist auf die Menschheit gerichtet, sie ist entsichert und kann jederzeit losgehen.

Petition gegen Kürzungen der Eingliederungshilfe wird am 8. Juni im Petitionsausschuss beraten

Bundestag Besprechungsraum
Bundestag Besprechungsraum
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Wenn der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu seiner nächsten Sitzung am 8. Juni 2026 von 12:00 bis 14:00 Uhr zusammenkommt, steht dabei auch die von der Bundesvereinigung Lebenshilfe initiierte und von vielen Verbänden und über 100.000 Menschen unterstüzte Petition mit dem Titel „Inklusion und Teilhabe – Keine Kürzung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung“ in öffentlicher Sitzung beraten. Ab 13:00 Uhr kann Ulla Schmidt als Petentin das Anliegen vorstellen und auf Fragen von Mitgliedern des Ausschusses antworten. An der Sitzung kann man sowohl vor Ort im Bundestag teilnehmen, sie wird aber auch über das Partamentsfernsehen und im Internet auf www.bundestag.de übertragen und in Deutsche Gebärdensprache übersetzt, wie es vonseiten des Deutschen Bundestages heißt.

Es geht doch: Ehrung von Sportler*innen in Tübingen nun an barrierefreiem Ort

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Tübingen (kobinet) In der Tübinger Provinzposse mit aktuellem Bezug zur Gleichstellungsgesetzgebung für behinderte Menschen in Deutschland ist nun nach Informationen der betroffenen Sportlerin und aus Medienberichten nach einer tagelangen öffentlichen Auseinandersetzung eine Einigung erzielt worden. „Die Stadt und die Para-Sportlerin Cary Hailfinger haben sich nun geeinigt, wie die Siegerehrung behindertengerecht wird. Eine Rampe, über die Hailfinger auf die Bühne kommen könnte, wird es nicht geben. Dafür wurde die Siegerehrung in die Tübinger Musikschule verlegt. Dort gibt es einen Hublift zur Bühne.“ Das Agieren des Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer mit der Verweigerung einer Rampe, so dass die Para-Sportlerin wie alle anderen auch auf der Bühne für ihr Wirken geehrt werden könnte, aufgrund der Kosten und des Wegfallens von Plätzen in der Halle, hat in den letzten Tagen für so manches Kopfschütteln gesorgt. Vor allem habe dieses Beispiel nach Ansicht der LIGA Selbstvertretung gezeigt, wie Versäumnisse bei der Durchführung barrierefreier Veranstaltungen schnell auf dem Rücken betroffener behinderter Menschen ausgetragen werden und welches Denken es in Sachen Barrierefreiheit in Deutschland immer noch gibt. Diese Diskussion falle zusammen mit einem aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung, in dem Unternehmen pauschal von der Verpflichtung zu Maßnahmen zur Barrierefreiheit und für angemessene Vorkehrungen aufgrund einer  unverhältnismäßigen Belastung befreit werden sollen.

Wegweiser Inklusion: Neuer Kanal der Aktion Mensch

Logo: Aktion Mensch
Aktion Mensch
Foto: Aktion Mensch

Bonn (kobinet) „Ab sofort gibt es alle Infos von inklusion.de, dem Familienratgeber und noch viel mehr auf LinkedIn und YouTube. Beim ‚Wegweiser Inklusion‘ teilen wir jede Woche leicht verständliche Informationen rund um Barrierefreiheit, selbstbestimmtes Leben und den Alltag von Menschen mit Behinderung. Von Faktenchecks über hilfreiche Tipps bis hin zu Expert*innen-Interviews ist für jede*n was dabei: für Menschen mit Behinderung, für Angehörige und für Arbeitgeber*innen. Reinschauen lohnt sich!“ So heißt es im aktuellen Newsletter der Aktion Mensch mit dem Verweis auf den neuen Kanal zum Wegweiser Inklusion.

Nimm dein Leben selbst in die Hand

Katrin Gensecke
Katrin Gensecke
Foto: Katrin Gensecke

Gersdorf (kobinet) Zum heutigen Internationalen Multiple-Sklerose-Tag am 30. Mai hat sich auch die Landtagsabgeordnete der SPD aus Sachsen-Anhalt zu Wort gemeldet. Katrin Gensecke, die vor kurzem in ihrem Amt als Co-Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft behinderter Menschen in der SP’D, Selbst Aktiv, wieder gewählt wurde, lebt mit Multiple Sklerose und ihre über Facebook verbreitete Botschaft an diesem Tag ist klar: „Heute ist Welt MS-Tag. Nimm dein Leben selbst in die Hand! Ich bin stolz und zeige, es ist möglich! Als SPD- Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt meistere ich jeden Tag viele Herausforderungen und es funktioniert!“

Fakten zur Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen veröffentlicht

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet) Derzeit wird viel darüber diskutiert, wie die Leistungen der Pflegeversicherung gekürzt bzw. wie Einsparungen erreicht werden können. Daher lohnt ein Blick auf den Bericht zur Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen für das Jahr 2025, der nun von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht wurde. Demnach waren zum Beispiel rund 1,8 Millionen Pflegekräfte 2025 in Deutschland sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Mit einem Plus von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Beschäftigungswachstum in der Pflege 2025 fortgesetzt, während die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche stagnierte. Pflegeberufe sind eine Frauendomäne: Ein Großteil der Beschäftigten ist weiblich – allerdings steigt der Anteil
männicher Pflegekräfte beständig. Teilzeitbeschäftigung ist weit verbreitet. Seit 2022 wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege ausschließlich von Ausländerinnen und Ausländern getragen. Der Anteil der beschäftigten Pflegekräfte mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit ist auf 20 Prozent im Jahr 2025 gestiegen“, heißt es u.a. in dem Bericht.

Noch freie Plätze für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr

Junge Frau kniet an einem Futtertrog und streichelt den Kopf einer Kuh
Im Freiwilligen Ökologischen Jahr ganz dicht an der Natur
Foto: Dietrich Hackenberg/LVR

RHEINLAND (kobinet) Der Landesverband Rheinland (LVR) sucht junge Menschen für (ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), das schon am 1. August 2026 starten kann. Beim FÖJ engagieren sich junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren, orientieren sich beruflich und sammeln neue Erfahrungen. Einsatzstellen sind beispielsweise Biologische Stationen, Botanische Gärten, Grünflächenämter oder Umweltbildungseinrichtungen. Freie Stellen im ganzen Rheinland und das Bewerbungsportal gibt es unter dieser Website. Freiwillige erhalten ein monatliches Taschengeld, eine Verpflegungspauschale und gegebenenfalls einen Mietzuschuss.

Wenn Oberbürgermeister Palmer gegen etwas ist, dann bleibt das so

Schräge am Haupteingang des Deutschen Hygienemuseums in Dresden, das hier alle Stufen zum Eingangsportal ausgleicht
Schräge am Hauteingang des Deutschen Hygienemuseums in Dresden
Foto: H. Smikac

TÜBINGEN (kobinet) Der Diskussionspunkt ist bekannt: Es soll die Para-Sportlerin @carys_crps_fight bei einer Sportler-Ehrung in Tübingen geehrt werden, aber der Raum, und vor allem die Bühne sind nicht barrierefrei. Diese Schräge braucht die Frau im Rollstuhl aber, um auf die Bühne zu kommen. (kobinet hatte darüber berichtet) Wir hatten ebenso darüber informiert, dass durch die Spende eines Unternehmers, das Problem gelöst zu sein schien. Aber das ist eben in Tübingen nicht so. Dort hatte der Oberbürgermeister entschieden, dass es diese Schräge nicht geben kann. Die Schräge nehme zu viel Platz weg, hatte der parteilose Oberbürgermeister dann auch dem Südwestdeutschen Rundfunk mitgeteilt. Also: Wenn Oberbürgermeister Palmer entschieden hat, dann bleibt das trotz der Bereitschaft zu Spenden und vieler Proteste von Verbänden auch so – oder ? Auch falls eine solche Entscheidung einen ganzen Stapel europäischer Entscheidungen und deutscher Gesetze verletzt ?

Apple bringt neue Barrierefreiheitsfunktionen

Ein Touchscreen auf einem Smartphone,
Touchscreen eines Smartphone
Foto: stevepb In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Wien (kobinet) „Dank ‚Apple Intelligence‘ werden Hilfsmittel wie VoiceOver und Sprachsteuerung intuitiver. Zudem wird es geräteübergreifende automatische Video-Untertitel und die Steuerung von Elektrorollstühlen per Vision Pro geben.“ Darauf macht Markus Ladstätter in einem Beitrag des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS aufmerksam. „Apple hat eine Reihe neuer Bedienungshilfen vorgestellt, die im Laufe dieses Jahres für Nutzer:innen verfügbar sein werden. Im Mittelpunkt steht die Integration der hauseigenen künstlichen Intelligenz ‚Apple Intelligence‘. Diese soll bestehende Funktionen auf Apple-Geräten erheblich verbessern, den Alltag von Menschen mit Behinderungen erleichtern und neue Wege der selbstbestimmten Nutzung eröffnen“, heißt es weiter in dem Beitrag.

Sozialverband mahnt Bund zur Übernahme von Pandemiekosten

Logo VdK Nordrhein-Westfalen
VdK Nordrhein-Westfalen
Foto: VdK Nordrhein-Westfalen

DÜSSELDORF (kobinet) Die zögerliche Entscheidung über die künftige Finanzierung der Pflegeversicherung verschärft aus Sicht des Sozialverbandes VdK Nordrhein-Westfalen die ohnehin angespannte Lage. Dieser Verband stimmt zu, eine Reform nicht länger aufzuschieben. Besonders kritisch sieht der Verband jedoch, dass die aus der Pflegeversicherung getragenen Kosten zur Bewältigung der Coronapandemie in Höhe von 5,2 Milliarden Euro bis heute nicht erstattet wurden. Dies trägt maßgeblich zur finanziellen Schieflage des Systems bei. „Es kann nicht sein, dass die Versicherten immer weiter belastet werden, während der Bund seine Verantwortung nicht wahrnimmt“, erklärt Horst Vöge, Präsident des VdK NRW. „Die ausstehenden Pandemiekosten müssen endlich beglichen werden. Auch die Rentenansprüche für pflegende Angehörige sollten vom Bund übernommen werden.“ Vöge fordert die Politik auf, zügig handlungsfähige Lösungen zu erarbeiten. Eine weitere Belastung der Beitragszahlenden sei sozialpolitisch nicht vertretbar.

Gutachten zur Rechtsdurchsetzung durch Gleichbehandlungsstellen vorgestellt

Logo: Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Logo der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Foto: ADS

Berlin (kobinet) „Möglichkeiten und Grenzen der Übertragung von Aufgaben und Befugnissen auf die Antidiskriminierungsstelle des Bundes aus rechtlicher, rechtsvergleichender und rechtspolitischer Perspektive“, so lautet der Titel eines Rechtsgutachten, das im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erstellt und am 27. Mai 2026 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Gerade im Hinblick auf zunehemende Diskriminierungen, aber auch bezüglich der anstehenden Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) greift das Rechtsgutachten eine Reihe von aktuellen Fragen der Rechtsdurchsetzung auf. Für den 11. Juni ist die Debatte zur ersten Lesung des Gesetzes zu Änderungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz im Bundestag geplant.

Dialogforum Partizipation vor Ort: Teilhaben. Aushandeln. Verantwortung teilen

Logo: Aktion Mensch
Aktion Mensch
Foto: Aktion Mensch

Bonn / Dresden (kobinet) „Dialogforum ‚Partizipation vor Ort: Teilhaben. Aushandeln. Verantwortung teilen'“, so lautet der Titel einer Veranstaltung zu der die Aktion Mensch im Rahmen ihrer Initiative Inklusion im Sozialraum für den 21. September 2026 nach Dresden einlädt. „Echte Partizipation entsteht nicht von selbst — sie braucht Verständigung, Verantwortung und Menschen, die sie gemeinsam gestalten. Partizipation ist mehr als ein einzelnes Beteiligungsformat: Sie ist eine Voraussetzung für inklusive Sozialräume und zugleich mit hohen Erwartungen, unterschiedlichen Interessen und strukturellen Herausforderungen verbunden. Das Dialogforum bringt Führungs- und Fachkräfte, Selbstvertreter*innen aus kommunalen Strukturen sowie Gestalter*innen von Inklusion im Sozialraum zusammen. Es eröffnet fachliche Orientierung, macht Spannungsfelder partizipativer Praxis sichtbar und lädt ein, miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach wirksamer Teilhabe, nach der Gestaltung von Aushandlungsprozessen, nach Verantwortung, Entscheidung und Umsetzung — und nach dem Potenzial von Partizipation für gesellschaftliche Transformation und demokratischen Zusammenhalt“, heißt es u.a. in der Ankündigung der Veranstaltung für die noch bis zum 31. Juli 2026 die Anmeldung möglich ist.

Menschen, die Berlin inklusiver machen

Dr. Sigrid Arnade
Dr. Sigrid Arnade
Foto: Günter Heiden

Berlin (kobinet)

„Viele Menschen engagieren sich in Berlin für Inklusion und gegen Diskriminierung – in Initiativen, Wissenschaft, Kultur oder Selbstvertretung. Mit unseren Kurzportraits stellen wir einige von ihnen persönlich vor und geben Einblicke in ihre Arbeit, Perspektiven und Motivation“, so heißt es auf der Internetseite Berl(in)klusiv, dem Blog für barrierefreies Leben, Persönliche Assistenz und kritische Soziale Arbeit. Vor kurzem wurde auf der Plattform auch ein Kurzportrait von Dr. Sigrid Arnade veröffentlicht. Dazu heißt es u.a.: „Dr. Sigrid Arnade wurde 2023 von der Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH) zur Honorarprofessorin ernannt und ist eine Pionierin für die Rechte von Frauen mit Behinderung. Seit den 1980er-Jahren setzt sie sich für Selbstermächtigung und Selbstorganisation ein, gründete Organisationen wie das Netzwerk behinderter Frauen Berlin e.V. und war maßgeblich an den Verhandlungen zur UN-Behindertenrechtskonvention beteiligt. Ihr Motto ‚Immer dranbleiben, nachhaken, niemals aufgeben‘ prägt ihr Engagement, das mit Auszeichnungen wie dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt wurde.“

Peinlich für Tübingen: Unternehmer spendet Behindertenrampe

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TÜBINGEN / BERLIN (kobinet) Die Universitätsstadt Tübingen spart bei der Barrierefreiheit – nun muss ein privater Spender einspringen. Weil die Stadtverwaltung sich weigerte, eine Behindertenrampe im Wert von rund 1.200 Euro für die Preisträgerin Cary Hailfinger zu finanzieren, übernimmt der Unternehmer Norbert Otto (C-tec GmbH) die Kosten. Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland „Für Selbstbestimmung und Würde“ (ABiD) hat das konkrete Unterstützungsangebot bereits offiziell an die Stadtverwaltung weitergeleitet, damit die Hilfe nun schnellstmöglich umgesetzt werden kann. Neben dem rein praktischen Abbau von Barrieren hat diese Spende eine fundamentale Bedeutung für die Selbstbestimmung und Würde von Menschen mit Behinderung. Ein barrierefreier Zugang entscheidet darüber, ob ein Mensch als gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft wahrgenommen wird oder vor verschlossenen Türen stehen bleibt. Die Rampe ermöglicht einen Auftritt auf Augenhöhe und schützt die persönliche Würde in Momenten, in denen die öffentliche Hand die Betroffenen im Stich lässt.

Bad Kreuznacher Frauencafé lädt zu Frauen-Stadtrundgang ein

Logo: ZSL Bad Kreuznach
Logo: ZSL Bad Kreuznach
Foto: omp

Bad Kreuznach (kobinet) Das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben (ZSL) Bad Kreuznach geht mit einem neuen Projekt – dem Frauencafé 2.0 – an den Start. Das Frauencafé 2.0 richtet sich an Frauen mit Beeinträchtigungen und Frauen, die in ihrer Familie oder im Freundeskreis Menschen mit Beeinträchtigungen unterstützen. Bei jedem Treffen werden durch kompetente Referentinnen Themen vorgestellt, die verständlich und alltagsnah erklärt werden. Im Anschluss daran ist viel Zeit bei Kaffee und Kuchen Fragen zu stellen, eigene Erfahrungen auszutauschen und sich kennenzulernen. Das ZSL möchte Frauen darin bestärken, selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten, wie es in der Ankündigung heißt. „Wir wollen Frauen mit diesem niedrigschwelligen, alltagsorientierten Bildungsangebot einen sicheren Raum zum Lernen und zum Austausch bieten“, so Cindy Davi, Geschäftsleiterin des ZSL Bad Kreuznach. Das Frauencafé startet am 29. Mai 2026 mit einem geführten, historischen Stadtrundgang zu berühmten Frauen, die in Bad Kreuznach gelebt und gewirkt haben. Start ist um 14.00 Uhr im Kurpark am Traubenmädchen.

Potenzial nutzen Die private Pflegeversicherung hat mehr als 50 Milliarden auf der hohen Kante

Mann mittleren  Alters trägt dunklen Anzug, weißes  Hemd und  roten Schlips. Er steht schräg an einer gemauerten Wand
Landesverbandsvorsitzender Hans-Josef Hotz
Foto: Jutta Kübler

STUTTGART (kobinet) In Verbindung zur Debatte um den erwarteten Gesetzentwurf zur Neuordnung der Pflegeversicherung hebt Hans-Josef Hotz, der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg hervor, dass schon heute mehr als ein Drittel aller stationär Pflegebedürftigen auf Sozialhilfe angewiesen sind. „Nach der Pflege-Reform wird es wohl jeder Zweite sein.“ vermutet Hotz. Der neueste Vorschlag ist jetzt, einfach die Beitragssätze für kinderlose Menschen zu erhöhen. Dabei hat die private Pflegeversicherung mehr als 50 Milliarden Euro auf der hohen Kante. „Mitten in der Finanznot der gesetzlichen Pflegeversicherung“ so Hans-Joseph Hotz und verweist darauf, dass dies die Menschen als zutiefst ungerecht empfinden. Der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Baden-Württemberg fordert deshalb: „Bezieht das Potenzial dieser 50 Milliarden endlich in die Reform-Überlegungen ein! Wir fordern seit Jahren eine solidarische einheitliche Pflegeversicherung, in die alle einzahlen. Niemand würde dadurch schlechter gestellt – die Leistungen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung sind gleich – doch alle Menschen in unserem Land würden besser gestellt, weil Pflegebedürftigkeit nicht immer noch ärmer machen würde.“

Über 100.000 Unterschriften: Starke Stimmen gegen Leistungskürzungen und Einschränkung der Rechte behinderter Menschen

Protestbild gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe
Protestbild gegen Kürzungen bei der Eingliederungshilfe
Foto: DBR

Berlin (kobinet) „Heute konnten wir dem Sozialministerium die über 100.000 Unterzeichnungen unserer Bundestags-Petition ‚Keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe‘ vorhalten. Denn das Sozialministerium hatte gemeinsam mit den Ländern eingeladen, um mit den Verbänden zum Thema Eingliederungshilfe zu beraten. Unsere Botschaft ist klar und in der Petition nachlesbar: Keine Kürzungen bei der Eingliederungshilfe, keine Einschränkung des Wunsch- und Wahlrechts, Vorfahrt für Inklusion statt Leistungsabbau. 104.929 Menschen haben die Petition allein online unterschrieben. Die schriftlich eingegangenen Unterschriften sind dabei noch gar nicht ausgezählt. Das sind nicht einfach nur 104.929 Stimmen gegen Kürzungen bei Menschen mit Behinderungen. Das sind 104.929 Stimmen: FÜR Teilhabe. FÜR Würde. FÜR Menschenrechte.“ So heißt es in einem Facebook-Post der Bundesvereinigung Lebenshilfe mit einem Bild von Vertreter*innen verschiedener Behinderten- und Wohlfahrtsverbände, die Schilder zur Untermauerung der Forderungen hochhalten, der am 27. Mai 2026 nach einem Treffen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales veröffentlicht wurde.

Bündnis lädt zum Straßenraumdialog ein

Gezeichnetes Bild von mehren Personen, die diskutieren
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Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

DÜSSELDORF (kobinet) Das Bündnis Sozialverträgliche Mobilitätswende Nordrhein-Westfalen ist ein breiter Zusammenschluss aus Gewerkschaften, Umwelt-, Verkehrs- und Sozialverbänden sowie der evangelischen Kirche. Am 29. Mai 2026 lädt es einer offenen Dialogveranstaltung ins Bürgerzentrum Ehrenfeld in Köln ein. Unter dem Titel „Straßenraumdialog – Soziale Teilhabe, Umwelt- und Klimaschutz im Straßenraum verbinden“ steht ein Thema im Mittelpunkt, das viele Menschen in NRW unmittelbar betrifft. Im Fokus steht die Frage, welche Rolle der Straßenraum in einer sozialverträglichen Mobilitätswende spielt – und wie Politik, Verwaltung, Verbände sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger diesen Wandel aktiv mitgestalten können. Die Veranstaltung möchte den Austausch stärken, neue Perspektiven eröffnen und Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sich für eine lebenswertere, klimafreundlichere und sozial gerechte Mobilität einsetzen.

Persönliches Budget: Vom Muss zum Kann? Der teure Rückschritt

50 Euro-Scheine aufgefächert auf dem Tisch liegend in Draufsicht. schwarz-weiß Foto
Geld für Exklusion
Foto: Ralph Milewski

Kiel (kobinet) Derzeit verdichten sich Gerüchte, dass in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe ernsthaft erwogen wird, den Rechtsanspruch auf ein Persönliches Budget nach § 29 SGB IX wieder in eine Ermessensleistung umzuwandeln – also von „muss bewilligt werden“ zurück zu „kann bewilligt werden“. Offizielle Begründungen gibt es bislang nicht, doch es ist zu erwarten, dass erneut die bekannten Schlagworte „Kostendämpfung“ und „Entbürokratisierung“ bemüht werden. Für Menschen mit Behinderungen wäre das ein massiver Eingriff in ihre Selbstbestimmung. So heißt es in einem Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Persönliches Budget, auf die Heiner Popken vom Zentrum für Selbstbestimmtes Leben Norddeutschland (ZSL Nord) den kobinet-nachrichten mitteilte.

Menschen brauchen verlässliche Anlaufstellen

Gruppe von Frauen und Männern vor einem Gebäude
Informationsbesuch in der PSKB Frankenberg
Foto: Treffpunkte

KASSEL/WIESBADEN/FRANKENBERG (kobinet) Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) sind ein unverzichtbarer Bestandteil der gemeindepsychiatrischen Versorgung in Hessen. Darüber waren sich die Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes (LWV) Hessen, Susanne Simmler, sowie Vertreterinnen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen bei ihrem gemeinsamen Besuch der PSKB in Frankenberg einig. Gemeinsam mit Rita Henning, Geschäftsführerin des Liga-Arbeitskreises „Eingliederungshilfe“, und ihrer Stellvertreterin Brigitte Roth informierte sich Simmler über die Arbeit der Einrichtung des Kreisverbandes der Treffpunkte und tauschte sich mit Mitarbeitenden über aktuelle Herausforderungen aus. Der LWV ist heute – abgesehen von individuellen Trägerzuschüssen oder Drittmitteln – faktisch Hauptfinanzierer des PSKB-Systems in Hessen. Insgesamt stellte der LWV Hessen dafür im Jahr 2025 rund 7,7 Millionen Euro bereit. Dabei handelt es sich für den LWV um eine freiwillige Leistung. Gleichzeitig wächst der Unterstützungsbedarf im Bereich der psychosozialen Versorgung kontinuierlich. Vor diesem Hintergrund sehen LWV Hessen und Liga die langfristige Sicherung der PSKB als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe.