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kobinet-nachrichten
14.04.2008 - 00:05
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Kassel (kobinet) In einem offenen Brief des Gehörlosen Ortsbundes Kassel und Umgebung wird dem Integrationsamt Hessen vorgeworfen, Gehörlose im Arbeitsleben zu diskriminieren. Das Integrationsamt weigert sich, die üblichen Zuschüsse für Gebärdensprachdolmetscher am Arbeitsplatz zu bezahlen. Dolmetscherin im Arbeitsleben: dieses Bild wird es bald für Gehörlose an ihrem Arbeitsplatz in Hessen nicht mehr geben, befürchtet Karin Kestner.
Bundesweit gilt eine Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter für Zuschüsse, wenn für Gehörlose am Arbeitsplatz gedolmetscht wird. Seit Anfang 2003 waren es 40 Euro pro Stunde, seit Anfang 2008 dann 45 Euro. Nur Hessen beharrt weiter auf 40 Euro pro Stunde, obwohl die Honorarsätze der Gebärdensprachdolmetscher bundesweit in fast allen Bereichen auf 55 Euro nach dem Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz angestiegen sind.
"In Hessen spitzt sich im Moment die Lage zu. Als Gehörloser in festem Arbeitsverhältnis bekommt man für wichtige Gespräche am Arbeitsplatz in Kassel und Umgebung keine oder nur sehr schwer Dolmetscher. Entweder die Dolmetscher sind besetzt mit Aufträgen, die 55 Euro pro Stunde bringen, oder aber sie lehnen es gänzlich ab für 40 Euro zu arbeiten", heißt es in dem offenen Brief der Selbsthilfegruppe. Die Gehörlosen in Kassel und Umgebung sehen auf lange Sicht ihre Arbeitsplätze ohne Einsatz von Dolmetschern gefährdet, wenn nicht flächendeckend und in allen Bereichen die gleichen Honorarsätze gezahlt werden. sch
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