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kobinet-nachrichten 16.04.2008 - 00:30
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Förderschule besser als Gemeinschaftsunterricht

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Marburg/Lahn (kobinet) Für blinde Kinder bietet die Förderschule nach Ansicht des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) zurzeit bessere Bildungschancen als der gemeinsame Unterricht in der Allgemeinschule.

"In den Allgemeinschulen fehlen bislang das zusätzlich nötige Personal und die technische Ausstattung», sagte der Geschäftsführer des DVBS, Michael Richter, Medienberichten zufolge gegenüber der dpa. "Neben dem üblichen Stoff müssen nicht sehende Kinder die Blindenschrift, den richtigen Gebrauch von Hilfsmitteln und das Alleingehen mit dem Stock lernen", sagte Richter. Die Förderschulen seien darauf spezialisiert, in den allgemeinbildenden Schulen mangele es an den nötigen Voraussetzungen. "Ein gemeinsamer Schulbesuch mit nicht behinderten Kindern kann für Blinde nur mit Unterstützung durch Sonderpädagogen Erfolge zeitigen", erklärte Michael Richter. Daher hätten sich die Selbsthilfeverbände in Deutschland einstimmig für die Wahlfreiheit der Eltern zwischen Allgemein- und Förderschule ausgesprochen.

"Langfristig streben auch wir eine Schule für alle an, sie darf aber kein Sparmodell sein", hob der Jurist hervor. Das Geld, das durch den Wegfall der Internatskosten an den Förderschulen eingespart werden könnte, müsste für die zusätzliche Ausstattung der Allgemeinschulen eingesetzt werden. moh
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Wilfried Furian schrieb am 04.05.2008, 00:27

Sonderschule nicht Förderschule

Wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, Sonderschulen als Förderschulen zu bezeichnen. Und wieso wird das von den Betroffenen auch noch kommentarlos übernommen ?
Kinder die von der allgemeinen Schule auf eine "Förderschule" geschickt werden, werden ausgesondert, nicht um sie zu fördern, das passiert da nämlich nicht, sondern um sie los zu werden. Zur Ehrenrettung der Grundschullehrer, die diese Aussonderung mit zu verantworten haben, möchte ich schon festhalten, dass diese Lehrer häufig überfordert sind auch weil sie von der Politik und der Verwaltung allein gelassen werden.
Aber für alle die, die eine inklusive Bildung für unabdingbar halten, sollte auch sprachlich korrekt, Aussonderung als Aussonderung bezeichnet werden. Wir kommen sonst in Gefahr begründen zu müssen, warum wir gegen Förderung in Förderschulen sind.

Christiane Hagen schrieb am 03.05.2008, 00:15

Was nun, Ausgrenzung oder zusammen lernen?!

Guten Abend Herr Katsioulis und wer noch an diesen Nachrichten Interessse hat.

Ich erkenne auch an diesem Leserbrief das Sie und Andere sich nicht einig ist, ob man nun anders als Andere oder genauso "behandelt" werden will!

Ich bin gegen Abschiebung in die Förderschule, weil nur der Lehrer bzw. die Lehrerin aus der Haupt- und Grundschule dann ihre Ruhe vor dem Menschen mit einer Lernbehinderung hat.

Überall werden Menschen mit Handicap aktiv und kämpfen gegen Ausgrenzung und Abschiebung und Sie (Alle auf die ich gerade antworte) grenzen sich freiwillig ab!?

Mit freundlichem Gruß
Verbleibe ich
Ihre

Christiane Hagen

Wasilios Katsioulis schrieb am 20.04.2008, 22:18

Förderschule

Förderschulen sind notwendig solange der Gang zu Regelschulen für Behinderte verschlossen ist. Dies ist regelmässig dann der Fall wenn Adaption aufgrund der Behinderung fehlen (Hilfsmittel, I-Helfer, nicht auf Behinderungen ausgebildetes Lehrpersonal etc.)

Es wird vermutlich mehrere Jahre dauern bis für jede einzelne Behinderung die notwendige Adaption verfügbar ist. Wenn jedoch nicht jetzt damit begonnen wird, werden Menschen mit Behinderungen vermutlich weitere Jahrzehnte ausgegrenzt bleiben, in dem sie in Förderschulen "versteckt" werden.

Inge Rosenberger schrieb am 19.04.2008, 14:53

Förderschule besser?!?

Natürlich ist eine Förderschule besser, denn sonst könnten Kinder mit Behinderung doch gar nicht in die Schule gehen. Dieser "Logik" von Politikern und verantwortlichen Schulleitern und Schulamtsleitern "verdanken" wir dann solche Nachrichten: www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,17831/ticket,g_a_s_t
So lange Menschen so "denken", wird es keine Integration und schon gar keine Inklusion geben.
Und genau das ist der Grund, dass wir weiterhin auf die Ratifizierung der UN-Konvention warten müssen...




Christiane Hagen schrieb am 19.04.2008, 08:55

Abschieben statt fördern ist damals wie heute einf

Sehr geehrter Herr Zimmermann.
Ja, da kann ich auch mitreden allerdings ließ man mich, obwohl ich eine Klasse voraus war, in der "Sonderschule"
(8 Jahre, weil ich eine Klasse überspringen durfte) schmoren

Die Lehrer fühlen sich damals wie heute überfordert, sorgen aber nicht allgemein für Abhilfe sondern schreiben den Eltern des lernbehinderten Kindes, dass das Kind überfordert sei.

Immer brav die Schuld auf Menschen schieben, die nicht dafür können, heißt es in der Schule als auch im Kindergarten!

Gruß
Christiane Hagen

Markus Zimmermann schrieb am 17.04.2008, 15:43

Eine Frage der Motivation

Ich bezweifle, dass Förderschulen für Blinde und Sehbehinderte heute der richtige Weg sind. Allzu leicht wird der Anschluss an das übliche Pensum verpasst; die Mehrfachbelastung (Erlernen von Blindenschrift und Umgang mit Hilfsmitteln) werden nur verschoben. Und was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Es ist erwiesen, dass die Lernfähigkeit bis zum 12. Lebensjahr am größten ist.

Ich (2 % Sehrest) habe meine Grundschulzeit in einer primitiven Dorfschule in den 1970er Jahren geschafft, drei von vier Jahren übrigens in einer Gemeinschaftsklasse der Jahrgangsstufen 1-4. Trotz Gymnasialempfehlung landete ich auf staatliche Anordnung in der Blindenschule, wovon mich zum Glück eine weitsichtige Deutschlehrerin wieder entfernte. Den Rest meiner Schulzeit habe ich im Regelgymnasium verbracht - Assistenz war ebenso ein Fremdwort wie Computer.

Es ist letztlich alles eine Frage der Motivation von Schüler, Eltern und Lehrern. Eines aber ist sicher (das formulierte der blinde Musikleherer zutreffend): Ihr müsst ungefähr das Dreifache leisten. Und dann ist noch die Frage, ob das jemand anerkennen WILL.

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