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19.04.2008 - 09:20

Behinderte Kinder vernachlässigt.

Berlin (kobinet) In Berlin-Reinickendorf finden Eltern von Kindern mit Down-Syndrom keine Schule für ihre Kinder. Im März 2007 wurde die Berliner Schulaufsicht durch die "Selbsthilfegruppe 3mal21=Down-Syndrom Reinickendorf" darüber in Kenntnis gesetzt, dass es Probleme mit den Schulen gäbe. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Im September 2007 bemerkte auch die Schulaufsicht, dass Gefahr in Verzug war. Anstatt jedoch eine Schulleiterkonferenz einzuberufen und die ablehnende Haltung der Schulen zu erfragen, verschob man diese Konferenz auf Anfang April 2008. Erst zu diesem Zeitpunkt wurden die Schulleiter darüber informiert, dass man eine möglichst Wohnort nahe Schule für 3 Kinder mit Down-Syndrom suchen würde, da man wegen der fehlenden Ressourcen die Kinder an einer Schule bündeln müsse. Keiner der Grundschulen erklärte sich bis heute bereit, diese Kinder aufzunehmen.

Seit über einem Jahr versuchen Eltern von Kindern mit Down-Syndrom eine Schule für ihre Kinder zu finden. Mit Unterstützung der Selbsthilfegruppe 3mal21 begann man bei Schulleitungen nachzufragen, ob diese bereit seien, Kinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung integrativ zu beschulen. Die Sonderpädagogen, welche die Feststellungsverfahren dieser Kinder durchführten, unterstützen die Anträge der Eltern auf integrativer Beschulung. Dies wäre nur die logische Fortsetzung des integrativen Kitabesuches.

"Wann geht es endlich in die Köpfe der Pädagogen rein, dass Integration von allen in der Gesellschaft getragen werden müssen? Vor allem, da es im Schulgesetz §36(2) heißt: Integration vor Sonderschule", fragt Claudia Schirocki von der Selbsthilfegruppe 3mal21. "In letzter Zeit entnehmen wir den Medien, dass Kinder vermehrt von ihren Eltern vernachlässigt werden. Dies werfe ich den Reinickendorfern Schulen vor." hjr

Internetseite der SHG 3mal21
 

 
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