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kobinet-nachrichten 06.05.2008 - 07:10
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Protest für barrierefreie Arztpraxen

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Mainz (kobinet) Die Botschaft war klar, als gestern in Mainz Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen anlässlich des Europäischen Protesttages für die Gleichstellung behinderter Menschen vor der rheinland-pfälzischen Landesärztekammer protestierten: "Wir wollen wie alle anderen auch eine freie Arztwahl und deshalb brauchen wir einen barrierefreien Zugang zu den Arztpraxen".

Hauptärgernis der Betroffenen war, dass sich die Landesärztekammer weigert, eine Zielvereinbarung zu unterschreiben, die auf Initiative des ehemaligen Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, Dr. Richard Auernheimer, letztes Jahr entwickelt und bereits von einer Reihe der Verhandlungspartner unterzeichnet wurde. Die Zielvereinbarung sieht u.a. vor, das Informationen über die Zugänglichkeit von Arztpraxen erhoben und diese im Internet veröffentlicht werden. Zudem soll ein Beratungsangebot für Ärzte geschaffen werden, die ihre Praxen um- oder neu bauen wollen, damit diese von vorne herein barrierefrei gestaltet werden. Trotz des Protestes war gestern keine Zustimmung vom Präsidenten der rheinland-pfälzischen Landesärztekammer Prof. Dr. Hessenauer zu bekommen. Er stellte sich zwar mit einem Redebeitrag den Demonstranten, ließ es aber im vagen, ob die Kammer zukünftig bereit ist, die Zielvereinbarung zu unterzeichnen.

Marita Boos-Waidosch machte als Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz auf die Wichtigkeit von barrierefreien Arztpraxen aufmerksam. "Wenn ich mit meinem Enkel zu einem Hautarzt will, muss ich mich erst einmal auf die Suche machen, bei welchem ich überhaupt als Rollstuhlfahrerin reinkomme", so Marita Boos-Waidosch. VertreterInnen von Mensch zuerst aus Mainz forderten, dass sich die Ärzte mehr Mühe geben, Menschen mit Lernschwierigkeiten in leichter Sprache zu erklärten, worum es geht.

Der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, bot an, weiterhin im Prozess zu vermitteln, so dass es hoffentlich doch noch gelingt, dass die Kassenärztliche Vereinigung auch die Zielvereinbarung unterzeichnet. "Wir wollen heute hier keine Mauern aufbauen, sondern diese abbauen. Deshalb bin ich überzeugt, dass es uns auch gelingen wird, die letzten Steine aus dem Weg für die Zielvereinbarung zu räumen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung hat bereits eine große Bereitschaft zur Unterzeichnung der Vereinbarung signalisiert", so Miles-Paul. moh
 

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