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kobinet-nachrichten
06.05.2008 - 19:24
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org
Magdeburg (kobinet) Ein Schwerpunkt des 3. behindertenpolitischen Forums Sachsen-Anhalt war die unzureichende schulische Integration behinderter Kinder.
Das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern in der Schule müsse nach Ansicht des sachsen-anhaltinischen Landesbehindertenbeauftragten Adrian Maerevoet weiter ausgebaut werden. Maerevoet: "Bisher werden Menschen mit Behinderungen in Sachsen-Anhalt fast ausschließlich von den allgemein bildenden Schulen ausgeschlossen und in Förderschulen unterrichtet. Speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer über Förderzentren in die Klassen zu schicken, ist allenfalls ein erster Schritt. Ziel muss eine gemeinsame schulische Ausbildung unter einem Dach ohne Trennung voneinander sein". Deshalb stand das Forum in diesem Jahr unter dem Motto "Eine Schule für alle - auch in Sachsen-Anhalt?!"
Maerevoed sieht Sachsen-Anhalt bundesweit als das Land "mit dem höchsten Grad an Ausgrenzung von Schülerinnen und Schülern mit Behinderungen aus der allgemeinen Schule". Nur etwas 7 Prozent der rund 15500 behinderten Schülerinnen und Schüler würden integrativ beschult. In Brandenburg seien es rund 25 Prozent.
Der Anteil der Förderschüler an allen Schülern steige im Land ungebremst von Jahr zu Jahr. Während Sachsen-Anhalt gemessen an der Gesamtschülerzahl bereits bei 7,7 Prozent liegt, beträgt der Bundeswert lediglich 4,5 Prozent.
"Diese Trennung wird von vielen Menschen mit Behinderungen als diskriminierend angesehen. Nur wenn Kinder mit und ohne Behinderungen sich bereits in der Schule begegnen, können sie lernen, gemeinsam zu leben. Mit einer Schule für alle hätte jedes Kind die gleiche Chance auf Bildung, die schließlich der Schlüssel und die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben ist", so Maerevoet.
Auch der Landesbehindertenbeirat habe der Landesregierung empfohlen, die Separationspolitik an den Schulen umgehend zu beenden und allen Menschen gleiche Chancen einzuräumen. elba
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