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07.05.2008 - 10:45

Reiseerlebnisse mit der Deutschen Bahn.

Wien/Gelsenkirchen (kobinet) Erlebnisreisen sind ein fixer Bestandteil im Tourismus. Die Deutsche Bahn hätte in diesem Marktsegment gute Chancen.

Ein Bericht von Martin Ladstätter

Ein ganz normale Bahnfahrt von Wien über München, Essen nach Gelsenkirchen und zurück. Für jeden nicht behinderten Fahrgast wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches. Für mich als Rollstuhlfahrer die Quelle vielzähliger Erlebnisse.

Die Fahrt von Wien nach München verlief angenehm und bequem. "Interessant" wurde es in München, weil dort für das Aus- und Einsteigen ein Stapler verwendet wurde (siehe kobinet-Meldung vom 6. Mai).

Doch die Hinreise brachte noch weitere Überraschungen. Beim Umsteigen in Essen gab es Probleme, weil der eigentlich vorgesehene Zug nach Gelsenkirchen für mich aufgrund eines seit längerem defekten Aufzuges in Gelsenkirchen nicht benutzbar sei, wie man mir mitteilte.

Gelsenkirchner Unterwelt



Ich musste eine spätere Verbindung nehmen und erhielt dafür eine Gratisführung durch das unterirdische Gelsenkirchen - konkret die Teile unter dem Bahnhof. Grund war ein (oder derselbe?) Aufzug. Man begleitete mich durch die nicht mehr benützten Teile der ehemaligen Unterführungen, wo eine Menge von Gerümpel und Mist zum Vorschein kamen. Ich stelle mir so die Wiener Führungen auf den Spuren des legendären Films "Der dritte Mann" im Wiener Untergrund vor.

Auch die Rückreise hatte einiges zu bieten. Nach einer planmäßigen Fahrt von Gelsenkirchen nach Essen begann dort wieder der nicht im Fahrplan stehende Erlebnistourismus a la Deutsche Bahn.

Mein Ausflug in die erste Klasse



Ein sichtlich gestresstes Servicepersonal in Essen fand zuerst den Wagen mit dem Rollstuhlabteil im ICE nicht, fragte nach und brachte mich schlussendlich noch rechtzeitig vor Abfahrt ins Fahrzeug. Kleiner Schönheitsfehler: Es war der falsche Waggon - in der ersten Klasse - und für meine 10-stündige Rückreise hätte ich weder einen ordentlichen Rollstuhlplatz noch ein barrierefreies WC zur Verfügung.

Hektische Telefonate des Personals mit Kollegen. Das "großzügige" Angebot in der ersten Klasse bleiben zu dürfen, wird vom DB-Personal bei mir als "leider nicht möglich" abgelehnt. Doch Abhilfe ist gefunden. In Köln - nach knapp einer Stunde Fahrzeit - könne ich umsteigen; erfahre ich.

Neues Service: Umsteigen im Zug



Obwohl ich bei Zugfahrten schon einiges erlebt habe - Fahrten im Gepäckwaggon inklusive - überraschte die Deutsche Bahn mit einem neuen Service: Umsteigen IM Zug.

Ohne Voranmeldung ermöglichte das DB-Personal einen exakt getimten Umstieg in Köln. Innerhalb kürzester Zeit wurde ich aus dem Schnellzug gehoben und ins richtige Abteil des ICE wieder hinein gehoben. Mit perfektem Teamwork wurde der Fehler der Essener-Crew wieder kompensiert.

Meine Reise geht nun wie erhofft weiter und ich soll um 19.26 Uhr in Wien ankommen. Mein Bedarf an Erlebnissen ist auf jeden Fall für diese Reise gestillt.
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Uwe Heineker schrieb am 07.05.2008, 11:03

Getreu ...

... dem Motto des alten Slogans "Fahr lieber mit der Bundesbahn" ...

... UND DU KANNST ETWAS ERLEBEN ... :-) !!!

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