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16.05.2008 - 13:17

Blinde Schauspieler aus Marburg gestalten Schweizer Theaterfestival.

Marburg/Bern (kobinet) Die Theatergruppe "Nachtsicht" der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista) nimmt vom 24. bis 31. Mai 2008 am Festival "Begegnung im Dunkeln" im Berner "Museum für Kommunikation" in der Schweiz teil. Das Festival wird vom Museum in Kooperation mit dem Schweizer Blinden- und Sehbehindertenverband, der Deutschen Blindenstudienanstalt, der Stiftung für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche Zollikofen und dem Internet-Radiosender "Radio Blind Power" veranstaltet.

Die blinden Schauspieler aus Marburg präsentieren in der Schweizer Hauptstadt ihre neuen Stücke. "Langsam aber sicher schleicht sich leichte Nervosität bei den Mitgliedern der Theatergruppe ein", berichtet Rudi Ullrich von blista. Zwar überwiege die Vorfreude auf das, was da ab dem 24. Mai auf die 16 blinden und sehbehinderten Jugendlichen der Theatergruppe zukomme, aber ein wenig aufgeregt seien sie doch.

Drei Mitglieder der ehemaligen Theatergruppe "NullOptik" haben sich speziell für das Theater-Event wieder zusammengeschlossen und präsentieren ihr Tanztheaterstück "Vier". Die anspruchsvolle Bewegungs-Performance zum Thema "Kommunikation" wird an vier aufeinander folgenden Abenden im Museum präsentiert.

Ein weiterer Bestandteil des Festivals wird der "Dunkelraum" sein. Dort können Schulklassen Erfahrungen im Dunkeln sammeln. Schüler aus Zollikofen und Marburg werden die sehenden Jugendlichen in den Raum führen, sie dort mit unterschiedlichsten Dingen wie Instrumenten, Geräuschen, Berührung und Bewegung konfrontieren, um ihnen ein sinnliches Erlebnis im Dunkeln zu bescheren. Vor dem "Museum für Kommunikation" wird während des gesamten Festivals ein "Dunkel-Zelt" stehen mit einer "Dunkel-Bar", wo die Gäste von erfahrenen blinden Kellnern bedient werden, sich bei Getränken und Häppchen erholen und einmal in völliger Dunkelheit die Atmosphäre einer Kneipe schnuppern können.

Das "Radio Blind Power", ein Jugend-Webradio, das von blinden, sehbehinderten sowie sehenden Jugendlichen erfolgreich betrieben wird, berichtet während der gesamten Woche über alles, was im Dunkeln, aber auch im Hellen geschieht. hjr
 

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