
Ulm/Hollenbach (kobinet) Ende Mai fand in Ulm der 111. Ärztetag statt. Dieser befasste sich auf Antrag einer Ärztin und zweier Ärzte auch mit der Pflegesituation assistenzbedürftiger Menschen bei Krankenhausaufenthalten. Herausgekommen ist eine Entschließung, deren Text auf der Internetseite des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) veröffentlicht ist.
Kurze Zeit zuvor hatte die Präsidentin der hessischen Ärztekammer, Dr. Ursula Stüwe, in einem Brief an ForseA-Vorstandsmitglied Dr. Corina Zolle ebenfalls sehr deutlich gemacht, dass sie und die hessische Ärztekammer die Problematik erkannt hätten und Änderungen als sehr dringlich ansehen.
Dazu Elke Bartz, Vorsitzende des ForseA: "In den Jahren 2006 und 2007 haben wir die Kampagne 'Ich muss ins Krankenhaus … und nun?' durchgeführt. Hintergrund war, dass wir immer häufiger von Situationen der Unterversorgung erfahren haben, wenn Menschen mit Pflege- und Assistenzbedarf ins Krankenhaus mussten. Sie haben teilweise gravierende Folgeschäden hinnehmen müssen. Sogar von zwei Todesfällen wurde uns berichtet, weil im Krankenhaus nicht die richtige Pflege zur Verfügung stand". In erster Linie gehe es darum, dass Kostenträger wie zum Beispiel Sozialhilfeträger die Löhne und Lohnnebenkosten der AssistentInnen nicht mehr erstatten wollen, sobald die behinderte Arbeitgeberin bzw. der behinderte Arbeitgeber im Krankenhaus ist.
Mit der Kampagne habe ForseA "einen Stein ins Rollen" gebracht. "Wir bekommen nach wie vor große Resonanz zu diesem Thema. Dass die Deutsche Ärztekammer sich dieses Themas angenommen hat, freut uns natürlich sehr. Und vor allem die klaren Worte in der Entschließung beweisen, dass die Situation seitens der Ärztekammer richtig eingeschätzt wird. Unsere Hoffnung, dass assistenznehmende Menschen bald ohne zusätzliche Sorgen ins Krankenhaus gehen und ihre Assistenz mitnehmen können, wächst", so Bartz. hjr