
Berlin (kobinet) Die Leistungen der Eingliederungshilfe müssen sich nach Ansicht des christdemokratischen Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe am Menschen mit Behinderung orientieren. In einer heute veröffentlichten Pressemitteilung zur öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfereform erklärte der Beauftragte seiner Bundestagsfraktion für die Belange der Menschen mit Behinderungen, dass bei einer Reform ein personenzentrierter Hilfeansatz durchgesetzt werden müsse. Hierüber bestehe Konsens bei Betroffenen, Verbänden und in der Politik.
"Personenzentrierte Hilfe bedeutet, dass sich Maßnahmen und Leistungen am individuellen Bedarf des behinderten Menschen orientieren und nicht daran, welche Leistungen vor Ort bestehen. Damit kann jeder Mensch mit Behinderung selbst darüber bestimmen, wo er beispielsweise wohnen und arbeiten möchte", betonte Hüppe.
Notwendig sei der weitergehende Ausbau ambulanter Wohnformen. Ambulantes Wohnen ermögliche Menschen mit Behinderungen ein hohes Maß an selbstbestimmter Lebensführung und damit gesellschaftlicher Teilhabe. Leistungen der ambulanten Eingliederungshilfe seien zudem meistens kostengünstiger. Für seine Bundestagsfraktion stehe hierbei die Teilhabe behinderter Menschen im Vordergrund und nicht die Kosten. Es sei wichtig, dass jeder Betroffene selber entscheiden könne, wie und wo er sein Leben führen möchte.
Ein weiteres Problem, dass bei einer umfassenden Reform der Eingliederungshilfe aufgegriffen werden muss, ist nach Ansicht des Abgeordneten die Zersplitterung der Kostenträgerlandschaft. "Viele behinderte Menschen erhalten die Hilfe, die sie benötigen oft nicht oder nur nach zermürbenden Ringen mit den entsprechenden Leistungsträgern. Grund hierfür ist häufig das Verhalten der Träger, die sich die Verantwortung gegenseitig zuschieben, da aufgrund der zahlreichen Leistungen oft keine klaren Abgrenzungen der Zuständigkeiten zwischen den einzelnen Trägern möglich sind", so Hüppe.
Die sogenannten Gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation, die Menschen mit Behinderungen durch das System der Leistungsträger lotsen sollen, kämen ihrer Funktion nur in seltenen Fällen ausreichend nach. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. sch
Dorothee Kroos schrieb am 04.06.2008, 14:54
Meine Tochter Angela ( 29J ) leidet nach einer notwendigen Hirnoperation an einer Halbseitenlähmung und einer globalen Aphasie. Folgen dieser OP sind ein Dauerkatheter (Urinbeutel), Epilepzie und zeitweise bei Stress und Überforderung Spastiken in der rechten Hand und dem rechten Fuß. Meine Tochter hat auf Grund der schwierigen Gesammtsituation bis November 2007 in Kliniken sich aufhalten müssen.
Die Rehakliniken und Behindertenwohnheime kamen für Angela und uns als Familie nicht Inbetracht. Der Wunsch den weiteren Genesungsweg und die weitere Lebensplanung möglichst individuell und eigenverantwortlich planen zu können hat uns veranlaßt, den Lebensmittelpunkt in Angelas eigene Wohnung zu legen. Ich habe als gesetztliche Betreuerin beim LWL ein persönliches Budget zur Assistenz ( 20Std. die Woche) bewilligt bekommen. Nachdem Angelas Krankengeldanspruch abgelaufen ist, habe ich beim AA Arbeitslosengeld beantragt und bewilligt bekommen. Den damit gesetzlich notwendigen Antrag auf berufliche und medizienische Reha wurde vom AA an die DRV weitergeleiten und nichts mehr geschah.
Um eine Planungssicherheit zu bekommen, habe ich über das Service Center der DRV einen Antrag auf Trägerübergreifendes persönliches Budget gestellt. Nach mehrfachem Nachfragen und Drängen fand heute das Bedarfsfeststellungsgespräch statt. Die KK, LWL waren anwesend, die Vertreter des AA und der DRV haben kurzfristig abgesagt. Die Krankenkasse hat eine Gutscheinlösung für die medizienisch notwendigen Verordnungen als nicht budgetierfähig abgelehnt. Weitere Klärungen waren nicht möglich, da die Beauftragten nicht erschienen sind. Ich habe den LWL aufgefordert erneut einzuladen.
Da die guten Fortschritte, die Angela bisher erreicht hat und die für diesen Fall ungewöhnliche Eigenständigkeit die bereits gelebt wird auf dem Spiel steht, kann ich nur hoffen, dass mir die Kraft des Weiterkämpfens erhalten bleibt und mir Ideen einfallen, damit ich nicht den absurden Weg der Heimunterbringung gehen muß.
Inge Rosenberger schrieb am 03.06.2008, 16:18
Irgendwie sieht jede/r Politker/in in jeder Partei, wo die Probleme liegen - und irgendwie sind sich alle Parteien einig.. und doch warten wir auf Änderungen im Sinne unserer (zum Teil erwachsenen) Kinder immer noch vergebens.