
Wiesbaden (kobinet) Große Zustimmung der Verbände findet ein Gesetzentwurf von Sozialdemokraten und Grünen zum betreuten Wohnen in Hessen. Das erklärte der behindertenpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Andreas Jürgens, nach einer Anhörung im Sozialpolitischen Ausschuss.
"Bei unserem Ziel, für behinderte Menschen in Hessen verlässliche Hilfen zur Verfügung zu stellen, sind wir auf dem richtigen Weg. Der Gesetzentwurf von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Verbleib der Zuständigkeit für das betreute Wohnen für Menschen mit Behinderung beim Landeswohlfahrtsverband fand heute große Zustimmung in der Anhörung des Sozialpolitischen Ausschusses. Alle Behindertenverbände, Organisationen der Selbsthilfe und alle Wohlfahrtsverbände begrüßen unseren Ansatz, die Zuständigkeit für die stationäre Hilfe im Heim und das betreute Wohnen in der eigenen Wohnung oder einer Wohngemeinschaft in einer Hand zu belassen. Da das Gesetz bisher zum 1. Januar 2009 einen Übergang der Zuständigkeit für das betreute Wohnen auf die Kreise und kreisfreien Städte vorsieht, muss der Landtag dies korrigieren, um unabsehbare Folgen für die betroffenen Menschen zu vermeiden", erläuterte Andreas Jürgens.
Der Abgeordnete verband damit die Hoffnung, dass auch die kommunalen Spitzenverbände, die sich gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen haben, weiterhin ihren Beitrag für eine an den Bedürfnissen der Menschen orientierte Behindertenhilfe leisten werden.
Für den Verbleib des Betreuten Wohnens für Menschen mit Behinderung in der Zuständigkeit des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) hatte sich bei der Anhörung zu Wochenbeginn LWV-Landesdirektor Uwe Brückmann eingesetzt. Mit dem Ausbau des Betreuten Wohnens setze der LWV mit großem Erfolg den Grundsatz "ambulant vor stationär" in die Praxis um. Damit, so Brückmann, orientiere sich die Behindertenhilfe stärker denn je an den Bedürfnissen ihrer Zielgruppe, denn Menschen mit Behinderung strebten nach mehr Selbstbestimmung und nach mehr Selbstständigkeit.
Zu übereinstimmenden und eindeutigen Voten für den LWV seien sowohl Selbsthilfevereinigungen behinderter Menschen wie auch Leistungsanbieter der Behindertenhilfe gekommen. "Auch der Hessische Rechnungshof und die Fachkommission Betreutes Wohnen als unabhängige Instanzen haben dem Verband eine erfolgreiche Arbeit bescheinigt, mit dem die Umstrukturierung von stationären in ambulante Hilfen gelingt", sagte der LWV-Chef vor den Abgeordneten. Die Zukunft der Behindertenhilfe liege dabei nicht bei einer starren Trennung zwischen stationären und ambulanten Hilfen, sondern in fließenden Übergängen: "Die Hilfen müssen je nach Bedarf und Lebenslage flexibel anpassbar sein." sch