
Manchester (kobinet) Die völlig neu formierte Nationalelf des Deutschen Behindertensportverbandes ist in Manchester eingetroffen, wo von Sonntag bis zum 2. August die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wird. Bundestrainer Dietmar Schacht sagte vor der Abreise im Interview mit FUBA-NET: "Wir gehören nicht im Ansatz zum Favoritenkreis. Aber vielleicht können wir für die eine oder andere Überraschung sorgen."
Das Team hat ein ganz anderes Gesicht. Die Leistungsträger Demir, Müller, Blum und vor allem Skorna sind nicht mehr dabei. "Es sind hungrige neue Spieler hinzugekommen", so Schacht. "Die Jungs sind sehr diszipliniert und zeigen dennoch ein hohes Engagement auf dem Platz. Die Kondition konnte enorm verbessert werden, weil sich die meisten Spieler an meine Trainingspläne gehalten und daheim gut gearbeitet haben. Wir dürfen nicht vergessen, dass kein Spieler in einem Verein regelmäßig trainiert."
Der Fußball-Sport der "Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen" stand 2006 in Deutschland mit der WM im eigenen Land hoch im Kurs. Vom Sommermärchen der Ballacks und Lahms berauscht, zog die INAS-FID WM damals so viele Zuschauer in deutsche Stadien wie keine Sportveranstaltung für Menschen mit Behinderung je zuvor. Eine enorme Medienaufmerksamkeit - der WDR übertrug alle Spiele der deutschen Kicker sowie das Finale live im Fernsehen - machte die beachtlichen Leistungen von Menschen mit einer Behinderung in den deutschen Wohnzimmern präsent.
Nachdem das Blitzlichtgewitter erloschen war, fielen Skorna, Timm und Co auf den Boden der Tatsachen zurück. Eine Nachsorge oder gezielte auf die besondere Begabung ausgerichtete Betreuung im sozialen Umfeld konnte kein Verband aus dem Veranstalter-Tandem der WM leisten, weder der Deutsche Behindertensportverband noch die Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ein geregelter Spielbetrieb in Form einer Bundesliga blieb ein Wunschgedanke. Zu allem Überfluss wurde der dritte WM-Platz (kobinet 16.9.06) aufgrund zunächst fehlender dann falscher Registrierungsunterlagen durch den Weltverband aberkannt. sch
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