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22.07.2008 - 09:06

82 Tage ohne Fahrstuhl.

Berlin (kobinet) Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg ermittelte die S-Bahnhöfe mit den längsten Aufzugstörungen, berichtet heute die Berliner Zeitung. Gäbe es einen Preis für den Berliner S-Bahnhof mit den längsten Fahrstuhlausfällen, ginge er in den Prenzlauer Berg, so das Hauptstadtblatt: Denn nirgendwo sonst waren die Aufzüge im vergangenen Jahr so lange außer Betrieb wie auf der Ringbahnstation Storkower Straße. Dort summierten sich alle Störungen auf nicht weniger als 82 Tage. Damit führt sie die Rangliste der S-Bahnhöfe mit den gravierendsten Aufzugstörungen an. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat das Ranking erstellt. "Das Ausmaß der Ausfälle ist beängstigend", sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz der Berliner Zeitung.

Auf dem zweiten Platz der Negativ-Rangliste steht der Bahnhof Alexanderplatz. Dort waren die Fahrstühle laut Verkehrsverbund 64 Tage außer Betrieb. Danach folgen die Stationen Potsdamer Platz (60 Tage) sowie Karlshorst (59 Tage). "In Karlshorst stand der Aufzug den gesamten November über nicht zur Verfügung", meldete der VBB-Chef. Auf Platz fünf steht der S-Bahnhof Westhafen mit 57 Störtagen.

Aufzugstörungen verunsichern viele Fahrgäste, nicht nur Rollstuhlfahrer, auch Reisende mit Kinderwagen oder Gepäck. "Sie können sich nicht darauf verlassen, dass sie ihren Abfahrts- oder Zielbahnhof wie geplant nutzen können", sagte Franz. "Diesen Zustand können wir nicht tolerieren." Schließlich wachse der Anteil der Fahrgäste, die in ihrer Mobilität beschränkt sind - und Berlin habe den Anspruch, Schritt um Schritt barrierefrei zu werden.

Dieses Ziel verfolgt auch die S-Bahn. Von den 166 Stationen, in denen ihre Züge halten, gelten mehr als 130 als barrierefrei. Sie sind entweder ebenerdig - oder sie verfügen über Rampen beziehungsweise Aufzüge (oft haben sie auch beides). "Aber gegen mutwillige Zerstörungen sind wir machtlos", sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Vandalismus sei das größte Problem, auch an der Storkower Straße. "Dort wurden in den Aufzugkabinen ganze Farbeimer ausgekippt. Die Farbe lief in die Technik hinein und verursachte Schäden." Zudem würden die Fahrstühle oft für den Transport schwerer Lasten missbraucht. Bei der S-Bahn gelte: Nach spätestens 48 Stunden soll die Aufzugstörung möglichst behoben sein. Bei dem Fahrstuhl zwischen dem Bahnsteig und der Fußgängerbrücke, der sich in der Obhut der S-Bahn befindet, habe das auch geklappt. Er war im vergangenen Jahr 22 Mal gestört - insgesamt 171 Stunden lang. Priegnitz: "Die durchschnittliche Ausfalldauer betrug also 7,8 Stunden."

Doch die S-Bahn ist nicht für alle Fahrstühle verantwortlich, die sich auf ihren Stationen befinden. So ist es auch hier: Die beiden anderen Aufzüge im S-Bahnhof Storkower Straße, die von der Fußgängerbrücke auf die benachbarten Straßen herabführen, gehören dem Senat. Der eine war 2007 acht Mal für 488 Stunden außer Betrieb, der andere 32 Mal für 1 332 Stunden, teilte der S-Bahn-Sprecher mit. Experten fordern Wartungsverträge, die zu einer schnelleren Reparatur verpflichten.

Auf den Bahnhöfen Alexanderplatz und Potsdamer Platz, wo die Aufzüge entweder der S-Bahn oder der Deutschen Bahn gehören, führen Überlastungen ebenfalls zu Problemen. "Auch dort haben wir die Erfahrung gemacht: Möglichst viele Menschen mit möglichst viel Gepäck und möglichst vielen Fahrrädern drängen sich in die Fahrstühle", berichtete Ingo Priegnitz. "Das hält die beste Technik nicht aus." sch

Aufzugsstörungen bei der BVG
Aufzugstörungen bei der S-Bahn

 

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