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23.07.2008 - 00:54

Aus dem Logbuch des Ueckermünder Rolliseglers.

Berlin (kobinet) Logbuch bei einem Segeltörn mit dem Kielkreuzer "Wappen von Ueckermünde" auf der Ostsee hat die Berlinerin Andrea Schatz geführt, aus dem kobinet heute Auszüge veröffentlicht. Über die Crew auf dem ersten behinderten- und rollstuhlgerechten Großsegelschiff Deutschlands bei diesem Törn bemerkte sie:
6 von uns sind körperbehindert (davon 2 mit Rollstuhl), einer hat Lernschwierigkeiten und körperliche Einschränkungen und einer ist nicht behindert.

Den aufregendsten Augenblick bescherte ein aufkommender Sturm: In der Kombüse fliegen Becher, Kannen und Rosinen durch die Gegend und die Töpfe hängen zeitweise in der Luft. Das Kochen musste abgebrochen werden. Unter Aufbietung aller Kräfte und mit artistischen Fähigkeiten retten Karin und Dagmar die Töpfe mit dem kostbaren, halb garen Essen und sichern sie in Spüle und Topfunterstand.
Das Mittag wird verschoben und eine Notversorgung mit geschmierten Broten, Zwieback, Bananen, Äpfeln und 5-Minuten-Terrine eingerichtet.

Das Schiff hat eine Krängung (Seitneigung) bis zu 30° - "gefühlte 45°", meint Sandy, aber alle freuen sich über das tolle Segelfeeling und die flotte Fahrt von 7,80 Knoten (14 km/h).
 

Foto zeigt Jonas mit der Kamera auf hoher See
Kamera immer dabei (Foto: Privat)

Das Fazit der Reise von Ueckermünde nach Swinemünde und zurück, über die Sohn Jonas einen Film gedreht hat, beschrieb Andrea Schatz so:
Es war für alle ein großartiges Erlebnis!
Der Rollisegler machte seinem Namen alle Ehre. Bis auf kleine Verbesserungsmöglichkeiten ist er perfekt auf die Bedürfnisse behinderter Menschen eingerichtet.
Schiffsführer und Steuerfrau waren sympathisch, geduldig, erfahren und hilfsbereit.
Die Atmosphäre in der Crew war sehr harmonisch.
Das Mittagessen war zwar immer köstlich, aber zu aufwendig. Es wäre praktischer, weniger oder nur abends im Hafen zu kochen.
3 Tage sind eindeutig zu kurz, da einige Stunden des 1. Tages von Beladen, Einräumen und Einweisen in Anspruch genommen werden und am 3. Tag vom Packen, Ausräumen, Reinigen und Ausladen.
3 unbelastete Tage auf See sollte man sich mindestens gönnen.
Ins Auge gefasst wurden bereits neue Segeltörns, z. B. der "Wiesenbader Schwungbeine" und des Netzwerks behinderter Frauen. sch

Weitere Informationen siehe  www.rollisegler.de 
 

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