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kobinet-nachrichten
15.08.2008 - 04:39
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Mainz/Montabaur (kobinet) Für die Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, Marita Boos-Waidosch, war es bei ihrer Zusage zur Teilnahme an einer Veranstaltung in Montabaur vor einigen Wochen keine Frage, dass sie als Rollstuhlnutzerin mit der Deutschen Bahn nach Montabaur fahren kann, denn schließlich hält dort der ICE. Das Erwachen kam jedoch als sie ihre Fahrt buchen wollte, denn in Montabaur wurde zwischenzeitlich der Service für den Ein- und Ausstieg am Bahnhof gestrichen.
"Zurück ins Leben! Daheim statt im Heim" hieß der vielversprechende Titel der Veranstaltung, an der Marita Boos-Waidosch in Montabaur als Podiumsteilnehmerin teilnehmen und über ihre Erfahrungen mit der Nutzung des Persönlichen Budgets berichten wollte. Doch daraus wurde nichts, denn ohne die Ein- und Ausstiegshilfe in Montabaur durch die Deutsche Bahn musste die Elektrorollstuhlnutzerin ihre Reise absagen und auf die Teilnahme verzichten. "Ich bin stinkesauer, denn ich hätte nie im Leben damit gerechnet, dass es an einem gut gestalteten ICE-Bahnhof keinen Ein- und Ausstiegsservice der Deutschen Bahn gibt. Das wurde uns zugesichert und ärgert mich total", erklärte Marita Boos-Waidosch. Anscheinend wäre der Service für den Ein- und Ausstieg von RollstuhlnutzerInnen vor einigen Wochen in Montabaur eingestellt worden. "Es kann doch nicht sein, dass die Deutsche Bahn ständig ihren Service ändert und wir RollstuhlnutzerInnen dauernd mit neuen Unwegbarkeiten konfrontiert sind", ärgerte sich die Mainzer Behindertenbeauftragte. "Das zeigt ganz praktisch wieviel wir in Deutschland noch zu tun haben, dass behinderte Menschen wirklich mitten in der Gesellschaft leben können, denn genau darum geht es, dass ständig irgendwelche Barrieren im Weg stehen und zum Teil noch neu errichtet werden."
Der Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, brachte den Ärger von Marita Boos-Waidosch bei der Veranstaltung in Montabaur ein und unterstützte das Anliegen von Marita Boos-Waidosch. Er versprach bei der Deutschen Bahn nachzuhaken und entsprechenden Druck zu machen, dass diese Situation wieder geändert wird. moh
Artur Ortega schrieb am 15.08.2008, 17:54
Das erinnert mich an eine Meldung vom 15. Jan 2008:
"Nicht die Bahn, sondern jeder selbst ist dafür verantwortlich, problemlos in einen Zug zu gelangen. Das entschied ein Gericht, nachdem eine ältere Frau in einem ICE gestürzt war. Die Bahn muss auf ihren Bahnhöfen keine Mitarbeiter bereitstellen, die Hilfsbedürftigen beim Einsteigen zur Hand gehen. Ältere und andere Fahrgäste, die sich nicht so gut bewegen können, müssen sich selbst darum kümmern. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf entschieden, teilt der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin mit (Az.: I-19 U 10/06)."
Quelle: www.netzeitung.de/reise/877133.html
Seit dem nun die Deutsche Bahn die richterliche Bestätigung hat, dass ihr Verhalten korrekt sei, ist das nur die logische Konsequenz... ;)
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