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kobinet-nachrichten 20.08.2008 - 00:01
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Facharztversorgung in Pflegeheimen sicherstellen

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Wiesbaden (kobinet) Als "absolut inakzeptabel" bezeichnete der Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium, Gerd Krämer, die Haltung der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) im Zusammenhang mit der fachärztlichen Versorgung von Pflegeheimen.

"Als Körperschaft öffentlichen Rechts hat die KVH einen eindeutigen Auftrag. Sie ist verpflichtet, die fachärztliche Versorgung alter Menschen in Pflegeheimen sicherzustellen", so Staatssekretär Krämer. "Nach ihren Äußerungen in der Sendung ‚Report aus Mainz' habe ich die Vorsitzende der KVH sofort zu einem Gespräch einbestellt. Es gibt dringlichen Klärungsbedarf." Wer erkläre, dass Fachmediziner aufgrund der geringen Vergütung von Hausbesuchen diese auch bei alten und schwachen Menschen nicht mehr durchführen könnten, der müsse sich die Frage gefallen lassen: "Wer hat denn die Vergütung ausgehandelt? Es war die Kassenärztliche Vereinigung selbst", stellte Krämer klar.

Darüber hinaus sei es unerträglich, Fachmediziner, die die Besuche Pflegebedürftiger pflichtgemäß unternähmen eines "Helfersyndroms" zu bezichtigen, das man sich heute an sich nicht mehr leisten könne. Wer so spricht, schadet öffentlich dem Ansehen der Ärzteschaft".

"Auch in schwierigen Zeiten muss Menschlichkeit immer Vorrang haben. Bei uns hat jeder Mensch ein Anrecht auf eine fürsorgliche und gute Behandlung unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht", so Krämer weiter. Krämer fordert die Kassenärztliche Vereinigung auf, unverzüglich aufzuzeigen, in welchen Bereichen eine fachärztliche Betreuung von Pflegeheimen nicht mehr gewährleistet sei. Die KV habe unverzüglich dafür zu sorgen, dass mögliche Missstände sofort behoben würden. "Ich erwarte, dass die Kassenärztliche Vereinigung die fachärztliche Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Heimen sicherstellt. Kommt sie dieser Aufgabe nicht nach, stellt sie ihre Existenz als Körperschaft öffentlichen Rechts in Frage", machte der Staatssekretär deutlich. "Die Hessische Landesregierung wird es nicht hinnehmen, dass wehrlose, alte und kranke Menschen für die Durchsetzung finanzieller Interessen missbraucht werden. Das werden wir mit allen politischen und rechtlichen Mitteln zu verhindern wissen", so Krämer abschließend in einer Presseerklärung.

Hintergrund:

In der Sendung "Report aus Mainz" vom 18.8. 2008 hat die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Dr. Margita Bert, die Position der KVH zur Frage fachärztlicher Versorgung in Altenheimen dargestellt. Ein Auszug aus dem Bericht:

Reporter: "Die Vorstandsvorsitzende der kassenärztlichen Vereinigung Hessens, Dr. Margita Bert, fordert daher mehr Geld für die Hausbesuche der Ärzte. Damit, so die Logik, könnten überflüssige und teure Transporte verhindert werden."

Dr. Margita Bert, Vorstandsvorsitzende Kassenärztliche Vereinigung Hessen: "Früher hat ein Arzt nicht betriebswirtschaftlich gedacht, er hat nur sein Helfersyndrom gehabt. Aber das kann sich ja heute keiner mehr leisten."

Reporter: "Also den Ärzten geht es heute schlecht?"

Dr. Bert: "Schlechter als früher in jedem Fall."

Reporter: "Aber so schlecht, dass man jetzt nicht mehr Hausbesuche in Pflegeheimen machen kann?"

Dr. Bert: "Nein, so kann man es auch nicht sagen. Ich glaube, da geht es zum Teil auch um ein Prinzip, dass man sich nicht mehr ausbeuten lassen möchte."

Reporter: "Aber das geht dann zu Lasten der alten Menschen?"

Dr. Bert: "Ja, die Kassen könnten ja etwas dagegen tun."
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

van Helsing schrieb am 25.08.2008, 03:20

Die "armen" Ärzte

In der BRD gibt es ca. 180000 Niedergelassene Fachärzte.
Diese verdienen lt. eigener Aussage ca. 100000 - 680000 EURO.
Unkosten wie Sach- und Personalkosten abgezogen,
pro Jahr je nach Fachrichtung.
Hiervon geht noch etwas ab als Rücklage für die eigene Sozialversicherung, wie Rente und Privat -Krankenkasse.
Da diese Sozialkasse von Standesorganisationen geführt werden,
träumt Otto - Normalo von diesen Beiträgen.
Da Maß ist voll für den Beitragszahler.
Das dürfen die "Fach"- ärzte unter sich ausmachen.
Wer viel hat, gibt den anderen der wenig hat, etwas ab von seinen Pfründen.
Oder warum muss bei diesen Klientel die Schere sich auf
ca. 600000 EURO unterscheiden?
Wenn dann noch die Herren und Damen Chefärzte in den Krankenhäuser ihren armen "Hungerleider" etwas abgeben würde,
wären alle zufrieden.


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