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kobinet-nachrichten
25.08.2008 - 00:31
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Köln (kobinet) "Selbstbestimmt leben - selbstbestimmt lieben!" Unter diesem Motto fand letzte Woche eine Sondersitzung des Sozialausschusses des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) zu Partnerschaft, Liebe und Sexualität von Menschen mit Behinderung in Köln statt. Bei der Veranstaltung mit über 400 TeilnehmerInnen ging es u.a. um die Unterstützung auf dem Weg zu selbstbestimmter Partnerschaft und Sexualität.
Partnerschaft, Liebe und Sexualität gehören zum Leben eines jeden Menschen. Dies gilt selbstverständlich auch für Menschen mit Behinderung. Im Kölner Horion-Haus des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) hat nun eine Veranstaltung statt gefunden, die sich diesem Thema widmete. Die Resonanz dieser Sondersitzung des LVR-Sozialausschusses zeigte, wie sehr das Thema unter den Nägeln brennt: Rund 400 politische Vertreterinnen und Vertreter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe und Menschen mit Behinderung kamen, um sich zu informieren und auszutauschen, heißt es in der Presseinformation zu der Veranstaltung des LVR.
"Ziel ist es, verschiedene Blickwinkel und Positionen zu beleuchten und Lösungen zu finden, die den Weg zu selbstbestimmter Partnerschaft und Sexualität von Menschen mit Behinderungen erleichtern helfen", so Dorothee Daun, die Vorsitzende des LVR-Sozialausschuss. Zehn Referentinnen und Referenten gaben Einblicke in die unterschiedlichen Facetten des Themas, präsentierten Fallbeispiele und regten zur Diskussion an. Dabei ging es insbesondere um die Darstellung des Themas Sexualität von Menschen mit Behinderung aus der Sicht von Menschen mit Behinderung. In ihrem Beitrag "Wir fordern: Nicht über uns, nicht ohne uns" berichtete etwa Anita Kühnel vom "Mensch zuerst-Netzwerk" des Vereins People-First Deutschland aus Kassel von ihren Erfahrungen.
Dass das Thema in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Focus der Öffentlichkeit gerückt ist, zeigen verschiedene Praxisbeispiele: Partnerbörsen für Menschen mit Behinderung und sexualpädagogische Beratungs- und Fortbildungsangebote. Dennoch sind weitere Schritte notwendig, die den Weg zu einer selbstbestimmten Sexualität und Partnerschaft von Menschen mit Behinderung ebnen. Darin waren sich alle Beteiligten einig. Notwendig seien vermehrte Angebote zur Sexual- und Partnerschaftsberatung, Aufklärung und Identitätsentwicklung wobei auch die Spezifika weiblicher und männlicher Lebenslagen zu berücksichtigen seien, wie das von Frau Prof. Krause-Girth, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit, vorgestellte Forschungsprojekt zeigen konnte, heißt es in dem Bericht des LVR.
Mit der Resonanz der Veranstaltung zeigte sich Martina Hoffmann-Badache, LVR-Sozialdezernentin, sehr zufrieden. "Wir hoffen, mit unserer Veranstaltung dazu beizutragen, dass das Thema `Sexualität von Menschen mit Behinderung´ in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erlangt", so Hoffmann-Badache. "Denn noch immer wird das Thema in der Gesellschaft tabuisiert."
Zur Veranstaltung wird eine Dokumentation erscheinen. Diese kann per Mail bei sebastian.bohmann@lvr.de vorbestellt werden. moh
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