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kobinet-nachrichten 15.09.2008 - 00:01
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Zugänglichkeit für alle auf der Frankfurter Zeil

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Frankfurt am Main (kobinet) Warum die geplanten neuen Pavillons auf der Frankfurter Zeil nicht konsequenter barrierefrei gestaltet werden, das fragt sich die Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft (FBAG). Die Architektur solle das gesellschaftliche Ziel der Zugänglichkeit für Alle im öffentlichen Raum sichtbarer machen.

Die Haupteinkaufsmeile von Frankfurt am Main, die "Zeil", ist gerade dabei, sich zu verschönern. Dazu gehören Abriss und Neubau der Pavillons mit Gaststätten und Imbiss-Betrieben. An den Bauzäunen hängt schon ein Bild der künftigen Pavillons: Klare, transparente Baukörper, davor jeweils eine Terrasse, alles auf eine Art Podest gesetzt. Dieser Entwurf des Architekturbüros Ferdinand Heide hatte im Architekten-Wettbewerb den Zuschlag bekommen. Barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Pavillons war dabei ein Kriterium. So ist eine breite Automatiktür zwischen Terrasse und Innenraum vorgesehen, zu den WCs (auch behindertengerechtes WC) im Keller führt ein Aufzug, Durchgänge und Bewegungsflächen sind alle wunderbar DIN-Norm-gerecht. Der Haken an der Planung: Weil Terrassen und Baukörper erhöht auf dem Podest stehen, wird rund herum eine Stufe sein. Als Zugang auf das Podest sieht der Entwurf nur eine Rampe am Ende der Terrasse vor.

Diese Rampe reicht nach Meinung der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft FBAG nicht aus. Ein Besucher, der auf Schwellenfreiheit angewiesen ist, sieht ja erst einmal die Stufen vor den Hauptzugängen und muss um den Pavillon herum gehen, um zur Rampe zu gelangen. Wenn im Sommer Restaurantbetrieb auf der Terrasse ist und sie voller Tische und Stühle steht, ist fast abzusehen, dass sich Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle rund um die Rampe stauen werden. Ein Durchkommen für Menschen mit Behinderung könnte dann nur noch schwer möglich sein.

Grundsätzlich stellt sich für die FBAG die Frage: Muss eine solche Stufe sein? Warum baut man an einer so prominenten Stelle in der Stadtmitte nicht konsequent barriere- und schwellenfrei? Barrierefreiheit und damit auch Zugang zu Gebäuden für alle möglichst in der allgemein üblichen Weise ist doch ein gesellschaftliches Ziel, zu dem sich die Stadt Frankfurt in vielen Beschlüssen und Initiativen bekannt hat. Es müsste doch eine Aufgabe von städtischer Architektur sein - zumal bei Neubauten an so prominenten Orten wie der Zeil - für dieses gesellschaftliche Ziel einen baulichen Ausdruck zu finden, meint die Sprecherin Bauen und Wohnen der FBAG, Susanne Bell.

Als der Entwurf Anfang des Jahres im Ausschuss Planung, Bau und Wohnungsbau der Stadtverordnetenversammlung vorgestellt wurde, hatten bereits Susanne Bell im Namen der Behindertenarbeitsgemeinschaft sowie Stadtverordnete verschiedener Parteien ihre Bedenken vorgetragen und die Überarbeitung des Entwurfs gefordert. Auf erneute Nachfrage hin sagte das Architekturbüro nun zu, die Möglichkeit einer zweiten Rampe an der gegenüberliegenden Seite zu prüfen, und gab als Auflage an, dass der Durchgang frei gehalten werden müsse. Dennoch: Die Neubauten der Pavillons wären eine Chance für konsequente Umsetzung von Barrierefreiheit gewesen. Diese Chance scheint man leider nicht nutzen zu wollen. moh
 

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