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15.09.2008 - 19:57

Bemühungen um schulische Inklusion verstärken.

Marburg (kobinet) Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, hat heute erneut gefordert, dass hierzulande die Bemühungen bei der gemeinsamen Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder verstärkt werden müssen. Die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete besuchte das Gymnasium für Blinde und Sehbehinderte in Marburg.

Beeindruckt zeigte sich die Beauftragte der Bundesregierung von dem breiten Angebot und den vielfältigen Fördermöglichkeiten der Deutschen Blindenstudienanstalt e.V. (blista) in Marburg. "Die blista ist ein Edelstein, der weit über Hessen hinausstrahlt und wo vorbildliche Arbeit geleistet wird", so die Politikerin im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern, die das einzige grundständige Gymnasium für Sehbehinderte und Blinde von Klasse 5 - 13 in Deutschland besuchen.

Im Gespräch mit Schülern und Eltern unterstrich Evers-Meyer, dass ihr die Verbesserung der Integration behinderter Kinder sehr am Herzen liege und dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch erheblichen Nachholbedarf habe. So forderte sie erneut, dass hierzulande die Bemühungen bei der gemeinsamen Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder verstärkt werden müssen. "Ich will mir im Ausland nicht mehr sagen lassen, dass Deutschland nur gut im Aussondern, nicht aber im Integrieren ist", so Evers-Meyer. "An oberster Stelle muss das Wahlrecht der Eltern und das Wohl des Kindes stehen und eine gelungene Inklusion ist nur denkbar, wenn auch das notwendige Know-how bei den Lehrern vor Ort vorhanden ist."

Dass in Marburg bei der Integration blinder und sehbehinderter Menschen in den letzten Jahrzehnten vieles erreicht worden sei, unterstrich auch ihr Marburger Abgeordnetenkollege Sören Bartol: "Die Selbstverständlichkeit, mit der blinde und sehbehinderte Menschen in Marburg dazugehören, kenne ich aus keiner anderen Stadt." blista-Direktor Claus Duncker berichtete, dass nach jüngsten Zahlen der Kultusministerkonferenz 27% der Blinden und Sehbehinderten gemeinsam mit nicht behinderten Kindern unterrichtet werden. Die blista betreue in ihrem ambulanten Förderzentrum derzeit über 70 Schüler an allgemeinen Schulen. sch
 

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