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18.09.2008 - 01:00

Eine Brücke in den Alltag.

Kassel (kobinet) Unter dem Motto "Eine Brücke in den Alltag" kündigte der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) an, dass er 48 hessische Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen fördert.

"Gabriela S., 24 Jahre, kommt mit psychosozialen Problemen in die Beratungsstelle nach Melsungen. Sie ist arbeitslos, leidet an einer Depression und an einer Persönlichkeitsstörung. In den Beratungsgesprächen geht es um den Verlust ihres Arbeitsplatzes, um fragile soziale Kontakte und ihre Ängste bezüglich dieser Themen. Nach einigen Gesprächen kann sie wieder ein Arbeitsverhältnis eingehen, wird aber noch mit dem Ziel beratend begleitet, ihren Lebensalltag ohne Hilfe zu bewältigen. Das Psychosoziale Zentrum Schwalm-Eder-Nord ist eines von 48 Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) in Hessen, die durch den Landes-wohlfahrtsverband Hessen (LWV) gefördert werden", heißt es in der Presseinformation des LWV Hessen.

Nach einem Beschluss des LWV-Verwaltungsausschusses können die Zentren ihre wichtige Arbeit in 2008 fortsetzen: Mit 2,18 Millionen Euro fördert der LWV die in Hessen ansässigen Beratungsstellen und trägt somit rund ein Drittel der Gesamtkosten dieser Institutionen. "Mit dieser Summe können wir das wichtige niedrigschwellige Angebot für Menschen, die sich in einer schwierigen psychischen Situation befinden und Unterstützung benötigen, in einer konstanten Höhe fördern", sagt LWV Landesdirektor Uwe Brückmann. Durch die Förderung eines Netzes von 48 Anlaufstellen in Hessen habe der Kommunalverband wesentlichen Anteil daran, dass auf kurzem Weg eine Kontakt- und Beratungsstelle erreicht werden könne, so der LWV-Chef.

Nicht nur Menschen, die als Betroffene Beratung und Hilfe benötigen, würden dort qualifizierte Ansprechpartner finden, auch für Familienangehörige stünden die PSKB offen. "Häufig sind sie nach einem teil- oder vollstationären Aufenthalt erste Anlaufstellen. Damit ebnen sie mit ihrer Hilfe die Rückkehr in den Alltag", sagt der LWV-Chef, für den eine weitere Aufgabe der PSKB an Bedeutung gewinnt: "Stabilität erreichen die Betroffenen nicht nur durch professionelle Hilfe. Die PSKB sind daher zugleich Zentren der Selbsthilfe. Auch in der gegenseitigen Hilfe können die Betroffenen neue Kräfte schöpfen."


Hintergrund - Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstellen

Die Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstellen (PSKB) stehen Menschen zur Verfügung, die unter psychischen Krankheiten und seelischen Problemen leiden. Auch deren Familienangehörige können die Angebote der PSKB nutzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PSKB beraten und begleiten Menschen bei Krisen, Ängsten, Zwängen und Depressionen. In den Anlaufstellen werden den Betroffenen weiterführende Hilfestellungen vermittelt. Die PSKB bieten ein Dach für Selbsthilfegruppen Betroffener und ihrer Angehörigen, die sich dort wechselseitig helfen. Die PSKB sind auch Begegnungsstätten: Sie tragen dazu bei, Vereinzelung zu überwinden, den Tag gemeinsam zu planen und zu gestalten. Durch kreative Angebote können die betroffenen Menschen eigene Fähigkeiten entdecken und dabei Selbstsicherheit gewinnen.

Die PSKB sind ein wesentlicher Baustein der gemeindepsychiatrischen Versorgung in Hessen. Sie sind in der Regel Teil Psychosozialer Zentren. Besucher und Patienten finden dort neben den oben geschilderten Angeboten häufig auch Tagesstätten, Betreutes Wohnen und Werkstattangebote. Die Höhe der LWV-Förderung bemisst sich nach einem einwohnerbezogenen Schlüssel. Die PSKB werden durch Träger der freien Wohlfahrtspflege oder in kommunaler Trägerschaft betrieben. moh
 

 
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