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23.09.2008 - 13:24

Verkehrsblockade für Mobilitätsfreiheit.

Frankfurt a.M. (kobinet) Mit einer Straßenblockade protestierten am Samstag (20.09.) behinderte Menschen in Frankfurt am Main für Mobilitätsfreiheit und gegen Barrieren im öffentlichen Verkehr. Anlass war die Europäische Woche der Mobilität, zu der die Stadt Frankfurt ein "Fest der Mobilität" auf dem Rossmarkt veranstaltete.

"Verkehrsstörung wegen Behinderung Behinderter", stand auf einem der Umhängeschilder, mit denen Rollstuhlfahrer die Börsenstraße am Frankfurter Rossmarkt besetzten und den Straßenverkehr blockierten. Verärgerte Autofahrer hupten, als sie lesen mussten: "Was stört beim Verkehr? Barrieren!"

Menschen mit Behinderungen wollen endlich ohne Barrieren alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen können. Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und S-Bahnen sind für Behinderte in der Mainmetropole weiterhin nur eingeschränkt benutzbar. Es fehlen eine Vielzahl von Aufzügen, Rampen, barrierefreien Bahnsteigen und Haltestellen. Sogar am ICE-Haltepunkt Südbahnhof bleiben Rollstuhlfahrer wegen des fehlenden Lifts ausgesperrt.

"Seit über 30 Jahren liegen die Konzepte für den barrierefreien öffentlichen Verkehr auf dem Tisch, aber noch immer müssen wir für jeden Aufzug und jede Rampe kämpfen", so einer der Demonstranten. Die Eurometropole Frankfurt müsse sich endlich einen modernen europäischen Standard zum Maßstab für ihren öffentlichen Verkehr machen.

Auf die Frage der Polizei, wer für diese Aktion verantwortlich sei, war die Antwort der Rollstuhlfahrer: "Die Stadt Frankfurt". Das allgemeine Grundrecht auf Bewegungsfreiheit gelte schließlich auch für behinderte Menschen: "Freie Fahrt wär' ohne Hürde, wenn ich nicht behindert würde".

Auch die von der Stadt begrenzte Nutzungsmöglichkeiten der Behindertenfahrdienste müsse aufgehoben werden. 5000 behinderte Nutzer der Behindertenfahrdienste in Frankfurt können monatlich nur acht Hin- und Rückfahrten in Anspruch nehmen und dürfen dabei die Stadtgrenze nur um zehn Kilometer überschreiben. Diese willkürlichen Einschränkungen gelten seit 1976. Die Betroffenen fühlen sich innerhalb der Stadtmauern Frankfurts eingesperrt. "Frankfurt: Wir müssen drinnen bleiben", war auf einem Plakat zu lesen.

Die "Beseitigung von Zugangshindernissen und -barrieren" in Gebäuden, Straßen, und Transportmitteln ist in Artikel 9 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vorgeschrieben. Die Bundesregierung hat diese Konvention noch immer nicht ratifiziert. hjr
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Max Mütze schrieb am 27.09.2008, 20:53

Wichtiges Signal aus Frankfurt

Endlich mal wieder eine Aktion, über die kobinet berichtet und die auch diesen Namen verdient. Aus Frankfurt kommt das Signal, dass in Deutschland viele solcher Aktionen gebraucht werden, damit die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen endlich ratifiziert und dann Schritt für Schritt auch umgesetzt wird. Auch die Blockadehaltung gegen die von der Europäischen Kommission vorgeschlagene neue Antidiskriminierungsrichtlinie kann nur durch energisches Handeln der Betroffenen aufgebrochen werden.

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