![]()
Druckversion
kobinet-nachrichten
23.09.2008 - 14:53
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Berlin (kobinet) Ihre Forderung nach einem Kurswechsel in der Sozialpolitik haben heute der Sozialverband Deutschland (SoVD) und die Volkssolidarität bekräftigt. Bereits 183.425 Unterschriften für ihre im Februar gestartete Initiative "Sozialabbau stoppen. Sozialstaat stärken." wurden bereits gesammelt, war bei einem Aktionstag in Berlin zu erfahren. Die Unterschriften der gemeinsamen Initiative sollen in den nächsten Wochen Bundeskanzlerin Angela Merkel überreicht werden.
Vor 245 Teilnehmern des Aktionstages erklärten SoVD-Präsident Adolf Bauer und der Präsident der Volkssolidarität, Prof. Dr. Gunnar Winkler: "Wir wenden uns entschieden gegen Sozialabbau und gegen eine weitere Privatisierung sozialer Risiken. Wir fordern eine Stärkung des Sozialstaats zur Verwirklichung von Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit." SoVD-Präsident Bauer: "Wir brauchen einen starken Sozialstaat, der den Menschen ein festes Auffangnetz bietet." Volkssolidaritätschef Winkler: "Wir sind für Reformen, aber sie müssen den Sozialstaat stärken und nicht abbauen."
Die beiden Sozialverbände forderten die Bundesregierung auf, endlich wirksame Maßnahmen gegen Altersarmut und Kinderarmut auf den Weg zu bringen. Der Trend zur Zwei- und Mehrklassenmedizin müsse gestoppt werden. Weiteren einseitigen Belastungen der Patienten durch den Gesundheitsfonds erteilen SoVD und Volkssolidarität eine klare Absage.
Mit Blick auf die Bundestagswahl 2009 fordern beide Verbände die Weiterentwicklung der Krankenversicherung zu einer Bürgerversicherung sowie die Weiterentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung zur Erwerbstätigenversicherung. Dies sei angesichts der zunehmenden Erosion des Arbeitsmarkts unverzichtbar. In einem ersten Schritt sollten Selbständige ohne obligatorische Altersvorsorge und Mini-Jobber in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden. Dies sei ein wichtiger Beitrag gegen Altersarmut.
Zu den Gastrednern beim Aktionstag zählten der DGB-Vorsitzende Michael Sommer und der SPD-Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner. Michael Sommer rief Gewerkschaften und Sozialverbände zur Verteidigung der Idee des Sozialen und zur Verteidigung des Sozialstaats auf. Sommer nannte es eine große Herausforderung, Altersarmut weitgehend zu verhindern. Konkret forderte Sommer, dass bei Beziehern von Arbeitslosengeld II die Zeiten der Arbeitslosigkeit in der Rentenversicherung höher bewertet werden müssen. Derzeit führe ein Jahr Hartz IV zu einer monatlichen Rente von 2,19 Euro.
Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner warnte vor der zunehmenden sozialen Spaltung der Gesellschaft. Dies bedrohe den gesellschaftlichen Zusammenhalt und letztlich auch die Demokratie. Diesen Spaltungstendenzen müsse entschieden entgegengetreten werden. Schreiner sprach sich gegen die Rente mit 67 und für eine allgemeine Erwerbstätigenversicherung aus. Ottmar Schreiner und Michael Sommer forderten die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 7,50 Euro. sch
© Kooperation Behinderter im Internet e.V.
Alle Rechte vorbehalten