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kobinet-nachrichten 27.09.2008 - 11:29
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Gemeinsam im Interesse hörbehinderter Menschen handeln

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Mainz (kobinet) "Gleichberechtigte Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, ist ein wichtiges Ziel der rheinland-pfälzischen Landesregierung", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck heute beim Tag der gehörlosen und schwerhörigen Menschen in Mainz. Der Ministerpräsident hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen, um auf die besondere Situation gehörloser und schwerhöriger Menschen aufmerksam zu machen. Kommunikation sei die Grundlage des gesellschaftlichen Lebens.

"Die gleichberechtigte Teilhabe an der Kommunikation muss auch für hörbehinderte Menschen ermöglicht werden", bekräftigte der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung, Ottmar Miles-Paul. "Der Landesregierung geht es darum, Barrieren in der Gesellschaft abzubauen und den gehörlosen und schwerhörigen Menschen in Rheinland-Pfalz bedarfsgerechte Unterstützung anzubieten", betonte Beck. Die Kommunikation in Gebärdensprache und mit anderen geeigneten Kommunikationshilfen sei im Landesgesetz zur Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung anerkannt und geregelt.

"Rheinland-Pfalz hat eine gut ausgebaute Struktur von Angeboten für gehörlose und schwerhörige Menschen", sagte der Ministerpräsident. Landesschulen und Integrationsfachdienste würden erfolgreich die Teilhabe hörbehinderter Menschen am Arbeitsleben gewährleisten. Zudem unterstütze die Landesregierung Berufsbegleitende Dienste, die auf hörbehinderte Menschen spezialisiert sind und fördere Gebärdensprachdolmetscherdienste. Ministerpräsident Kurt Beck versicherte, dass die Landesregierung auch weiterhin die Belange von gehörlosen und schwerhörigen Menschen unterstützen werde und rief dazu auf, gemeinsam im Interesse der hörbehinderten Menschen zu handeln. moh
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

H. Zengerling schrieb am 18.11.2008, 09:42

Ist man mit 40% nicht behindert?

Dieser Artkel zeigt einmal mehr, wie wenig die Politiker vom Alltag behinderter Menschen an der Basis wissen, sich aber in dem Glauben befinden "Ich habe etwas für diese armen Menschen getan" und zur Tagesordnung übergehen.

Leider beschränkt sich die Hilfe nur auf Menschen mit einem GdB von >= 50%. Auch eine Hörbehinderung die "nur" zu einem Gdb von 40% führt ist eine echte Behinderung und stellt sowohl im täglichen Leben als auch ganz besonders bei der Arbeitssuche ein echtes Problem dar und verhindert sehr effektiv eine "normale" Lebensgestaltung.

Die Erfahrung zeigt leider, dass auch "große" Arbeitgeber oder Behörden wie z.B. die Arbeitsagenturen nur äusserst wenig bis gar keine Rücksicht nehmen und Hilfe für Menschen mit "nur" 40% Hörbehinderung nicht vorgesehen ist.
Sie ziehen sich hinter die einfache Haltung "schwerbehindert ist man erst ab 50%" zurück.
Die Folge wird sein, dass in vielen Fällen, durch den unglaublichen psychischen Druck nicht mit "normalen" mithalten zu können, es aber zu müssen, aus den 40% sehr schnell 50 oder mehr werden können und die Menschen dauerhaft Arbeitsunfähig werden. Labile Menschen kann das auch in den Suizid treiben.

Da man hörbehinderten Menschen die Behinderung nicht ansieht, und viele aus Scham nicht bei jedem Satz sagen, dass habe ich nicht verstanden können sie das bitte wiederholen, herrscht offensichtlich bei vielen Mitmenschen, besonders in Firmen und Behörden die Meinung: "Der versteht mich nicht => Der ist dumm oder unwillig"
An Hilfsangebote werden gar nicht erst gedacht.
Es ist z.B. nicht möglich in der Arbeitsagentur von den Beratern Hinweise auf geeignete Arbeitsplätze für Hörbehinderte zu bekommen.

Da wir in einer Kommunilkationsgesellschaft leben in der vieles durch akkustische Kommunikation läuft,
an der man auch mit 40% nicht teilhaben kann, sollte man die Kriterien für die Einstufung Hörbehinderter schnellsten überdenken und Ihnen aktiv Hilfe bieten, statt sie an den Rand der Gesellschaft und in Harz IV zu drängen.

Richtig schlimm wird es, wenn zu der Behinderung von 40% auch noch ein Migrationshintergrund, Sprachschwierigkeiten (u.A. wegen der Behinderung), weibliches Geschlecht, ein Alter von 40 Jahren sowie eine akademische Ausbildung kommt mit der man in Deutschland nichts anfangen kann.

Ich kann nur jeden auffordern sich einmal in eine solche Lage zu versetzen und versuchen sie ein selbstbestimmtes, lebenswertes Leben zu führen, eine Ausbildung oder Anstellung in einem für Hörbehinderte geeigneten Beruf zu finden, es wird nicht gelingen!

Helfen sie auch diesen Menschen wieder glücklich leben zu können!!!





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