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16.10.2008 - 17:45

Kein Wort zu Lernenden mit Behinderungen.

Berlin (kobinet) 90 Minuten diskutierte heute der Bundestag über den Bildungsbericht der Bundesregierung, den die christdemokratische Bundesbildungsministerin Annette Schavan erstattete. Schavan schweigt zu Lernenden mit Behinderungen, monierte danach der behindertenpolitische Sprecher der Linken, Dr. Ilja Seifert.

"Lernende mit Behinderungen spielten in der heutigen bildungspolitischen Debatte keine Rolle und sollen auch beim Bildungsgipfel unberücksichtigt bleiben. In meiner Kurzintervention habe ich deshalb noch einmal nachdrücklich appelliert, sich mit der bestehenden Aussonderung von Lernenden mit Behinderungen, mit den Förderschwerpunkten und den Ansprüchen an eine inklusive Bildung, wie sie auch in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gefordert wird, auseinanderzusetzen", so Seifert gegenüber kobinet.

"Wo bleibt denn die Inklusion der Kinder, denen ein Förderschwerpunkt attestiert wird? Wie kommt es, dass immer mehr Kindern ein Förderschwerpunkt attestiert werden muss? Weil das Aussondern das Prinzip ist und nicht das Einbeziehen, die Inklusion", erklärte der Abgeordnete heute im Bundestag. Deshalb würden sich die Bundesbildungsministerin und die Bildungsminister der Länder auch so vehement dagegen wenden, dass in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen das englische Wort "inclusion" mit "Inklusion" übersetzt wird. "Sie wollen offensichtlich gar nicht, dass Kinder mit Behinderungen Teil der Gesellschaft sind. Sie sondern erst aus und stellen sich dann hin und sagen: Dann wollen wir mal so gnädig sein, sie einzubeziehen, also zu integrieren", sagte Seifert in der Bundestagsdebatte. sch

 

 
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