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04.11.2008 - 07:11

Übergang von der Schule in den Beruf wird gefördert.

Mainz (kobinet) "Damit Integration gelingt", so lautete der Titel einer interministeriellen Fachtagung, die gestern in Mainz-Hechtsheim stattfand und eine neue Form der Unterstützung von behinderten Schülerinnen und Schülern im Übergang von der Schule in den Beruf einläutete.

"Für junge Menschen mit Behinderungen ist der Schritt von der Schule in das Berufsleben eine besondere Herausforderung. Gerade für sie sind Berufsorientierung im Unterricht und eine kompetente fachliche Beratung sehr wichtig", betonte der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Sozialministerium Christoph Habermann bei der gestrigen Veranstaltung. Auch für Staatssekretärin Vera Reis vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium ist klar, dass der Übergang von der Schule in den Beruf für behinderte Schülerinnen und Schüler verbessert werden muss. Deshalb wird dieser Übergang ab 1. Januar 2009 in Rheinland-Pfalz besonders gefördert, so dass die Integrationsfachdienste diese Leistung erbringen und eng mit behinderten Schülerinnen und Schülern, sowie den anderen Akteuren im Übergangsprozess zusammen arbeiten können. Modellversuche haben in den letzten Jahren nicht nur gezeigt, wie wichtig diese Übergangsphase ist, sondern dass hier auch mit einer guten Unterstützung neue Wege beschritten werden können.

Angelika Schaub vom Bildungsministerium machte in ihrem Vortrag anhand von einigen Zahlen deutlich, wo die Herausforderungen liegen. Die Schülerzahl an Förderschulen betrug im Schuljahr 2007/2008 in Rheinland-Pfalz ca.16.400. Die Schülerzahl an Schwerpunktschulen lag bei ca.2. 200. In Rheinland-Pfalz gibt es also insgesamt ca. 18.600 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Für den Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz, Ottmar Miles-Paul, geht es bei dem Übergang von der Schule in den Beruf vor allem darum, behinderten Menschen neue Türen zu öffnen. "Wir müssen genau auf die Träume und Ziele behinderter Menschen hören und ihnen Chancen geben, diese zu verfolgen. Vielleicht kommt nicht immer genau das heraus, was man sich gewünscht hat, aber Träume können wichtige Wege für eine Beschäftigungschance gerade auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bieten. Denn wir müssen viel mehr darauf schauen, was behinderte Menschen können und was ihnen Spaß macht, anstatt ständig die Defizite im Visier zu haben", so Miles-Paul in seinem Grußwort an die ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung. moh
 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dr. Carsten Rensinghoff schrieb am 05.11.2008, 05:34

Was passiert in den Unis?

Nach einer schweren Hirnverletzung bin ich ab dem 8. Schuljahr von 1983 an bis zum Abitur, im Jahre 1989, zum Sonderschüler mutiert. Hier habe ich drei Wochen in die Berufswelt über ein Schülerbetriebspraktikum schnuppern dürfen. Ansonsten war da nichts.

Ich sehe auch Defizite in der Ausbildung der uns betreuen wollenden Sonderpädagogen oder neudeutsch heißt das ja Förderpädagogen (fördern die Pädagogen der allgemeinen Schule eigentlich nicht?). Die Ausrichtung dieser Studierenden ist immer noch mehr an schulische Aspekte und die besonderen Förderbedarfe geknüpft. Die berufliche Bildung wird meist gar nicht betrachtet. Und so lange wir Behinderten uns der paternalistischen Gewalt der Nichtbehinderten aussetzen müssen, scheint mir jede Maßnahme die eigentlich die Situation verbessern soll wie Perlen vor die Säue zu sein.

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