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kobinet-nachrichten 10.11.2008 - 09:19
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Kuraufenthalt nicht angetreten

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Kassel (kobinet) Petra Groß aus Kassel wollte am 6. November eine Kur in der Ruhrtalklinik im nordrhein-westfälischen Wickede antreten und ist am selben Tag wieder nach Hause gefahren. In der "Rehabilitationsklinik für geistig und / oder körperlich behinderte Mitmenschen" sollte die Mitarbeiterin von "Mensch zuerst" in einem Zimmer untergebracht werden, das nicht abzuschließen ist.

"Ich bin hingefahren und habe gesehen, dass nur Menschen mit Behinderung da sind. Ich wollte aber nicht nur mit Behinderten zusammen sein, sondern auch mit anderen Leuten zusammen sein", berichtete Petra Groß kobinet. "Ich weiß nicht, warum ich in eine Klinik soll, wo nur Behinderte sind, wo man noch nicht mal sein Zimmer abschließen kann." Sie wollte sich nicht damit abfinden, dass ihre Privatsphäre auf diese Weise verletzt wird. "Ich habe mich sehr aufgeregt und bin wieder nach Hause gefahren. Weil ich mich sonst frage, in welcher Gesellschaft wollen wir leben: ich möchte mit allen zusammen sein und muss mich nicht verstecken." In der Ruhrtalklinik sei sie als Mensch mit Lernschwierigkeiten "nicht für normal" anerkannt worden. "Die AOK Hessen sucht nun eine neue Klinik für mich." sch

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Renke THEILEN schrieb am 10.11.2008, 22:54

Das war SPITZE

oder was Menschen mit Beeinträchtigung/en alles können wenn sie nicht so früh wie möglich daran gehindert werden von den besserwisserisch-behinderten Professionellen, Politikern, Amtsleitern oder Richtern, die Menschen mit Beeiträchtigungen lieber in Heimen oder sonstigen Einrichtungen sozusagen "wegsperren" weil es einfacher oder auch nur billiger ist.

Oder wie Stefan Göthling vor kurzem so schön ausdrückte:
"Es kommt darauf an, dass man einer Person etwas zutraut."

Herzliche Grüße Renke

und mach weiter so!

Monika Trumpa schrieb am 10.11.2008, 19:41

sehr, sehr Mutig

liebe Frau Groß,
auch mir ist so was auch passiert, ich hätte mir das nicht zugetraut, echt Super.
ich habe dieses Erlebte in meinen Buch erwähnt, falls es ihnen Interessiert unter der ISBN 978-3-8334-6918-3 ist das Buch in jeder Buchhandlung erhältlich.
Grüße aus BW
Monika

Manfred Keitel schrieb am 10.11.2008, 19:32

Super Petra!

Immer wieder wird den Menschen geschadet, indem sie ihrer Beeinträchtigung untergeordnet werden. So lange bis das tatsächliche Problem aus den Augen verloren geht oder unterschlagen wird. Den Leserbrief von Frank Cordes fand ich sehr aufschlussreich.

Es freut mich sehr, daß Du Dich gegen diese Sonderbehandlungen gewehrt und Deine Privatsphäre geschützt hast! Als Menschen mit Beeinträchtigungen oder chronischen Krankheiten wollen wir auch ein normales Leben führen und sind dazu in der Lage - wenn es denn von den Entscheidungsträgern gewollt ist!

Grüße
Manfred Keitel

A. Heinker schrieb am 10.11.2008, 18:28

Große Klasse, Frau Groß!

Liebe Frau Groß,
Sie haben mutig und entschlossen gehandelt, ist meine Meinung. Nun bin ich, wie Sie auch, auf die Antwort der AOK Hessen gespannt.
A. Heinker.

Catharina Wesemüller schrieb am 10.11.2008, 15:30

Danke für Deinen Mut!

Liebe Petra,
ich danke Dir für Deinen Mut und Deinen Einsatz für uns alle. Mach weiter so und berichte uns wie es mit der AOK ausgegangen ist.
Liebe Grüße aus Hamburg
Catharina

Petra Groß schrieb am 10.11.2008, 12:23

"Kuraufenthalt nicht angetreten"

Hallo Frank,

Ich lasse mich mal überraschen was die der Aok schreiben.

ich finde es muß sowas nicht sein wirklich.

ok danke für eure Hilfe und leserbriefe

eure Petra Groß

wer mir schreiben will kann das über petragross@hotmail.de machen

Frank Cordes schrieb am 10.11.2008, 12:02

Ähnliche Erfahrungen

Meine Frau (körperbehindert, Rollstuhl, sprachbehindert) wollte eine schmerztherap. Kur wg. chronischer Rückenschmerzen nach einem Unfall machen (das war ca. 1997).
Der Arzt der Rentenvers. sah aber nur die Behinderung (die mit den Schmerzen direkt nichts zu tun hat) und schickte sie in die Ruhrtalklinik.
Ich durfte als Begleitperson mit Unterbringung im selben Zimmer mitkommen.
In der Klinik lief alles schief. Zuerst wollte man meiner Frau eine Diät aufzwingen (sie hat ein paar Kilos zu viel, aber eben nur ein paar Kilo). Das wollte meine Frau nicht, zumal sie ja wegen einer Schmerzbehandlung da war.
Wir trafen (bzw. sprachen) viele Behinderte (nun ja, es waren nur Behinderte dort), die wegen u.a. Hautkrankheiten, Herzkrankheit etc. da waren, weil sie zufällig auch im Rollstuhl sitzen, aber eben gedacht hatten in eine spezialisierte Klinik zu kommen.
Am nächsten Tag sollte die Therpie beginnen. Der Therapeut meinte, er könne mir einigen gezielten Griffen die Rückenschmerzen verschwinden lassen (was in jahrelanger Behandlung hier vor Ort nicht ging, wollte er sofort lösen). Seine Bemühungen hatten das Gegenteil zur Folge. Die Schmerzen wurden stärker. Eine von meiner Frau angeforderte Diclofenac-Spritze war nicht im Haus.
Inzwischen habe ich die leitende Ärztin aufgesucht und die sagte mir, dass man für solche Schmerzproblematiken nicht geeignet sei und ein Abbruch der Kur in Frage kommt. Dem haben meine Frau und ich zugestimmt, das Auto gepackt und nachdem nach mehreren Stunden die Spritze da war (woher man die auch immer besorgen musste...) sind wir nach Hause gefahren (und hatten auf dem Rückweg noch einen Unfall mit Totalschaden unseres Autos).

Wochen später kam dann der Entlassungsbericht bei der Rentenversicherung und unseren Ärzten an.
Meine Frau wurde als GEHEILT und wieder ARBEITSFÄHIG entlassen (nach einem Tag!)
Weiterhin hat die Ärztin den gesamten Bericht mit Lügen und Behauptungen gefüllt. Meiner Frau wurden diverse geistige Behinderungen (Orientierungslosigkeit, Lernbehinderung, verminderte Merkfähigkeit etc..) angedichtet. Meine Frau hat aber nur eine Körperbehinderung und irgendwelche Intelligenz-Tests wurden dort nicht gemacht. Wir (also auch ich) wurden als hysterisch bezeichnet und angeblich wurde jede Behandlung von uns abgelehnt (wir haben nur die Diät abgelehnt, keinerlei Behandlungen!).
Das ging dann den ganzen Bericht so...
Unser Arzt war erschüttert über so einen unqualifizierten Bericht.
Wir musste dann bei der Rentenversicherung vorsprechen, um die Vorwürfe aus dem Bericht zu klären.
Man hat uns bei der Rentenversicherung aber alles geglaubt, da die Gutachterin auf Anhieb durchschaut hat, was die Leiterin der Ruhrtalklinik mit dem Bericht bezwecken wollte.

Trotzem blieb bei uns ein sehr fader Beigeschmack. Warum werden bundesweit behinderte Menschen in diese Klinik geschickt, selbst wenn die Krankheit nichts mit der Behinderung zu tun hat?

mfg
Frank

Martina Puschke schrieb am 10.11.2008, 11:37

Richtig so!

Das war eine mutige Entscheidung von Dir, Petra! Die Situation in Heimen, Internaten und Kurkliniken wird sich nur ändern, wenn es solchen Protest von Frauen und Männern mit Behinderung gibt. Weiter so!

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