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06.12.2008 - 08:41

Hoffnung auf Veränderungen in den USA.

Mainz (kobinet) Dass die US-amerikanische Behindertenrechtsbewegung große Hoffnung auf einen Politikwechsel in den USA haben wurde beim Empfang der US-Behindertenrechtlerin Marilyn Golden durch den rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul gestern in Mainz deutlich. Die Bewegung dürfe nun aber auf keinen Fall die Hände in den Schoß legen, sondern müsse weiter aktiv für ihre Rechte kämpfen.

Nach der Begrüßung der US-amerikanischen Behindertenrechtlerin im rheinland-pfälzischen Sozialministerium durch Ottmar Miles-Paul gab Marilyn Golden einen kleinen Überblick über den Stand der Dinge in der US-amerikanischen Behindertenpolitik. Da die ersten Gleichstellungsgesetze für behinderte Menschen in den USA bis ins Jahr 1968 zurück reichten und die Bürgerrechtsbewegungen in den USA stark verankert sind, könne man dort auf vielfältige Erfahrungen aufbauen. "Viele öffentliche Gebäude wurden mitterweile zugänglich gemacht. Wir haben inzwischen gute Ausführungsbestimmungen, wie Barrierefreiheit in den unterschiedlichsten Bereichen hergestellt werden und wir haben eine gut verankerte behinderungsübergreifende Behindertenrechtsbewegung", so Marilyn Golden. Natürlich laufe in vielen Bereichen nicht alles perfekt und man müsse immer wieder nachhaken.

In der Diskussion wurden die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA beleuchtet. Die deutsche Behindertenpolitik sei durch den Wohlfahrtsgedanken geprägt worden, die Bürgerrechtsperspektive sei erst sehr spät zum Zuge gekommen und in vielerlei Hinsicht noch ganz am Anfang, machten Hans-Peter Terno vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Mainz und der blinde Journalist Keyvan Dahesch aus Frankfurt deutlich. In den USA überwiege dagegen der Bürgerrechtsgedanke und komme die soziale Absicherung in vielerlei Hinsicht zu kurz. Auf die Frage, ob Barack Obama nun schnell dafür sorgen werde, dass die UN-Konvention auch durch die USA ratifiziert werde, machte Marilyn Golden deutlich, dass dies auf der Agenda von Obama stehe. Es gäbe aber derzeit nicht nur bei der Behindertenbewegung eine Vielzahl von Prioritäten, die aus der Politik der letzten Jahre erwachsen seien und angepackt werden müsse. "Daher kann ich nicht sagen, ob die Ratifizierung der UN-Konvention, die sehr wichtig ist, an erster Stelle stehen wird", so Marilyn Golden.

Die Behindertenrechtlerin machte deutlich, dass egal welche Regierung derzeit regiere, es immer einer starken Behindertenbewegung bedürfe, die den Regierungen auf die Finger schaue und für ihre Rechte kämpft. "Denn egal wie gut die Leute sind, wir müssen immer aufpassen, dass sie ihre Versprechen halten und entsprechend Druck machen. Es gibt für uns in den USA und sicher auch bei euch in Deutschland also keinen Grund, die Hände in den Schoß zu legen", so Marilyn Golden. moh
 

 
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