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31.12.2008 - 05:59

Casting der besonderen Art.

Marburg/Lahn (kobinet) Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS) und die Stadtwerke Marburg suchen eine neue Stimme für die Ansagen in den Marburger Stadtbussen. Neun Frauen und zehn Männer haben sich für das außergewöhnliche Ehrenamt beworben.

"Am Krekel/Stadtwerke Marburg. Aquamar. Auf dem Schaumrück." Mit heller und zugleich weicher Stimme liest Jörg Pelka die Namen von Marburger Bushaltestellen in alphabetischer Reihenfolge vor. Der 47-Jährige sitzt im Tonstudio des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS). Vor ihm steht ein großes Mikrofon, auf den Ohren trägt er einen Kopfhörer. Alles, was der Laien-Sprecher sagt, wird aufgezeichnet.

Pelka ist einer von 19 Kandidaten, die sich um das Amt des Sprechers der Bus-Ansagen im Marburger Stadtgebiet bewerben. Die DVBS-Bezirksgruppe Hessen-Thüringen hatte dazu aufgerufen. Seit etwa einem Jahr sagt eine warm-weiche Frauenstimme in den Stadtbussen an, wo die Linie gerade hält. Die neue Stimme soll technisch so aufbereitet werden, dass sie allen Stadtbussen in gleicher Lautstärke klar und deutlich zu verstehen ist. Bisher schwankt die Qualität durch unterschiedliche technische Voraussetzungen in den verschiedenen Bus-Modellen. Wie alle Bewerber hat Pelka etwa 90 Sekunden Zeit, um seine Stimme in ihren Facetten und mit allen Vorzügen in Szene zu setzen. Während der 47-Jährige liest, huschen seine Finger über ein mit Punktschrift bedrucktes Blatt Papier. Der Kandidat aus Kassel ist wie die Mehrzahl der Bewerber blind. Drei der Kandidaten haben eine professionelle Sprecher-Ausbildung.

Die Probe-Aufnahmen von Pelka und seinen Mitbewerbern werden per CD-ROM an eine mehrköpfige Jury weitergeleitet. Das Gremium ist vielschichtig besetzt: Neben Fachpublikum aus der Blinden- und Sehbehinderten-Selbsthilfe, entscheiden auch Hörgeschädigte und Busfahrer über die neue Stimme. Am 7. Januar 2009 kürt die Jury die Gewinnerin bzw. den Gewinner. omp
 

 
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