Von kobinet-Redakteur Martin Ladstätter
Wien (kobinet) "Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat ihren Internetauftritt in modernisierter Form neu gestartet", gibt die SPD in einer Presseaussendung vom 8. Jänner 2009 bekannt und ergänzt: "Mit dem neuen Seitendesign entwickelt sich spd.de zum Vorreiter nutzerfreundlicher Politik-Angebote im Internet."
Wenn ich solche Sätze lese bin ich in der Regel schon sehr skeptisch und vermute plumpe Marketing-Sprache dahinter. Doch weit gefehlt. Der Internetauftritt der SPD ist wirklich sehenswert.
SPD genauer betrachtet
Bei jedem Internetauftritt findet man Fehler. Es geht daher nicht darum diese zu suchen, sondern eine Seite in ihrer Gesamtheit zu bewerten und nachzusehen, ob die Macherinnen und Macher die Notwendigkeiten zur Erreichung der Barrierefreiheit verstanden haben und auch handwerklich die Techniken beherschen.
Bei SPD.de ist dies augescheinlich der Fall. Eric Eggert, ein in Wien lebender Internetexperte für barrierefreies Webdesign, hat sich für BIZEPS-INFO das neue Angebot genauer angesehen.und hebt besonders folgende Aspekte hervor:
Über die Aufteilung in eine "animierte" und eine "alternative Startseite" kann man gerne geteilte Meinung sein, hält der Experte fest. "Doch das sollte nicht von der technischen Qualität der Seite ablenken", erläutert er.
In einigen Punkten sieht er noch Verbesserungsbedarf. Beispielsweise sei es entbehrlich in Alternativtexten das Wort "Foto:" voranzustellen. "Ärgerlich ist, dass die 'Weiterlesen'-Links auf den Übersichtsseiten nur leer oder mit 'Interner Link zu spd.de' im Title-Attribut versehen sind. Da auch die Überschriften nicht verlinkt sind ist eine schnelle Navigation mit z.B. dem Screenreader leider nicht möglich", hält er fest.
Gesamteindruck
"Insgesamt bleibt ein extrem positiver Eindruck. Die SPD (bzw. die ausführende Agentur) hat es nämlich nicht nur verstanden einen barrierefreien Internetauftritt abzuliefern, sondern auch einen, der etwas für das Auge bietet und nicht so langweilig ist wie man das von einer Partei erwarten würde", resümiert Eggert.
Es darf angenommen werden, dass die Seite laufend verbessert wird. Die "SPD strebt eine weitgehende Konformität an mit den Anforderungen der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.0) und versteht Barrierefreiheit als einen kontinuierlichen Prozess", ist nämlicher der Presseaussendung weiters zu entnehmen.
Angesichts des bisher geboten, kann man dies der SPD ruhig glauben. sch