
Düsseldorf (kobinet) Der Sozialverband VdK in Nordrhein-Westfalen fordert, dass es keine Rentenkürzungen zur Finanzierung des Konjunkturpakets gibt. Die Renten müssten vielmehr armutsfrei gemacht werden.
"Dass von einigen Bundestagsabgeordneten ernsthaft vorgeschlagen wird, angesichts der Neuverschuldung die Renten zu kürzen, halten wir für eine sozialpolitische Dummheit und Provokation, die wir nicht hinnehmen werden. Wenn die Rentner, die in den letzten Jahren eine Kürzung nach der anderen hinnehmen mussten, für eine Geldkrise bezahlen sollen, die Bankenchefs und Wirtschaftsbosse verursacht haben, bekommen wir in Deutschland ein Gerechtigkeitsproblem, das nicht nur die kommenden Wahlen ganz entschieden beeinflussen wird", stellte Ulrich Schmidt, Vorsitzender des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen und Vizepräsident des VdK Deutschland in seiner Rede beim Neujahrsempfang des VdK Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf klar. Nach drei Nullrunden in den Jahren 2004 bis 2006 und Mini-Erhöhungen in den beiden letzten Jahren um 0,54 und 1,1 Prozent würde mit der vorgesehenen Rentensteigerung um 2,75 Prozent zum 1. Juli diesen Jahres erstmals die Chance bestehen, den Rentnern einen echten Ausgleich für den Kaufkraftverlust zu geben. Denn in den letzten fünf Jahren seien die Realeinkommen der Rentnerhaushalte um mehr als acht Prozent gesunken, so Schmidt.
Angesicht der drohenden Armutsproblematik künftiger Rentnergenerationen forderte der VdK-Landesvorsitzende, die Renten armutsfest zu machen. "Wir gehen davon aus, dass ohne einen drastischen Kurswechsel im Rahmen der Alterssicherungspolitik schon im Jahr 2023 jeder Zehnte über 65 auf Sozialhilfe angewiesen sein wird", sagte Schmidt. Der VdK begrüße deshalb ausdrücklich die Vorschläge der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die Rente nach Mindestwerten wieder einzuführen. moh