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kobinet-nachrichten 21.01.2009 - 10:48
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Gedenkstätte für Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation

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Berlin (kobinet) In Berlin soll ein Gedenkort für die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation entstehen, berichtet heute die Berliner Morgenpost. Seit Juli 2008 erinnert in der Nachbarschaft der Berliner Philharmonie bereits eine Gedenktafel an die vergessenen Opfer. Die Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation in der NS-Zeit sollen in Berlin nun eine zentrale Dokumentations- und Erinnerungsstätte bekommen.

Das wurde am Dienstag in der Bundeshauptstadt auf einem Symposium zum "Umgang mit dem historischen Gelände Tiergartenstraße 4" von Politikern, Wissenschaftlern und Opferverbänden einhellig gefordert. Uneinigkeit besteht allerdings noch über Funktion und Gestaltung des künftigen Erinnerungsortes unmittelbar neben der Berliner Philharmonie.

Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) sprach sich für einen "ganzheitlichen Erinnerungsort" aus, in dem Dokumentation und Gedenken zusammengeführt werden. Auf dem historischen Gelände in Tiergarten, wo der systematische Massenmord durch NS-"Euthanasie" an psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in deutschen Heil- und Pflegeanstalten als sogenannte Aktion "T4" zentral geplant wurde, müsse ein Ort entstehen, der "Herzen und Verstand bewegt", sagte Schmitz.

Dagegen sprach sich die Geschäftsführerin des Bundes der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten, Margret Hamm, gegen eine Vermischung von Information und Gedenken aus. Ihre Erfahrung zeige, dass Opfer und Hinterbliebene dort trauern wollen, wo die Verbrechen geschehen sind, "am authentischen Ort in den sechs Gasmordanstalten in Deutschland", sagte Hamm. Die Tiergartenstraße 4 könne deshalb nur ein Ort der Aufklärung und Information über die Täter werden. Wichtig sei dabei auch, die Vor- und Nachgeschichte der NS-"Euthanasie" zu dokumentieren, besonders auch die Zeit nach 1945 mit dem jahrzehntelangen Kampf der Betroffenen um Anerkennung als NS-Opfergruppe, die ihnen zum Teil bis heute verwehrt wird, so Hamm weiter. "Ein Denkmal nur zur Beruhigung des Gewissens der Nachgeborenen wollen die Opfer nicht." Auch Georg Lilienthal, der Leiter der Gedenkstätte im hessischen Hadamar, plädierte für eine Trennung zwischen Gedenken und Dokumentation. "T4" sei ein reiner Täterort, in den "nie ein Opfer einen Fuß gesetzt hat" und müsse künftig über die Hintergründe der NS-Aktion aufklären. sch

 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Roland Weber schrieb am 25.01.2010, 22:58

Die Stigmtisierung ist noch in den Köpfen!

Liebe Kobinet Leser
Als ich vor einiger Zeit angefangen habe mit dem Buch "Psychiatrie im Nationalsozialismus"
die Bayrischen Heil-und Pflegeanstalten zwischen 1933- 1945,merkte ich, daß der Beginn zur
Vernichtung von psychisch Kranken ja schon viel früher ( 1900 ) in den Köpfen einiger
"sognannten hoch Karätigen Medizinern und sozial Wissenschaftler" die man als weg- und vorbereiter der Vernichtung von Menschen.Die Aktion T4 ist die folge dieses Denken`s
, was oft nicht garnicht so klar gesagt wird, Auch sind die Begriffe von den "wertvollen und starken und nutzlosen und schwachen Menschen" oder das die Gesellschaft an "unwerten und schwachen Gliedern" zugrunde ginge. Vor allen nach dem 1. Weltkrieg sprachen die gesundheitspolitischen und sozialen Eliten von Rassenhygiene. Am Ende der Weimarer Republik lag ein Gesetzentwurf vor der die Sterilisierung sogenannten "erblicher Geisteskrankheit" von "erblicher Geistesschwäche" auch "erblicher Epilepsie" oder an "sonstigen Erbkrankheiten " leiden, so war der unsägliche Weg von sogenannten "unwerten Leben" und dann hatten die Faschisten welche die Vernichtung der Menschen durch führten hatte mit wenig gesellschaftlichen Wiederstand zurechnen.
Ich habe auch den Eindruck das die Stigmatisierun durch Stammtischparolen in gewisserweise auch noch ein Außdruck dessen ist das doch noch nicht alles aufgearbeitet
ist. Deshalb müssen wir darauf achten, dass solche Unverbesserlichen nichts mehr in der Politik zusuchen haben und wir müssen ihnen in jeder Art und Weise entgegen treten.

D. Heiermann schrieb am 21.01.2009, 15:34

Gedenkstätte für Opfer von Euthanasie und Zwangsst

Liebe LeserInnen,

meiner Ansicht nach, reichen Gedenkstätten für die T4 Aktion nicht
aus !

Was wir fordern müssten, wäre ein Gedenktag der T4 Opfer, so wie
z.B. der Gedenktag Reichsprognomnacht.

Mit freundlichen Grüßen
Dennis Friedel Heiermann

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