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kobinet-nachrichten 25.03.2009 - 20:03
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Parlamentarierabend evangelischer Behindertenhilfe

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Berlin (kobinet) Auf seinem Parlamentarierabend hat der Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB) heute in Berlin Lösungsansätze zur Entwicklung der Eingliederungshilfe vorgestellt.

"Empowerment ist nicht nur ein Wort oder ein Modebegriff", verdeutlichte der BeB-Vorsitzende Michael Conty das Anliegen des Bundesverbandes, "sondern ein Mittel für eine selbstbestimmte, achtsame und gemeinsame Entwicklung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, ihren Angehörigen, uns Professionellen und dem Gemeinwesen." An die 50 Mitglieder des Deutschen Bundestages, darunter die behindertenpolitischen Sprecher der Fraktionen, waren erschienen.

Nach einem Grußwort von Karin Evers-Meyer, Gastgeberin in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft und Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, stand das Beispiel der Evangelischen Gesellschaft in Stuttgart im Zentrum des Abends. Durch Erfahrungsberichte aus der Perspektive der Psychiatrie-Erfahrenen, der Angehörigen, der ehrenamtlichen Bürgerhelfer und der Politik wurde dargestellt, wie seit Mitte der 1980er Jahre ein gemeindepsychiatrischer Verbund in einer Region entwickelt wurde, die zuvor durch eine Unterversorgung mit psychosozialen Hilfen gekennzeichnet war.

"Wird Empowerment ernstgenommen, so erfordert es den konsequenten Umbau von Institutionen, veränderte Theoriemodelle, andere methodische Konzepte und schließlich einen Rollenwechsel von Nutzern und Professionellen. Daran zu arbeiten, ist Programm des BeB", wurde in einer Presseinformation des Verbandes hervorgehoben.

In offenen Gespräche wurde über die Umwandlung von Komplex-Einrichtungen berichtet und Praxisbeispiele aus Hamburg (Evangelische Stiftung Alsterdorf), Mühltal/Darmstadt (Nieder-Ramstädter Diakonie) und Bielefeld (v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel) vorgestellt.

BeB-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Jürgen Armbruster sprach über die erforderlichen Rahmenbedingungen für volle gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung. In seinen Thesen zum aktuellen politischen Handlungsbedarf zeigte er Lösungsansätze auf bei der Entwicklung der Eingliederungshilfe, bei Anforderungen an das Gesundheitssystem, bei Prävention und Selbsthilfeförderung sowie bei der Entwicklung einer "inkludierenden" Gesellschaft.

"Das Aufgeben überholter Strukturen reicht nicht aus", lautete das Resümee von Michael Conty, "Neues und Tragfähiges muss erarbeitet werden, damit schließlich nicht Menschen mit Behinderung oder psychischer Erkrankung im Regen stehen und ohne bedarfsdeckende Unterstützung bleiben." sch
 

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