
Berlin (kobinet) Der Sozialverband Deutschland (SoVD) forderte heute Bund und Länder auf, für alle Handlungsfelder der nunmehr verbindlichen Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen ein umfassendes Aktionsprogramm und einen Zeitplan für die ersten Umsetzungsschritte vorzulegen.
SoVD-Präsident Adolf Bauer erklärte: "Die UN-Konvention setzt neue Maßstäbe für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen. Inklusion ist mehr als Integration. Inklusion bedeutet, Menschen mit Behinderungen von Anfang an in allen Lebensbereichen einzubeziehen."
Der Handlungsbedarf für Deutschland sei sehr groß. Die
Bundesrepublik habe sich verpflichtet, ein inklusives Schulsystems zu schaffen, in dem behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam lernen. Hier seien insbesondere die Bundesländer gefordert.
Mit der Verpflichtung zu umfassender Barrierefreiheit würden auch private Unternehmen in die Pflicht genommen. Sie müssten zumutbare Maßnahmen ergreifen, um z. B. Cafés und Restaurants barrierefrei zu gestalten.
"Die Bundesrepublik hat sich zu einem inklusiven Arbeitsmarkt
verpflichtet, der Menschen mit Behinderungen bessere Chancen in Ausbildung und Beruf gibt. Die UN-Konvention fordert auf der nationalen Ebene die Verabschiedung von Programmen zur Umsetzung eines inklusiven Arbeitsmarktes. Dies ist gerade in Anbetracht der Wirtschaftskrise wichtig, da auch chronisch Kranke und behinderte Menschen zunehmend von Jobverlust bedroht sind. Die UN-Konvention ist auch ein Appell an alle Arbeitgeber, behinderte Arbeitnehmer
verstärkt einzustellen", betonte der SoVD-Präsident. sch