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kobinet-nachrichten
30.04.2009 - 06:14
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Veitshöchheim (kobinet) Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, besuchte das Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg. Die gebürtige Ambergerin ist seit Januar dieses Jahres im Amt. Sie kennt die Arbeit am BFW, Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte, bereits durch ihre langjährige Tätigkeit beim Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund.
"Die rund 200 blinden und sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BFW Würzburg können nicht nur aus diesem Grund bei der Vertretung ihrer Interessen auf weitreichende Kenntnisse der Behindertenbeauftragte setzen. Die 36-Jährige ist selbst hochgradig sehbehindert und kennt die täglichen Herausforderungen von blinden und sehbehinderten Menschen aus eigener Erfahrung", heißt es in einer Presseinformation des BFW Würzburg zum Besuch der Landesbehindertenbeauftragten.
Marika Moldvai, die selbst blind ist, nutzte den Besuch in eigener Sache und schilderte der Behindertenbeauftragten, welche Hürde sie im Rahmen ihrer BFW-Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten nehmen muss. Die von einem Verlag digital zur Verfügung gestellten Gesetzestexte sind für die blinde Frau - trotz intensiver Unterstützung der BFW-Mitarbeiter um EDV-Experten Ernst Heßdörfer - künftig am PC kaum in Punktschrift zu übersetzen. Um den täglichen Umgang mit der aktuellen Vorschriftensammlung zu erleichtern und die Gesetzestexte weiter barrierefrei in Punktschrift abzubilden, wendete sich die BFW-Teilnehmerin direkt an Irmgard Badura. "Uns blinde Verwaltungsfachangestellte freut es sehr, wenn Sie beim zuständigen Verlag für uns ein gutes Wort einlegen", betonte die BFW-Absolventin.
Marcel Heim und Daniela Hartwig vom Rehabilitations-Gremium des BFW sprachen als Vertreter der rund 200 Absolventen des Bildungszentrums mit Irmgard Badura. Sie erörterten mit der Behindertenbeauftragten vor allem die beruflichen Chancen für blinde und sehbehinderte Menschen. Diese stehen für die Absolventen des BFW Würzburg trotz der Wirtschaftskrise noch recht gut: "Über 70 Prozent unserer Absolventen finden nach ihrer BFW-Ausbildung wieder eine feste Stelle", machte BFW-Geschäftsführer Alfred Schulz klar.
Irmgard Badura erläuterte den Gastgebern, dass sie in den fünf Jahren ihrer Amtszeit noch viel vor hat: "Ich möchte dazu beitragen, dass Behinderungen nicht länger als Nachteil betrachtet werden", so die Behindertenbeauftragte, die kurz vor dem Abschluss ihres Studiums in Politik- und Verwaltungswissenschaften steht. "In meinem Amt verstehe ich mich als Bindeglied zwischen behinderten und nicht behinderten Menschen. Wir müssen mehr voneinander wissen, uns besser verstehen und Vorurteile abbauen. Dafür setze ich mich ein", versprach Badura. moh
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