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kobinet-nachrichten
06.05.2009 - 06:13
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Jena (kobinet) Nach Ansicht des arbeitsmarktpolitischen Sprechers der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), Hans-Peter Terno, gefährdet die Konjunkturkrise gerade auch Arbeitsplätze schwerbehinderter Menschen und deren weitere Integration massiv. Dies liege unter anderem daran, dass Integrationsprojekte, -abteilungen und -firmen nach SGB IX aus den endlichen Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert werden. Sinkt die Arbeitnehmerzahl insgesamt sinken auch die Mittel, die Unternehmen zahlen müssen, wenn sie weniger als 5 Prozent schwerbehinderte Arbeitnehmer beschäftigen. Die absolute Summe der Ausgleichsabgabe sei eben von der Zahl der Arbeitnehmer abhängig, und die sinkt.
Dabei böten nach Ansicht von Hans-Peter Terno Integrationsabteilungen nach SGB IX in Unternehmen ein probates Mittel, schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und solche ohne Schwerbehinderung zu beschäftigen. Hier müssen mindestens 25 Prozent und maximal 50 Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigt werden. Das Unternehmen erhält einen Minderleistungsausgleich für die schwerbehinderten Arbeitnehmer, zusätzliche sozialpädagogische Unterstützung und einen beachtlichen Investitionskostenzuschuß. Wie gut das
funktionieren kann, zeigt nach Ansicht von Hans-Peter Terno die Großbäckerei Lüning in Bingen. "Aber die Kassen vieler Integrationsämter sind leer. Rheinland-Pfalz stockt die Mittel der Ausgleichsabgabe für Integrationsbetriebe, -abteilungen und Projekte durch Landesmittel auf. Das sollte anderen Bundesländern ein Beispiel sein", erklärte Terno. Besonders interessant sei angesichts der derzeitigen Lage, dass durch die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auch Arbeitsplätze für Menschen ohne Behinderung entstehen. moh
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