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kobinet-nachrichten
06.05.2009 - 06:26
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Brüssel (kobinet) Wasilios Katsioulis ist mit seiner Familie von Hamburg nach Brüssel gezogen, um das Europäische Parlament bei seinen Bemühungen für mehr Barrierefreiheit zu unterstützen. Sein neunjähriger Sohn Lucas geht in die fur die Europäischen Bediensteten zuständige Europäische Schule. Weil er Autist ist spricht er nur deutsch und kann so schnell auch keine andere Sprache erlernen. Nachdem Lucas die Europäische Schule nun vier Monate besucht hat muss er jetzt damit rechnen wegen seiner Behinderung die Schule wieder verlassen zu müssen und das bis zum kommenden Freitag.
Der Vater hat die Europäische Schule von Beginn an darauf hingewiesen, dass bestimmte Adaptionen nötig sein werden, damit die Integration von Lucas in die Regelklasse auch gelingt. So ist neben einer persönlichen Assistenz eine spezielle Verhaltenstherapie nötig, die die Assistenten von Lucas beherrschen müssen. Die Europäische Schule in Brüssel hat nach Informationen von Wasilios Katsioulis nur die Assistenten eingestellt, es aber versäumt fur Lucas auch die Verhaltenstherapie zu besorgen. Hierdurch hat Lucas häufig Überforderungsreaktionen gezeigt, weil die Assistenten nicht wussten wie sie Lucas zum Lernen motivieren konnten. Nachdem Lucas die Europäische Schule nun vier Monate besucht hat muss er jetzt damit rechnen, wegen seiner Behinderung die Schule wieder verlassen zu müssen und das bis zum kommenden Freitag und obwohl es für ihn mit der deutschen Sprache in Brüssel keine Alternative gibt. Wasilios Katsioulis kommentiert dies wie folgt: "dies ist paradox: ich bin nach Brüssel gekommen, um das Europäische Parlament barrierefrei zu machen und jetzt macht mir ausgerechnet die Europäische Schule einen Strich durch die Rechnung. Die Verhaltenstherapeuten kommen heute aus Hannover hier an und wollten Lucas' Assistenten alles zeigen, und das auch noch zum Nulltarif fur die Schule."
Jetzt plötzlich wolle die Schule mit seinem behinderten Sohn nichts mehr zu tun haben. Viele EU Beamte hätten ähnliche Probleme. "Ich weiss nicht, wie es nächste Woche weiter gehen soll", erklärte Wasilios Katsioulis. "Der Generalsekretär des Europäischen Parlamentes, Klaus Welle, setzt sich fur meine Familie nach Kräften ein, aber bisher hat sich die Europäische Schule nicht bewegt. Ob die Generalsekretärin der Schule Rene Christmann erkennt, dass der Artikel 24 der UN Menschenrechtskonvention die inklusive Bildung fordert wird sich zeigen, denn das Europäische Parlament hat erst in der vorletzten Aprilwoche die UN-Konvention ausdrucklich bestätigt. Mein Sohn muss weiter zur Schule und das egal ob mit oder ohne Behinderung", so Katsioulis. moh
Britta Gerrmann schrieb am 22.05.2009, 22:51
ein Interessanter Artikel:
www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/formulierungen-wie-in-der-ns-zeit/
Wasilios Katsioulis schrieb am 14.05.2009, 07:57
"Die Kinder und Eltern aus Lucas Klasse sprechen sich fur die Fortsetzung der Integration aus. Wir freuen uns sehr uber diese Solidaritat, die zeigt, dass selbst Kinder die noch nicht optimal adaptiert sind, willkommen sind. Toll!"
ich bin gebeten worden die oben stehende Aussage dahingehend zu relativieren:
"Aber natürlich wird Lucas von den Eltern und Mitschülern nicht wegen seiner Behinderung abgelehnt."
Daruberhinausgehend konnen die Eltern erst nach vollständiger Aufklärung der Situation Stellung beziehen.
Ich selber hatte die Tatsache, dass die Eltern und Mitschüler meinen Sohn nicht wegen seiner Behinderung ablehnen so aufgefasst, dass sie die Entscheidung der Schule, meinen Sohn wegen seiner Behinderung abzulehnen, automatisch nicht mittragen.
Dagmar Herrhausen schrieb am 11.05.2009, 13:40
Eine Leserbriefschreiberin fragt sich, ob die Schule "UN - ABA - zwangsverdonnert" wird. Die Antwort hierauf muss lauten: "wenn es den Kindern hilft, ja!". Die Europaschule soll neue Entwicklungen von alleine erkennen.
Dagmar.
Wasilios Katsioulis schrieb am 08.05.2009, 15:00
Die Generalsekretärin der Europaischen Schule hat entschieden, dass Lucas zunachst eine weitere Woche bleiben darf, bis eine finale Entscheidung von ihr getroffen wird. Ursprünglich hatte Lucas die Schule bereits vor einer Woche verlassen sollen.
Die Kinder und Eltern aus Lucas Klasse sprechen sich fur die Fortsetzung der Integration aus. Wir freuen uns sehr uber diese Solidaritat, die zeigt, dass selbst Kinder die noch nicht optimal adaptiert sind, willkommen sind. Toll!
Wasilios Katsioulis schrieb am 08.05.2009, 06:42
von KATSIOULIS Wasilios <wasilios.katsioulis@europarl.europa.eu>
an CHRISTMANN Renee <renee.christmann@eursc.org>
cc XXX
Datum 6. Mai 2009 17:06
Betreff URGENT REQUEST Lucas Leonidas KATSIOULIS
Gesendet von europarl.europa.eu
Details ausblenden 17:06 (Vor 4 Minuten)
Dear Mr SecGen Christmann,
the denial of Lucas Katsioulis from the integration at the European Schools
was not reasonable, and therefore discriminatory (see complaint dated May
5th, 2009)
we need your urgent decision to
a) offer the possibility to allow our ABA Expert Tanja Haas who arrived today from Germany to show your staff at ESII, how ABA works and how positive Lucas reacts in regard of his misbehaviour. It was planned that we will do that, thatswhy we invited Ms Haas to arrive on the expenses of European Parliament to Brussels (compare with the email below)
b) implement the applied behaviour analysis to Lucas Integration at ES II
c) continue the integration at this moment (I propose to extend first the pilot phase till we have the expertise of the university of Aachen available and you have checked the possibilities for your staff to use ABA wich is the right adaptation for Lucas in your school environment). Especially on monday when the school have started every week Lucas was very stressed becaus is assistants havent used ABA, like we do in our home environment since many years (see schools report).
The decision is yours,
I want to remember you only, that there are no alternatives available at the moment in Brussels for Lucas needs and his language needs and he needs to attend school as every kid in Europe (with or without a disability)
Ms Haas will leave this Friday, May 8th, 2009 Brussels and will go back to Germany.
If you miss this opportunity you will not recognize the right adaptation for Lucas disability and will loose a great chance to integrate also other children with autistic and behavioural disorders.
Best regards
Björn Schötten schrieb am 07.05.2009, 23:13
Frau Link: Die Kritik meines Beitrages von 11.01 Uhr bezieht sich nicht auf Sie, sondern auf das Positionspapier des Sozialministers, der die Aussage der Behindertenbeauftragten verkürzt wiedergibt.
Zitat »Es geht um Integration in die Gesellschaft, das heißt aber nicht, dass alle Kinder den gleichen Stundenplan, das gleiche Klassenzimmer und die gleichen Lehrer haben müssen. Und um wieder auf die Europaschule zu kommen: So stelle ich mir das auch bei der Europaschule vor. Es müssen neue Wege erdacht werden. Zu sagen "So geht das nicht. Geht weg." ist keine Lösung.«
An der Stelle bin ich ganz Ihrer Meinung, möchte dazu aber zwei Dinge anmerken:
1. Integration von behinderten Kindern in die Gesellschaft geschieht nicht ausschließlich über die Schule, sondern auch über die Familie und alle sonstigen Aktivitäten. Eine Förderschule heisst also nicht zwangsläufig kein Kontakt mit nichtbehinderten. Jede Familie ist über die Schule hinaus für den Grad der Integration ihrer Kinder mitverantwortlich.
2. Die Wahl der Schule muss jedem Betroffenen selbst überlassen bleiben, d.h. sowohl Integration, aber auch sonderpädagogische Förderung haben ihre Berechtigung und müssen im Einzelfall nach sorgfältiger Abwägung zum Wohle eines Kindes entschieden werden.
Da aber gerade an den Europaschulen schon aufgrund der geringen Schülerzahlen mit Behinderung eine getrennte Förderung überhaupt nicht möglich ist, müssen tragfähige integrative Lösungen erdacht werden, die sowohl den betroffenen behinderten Kindern als auch den betroffenen Lehrern und den nicht behinderten Kindern gerecht werden. Denn es scheint so, dass alle Beteiligten im Fall der Familie Katsioulis mit der Situation überfordert sind.
Christiane Link schrieb am 07.05.2009, 13:15
Auch auf die Gefahr hin, dass wir etwas das eigentliche Thema verlassen, aber Förderschulen sind in vielen Fällen sehr wohn Synonym von Ausgrenzung, selten in der Innenstadt, fast immer am Stadtrand und nicht in der Mitte der Gesellschaft.
Sie haben mir schon in einem anderen Leserbrief unterstellt, ich wäre für die Regelbeschulung um jeden Preis. Das stimmt nicht. In Großbritannien, wo ich wohne, werden unterdessen 80% aller behinderter Kinder integrativ beschult. Die Klagen, der Eltern, dass die Kinder nur "Beistellkinder" seien, kenne ich nicht. Im Gegenteil, es gibt vielfach ein sehr gutes Assistenzsystem. Ich weiß aber, dass es auch Kinder gibt, die im Klassenverband nicht zu unterrichten sind und eine ganz andere Förderung brauchen. Um diese Förderung zu gewährleisten, benötigt man aber keine eigenes Schulgebäude am Stadtrand, sondern muss die Schulen zu Bildungs- und Förderungsstützpunkten für alle machen.
Ein Kind, das Einzelbetreuung braucht, kann diese auch innerhalb eines Zentrums bekommen, in denen nicht behinderte Kinder zur Schule gehen. Es könnte dann vielleicht trotzdem an Aktivitäten der Schule teilnehmen und hätte so Kontakt zu nicht behinderten Kindern und diese zu ihm. Es geht um Integration in die Gesellschaft, das heißt aber nicht, dass alle Kinder den gleichen Stundenplan, das gleiche Klassenzimmer und die gleichen Lehrer haben müssen. Und um wieder auf die Europaschule zu kommen: So stelle ich mir das auch bei der Europaschule vor. Es müssen neue Wege erdacht werden. Zu sagen "So geht das nicht. Geht weg." ist keine Lösung.
Wasilios Katsioulis schrieb am 07.05.2009, 12:27
"Die Situation von Lucas Katsioulis ist aber eine ganz andere. Frau Link hat das entscheidende Argument auf den Punkt gebracht: Es gibt keine Alternative! Lucas kann nur an der Europaschule unterrichtet werden."
UND es gibt eine Adaption, die auf Lucas zugeschnitten ist, und diese heisst ABA, die die Voraussetzung fur eine erfolgreiche Durchführung einer Integration autistischer Kinder in eine Regelschule und auch in eine Foerderschule darstellt.
UND es gibt eine Prozedur, die rechtlich zu beanstanden ist.
UND es gibt den Artikel 24 der UN-Konvention fuer Menschen mit Behinderungen, die die Wahl, ob ein Kind in eine Regelschule gehen darf oder nicht BEI DEN ELTERN belaesst, und nicht bei der Schule.
Ich hoffe auf eine Losung und habe heute einen Termin bei der Generalsekretarin der Europaischen Schule Rene Christmann und morgen beim Vizegeneralsekretar der Europaischen Schule Herrn Feix.
Björn Schötten schrieb am 07.05.2009, 11:01
der Deutsche Arbeitsminister hat sich passend zum Thema geäussert.
Naja, diese Zahlen sind sehr mit Vorsicht zu geniessen und man sollte die Föderschulen nicht als Synonym für Ausgrenzung sehen. Abschaffung der Förderschulen und Integration in Regelschulen hat in vielen Ländern (so z.B. in Italien) bedeutet, dass viele Kinder als »Beistellkinder« in Regelklassen dahinvegetieren. Die Rolle der Förderschulen in Deutschland wird in den meisten Fällen sehr kompetent und engagiert wargenommen. Entscheidungen für eine Schule sollten immer im Einzelfall getroffen werden. Es darf auf keinen Fall aus einem falsch verstandenen Betroffenheitsdenken eine Integration in die Regelschule als Allheilmittel gesehen werden. Diejenigen, die für eine Abschaffung der Förderschulen kämpfen, gehen auf eine unverantwortliche Art und Weise mit einer sehr wichtigen Errungenschaft in Deutschland um. Schauen Sie in Länder in denen die Förderschulen abgeschafft wurden, oder in denen es keine gibt und Sie werden die Abschaffung nicht mehr fordern.
Die Situation von Lucas Katsioulis ist aber eine ganz andere. Frau Link hat das entscheidende Argument auf den Punkt gebracht: Es gibt keine Alternative! Lucas kann nur an der Europaschule unterrichtet werden.
Christiane Link schrieb am 07.05.2009, 10:38
Ich freue mich, dass jetzt etwas gemässigtere Töne eingeschlagen werden und differenziert wird. Für mich ist eines klar, wenn die EU für alle Mitarbeiter in Brüssel ein Schulangebot für deren Kinder hat, muss sie auch die schulische Integration von behinderten Kindern ihrer Mitarbeiter sicherstellen und auf deren Bedürfnisse eingehen. Dafür bedarf es eines Konzepts seitens der Schule / der EU in Zusammenarbeit mit Experten.
Antje von Osten schrieb am 07.05.2009, 01:04
der Deutsche Arbeitsminister hat sich passend zum Thema geäussert
www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,20924/ticket,g_a_s_t
Herbert Larmeyer schrieb am 07.05.2009, 00:24
der Fall von Lucas Katsioulis und seines ebenfalls behinderten Vaters beweist, dass die ersten Behinderten die EU-Ebene erreicht haben. Es ist nur eine Frage der Zeit bis weitere nachkommen werden, die Integration behinderter Menschen muss kommen, denn der Ausschluss behinderter Kinder aus der Schule, die sich "Europäische" nennt, würde schliesslich bedeuten dass die Politik für Behinderte sich verschlechtern würde, weil Behinderte daran nicht teilnehmen könnten. Das darf nicht passieren, die Argumente derjenigen, die Behinderte ablehnen sind schwächer als derjenigen die Ganzheitlich und nicht selektiv denken: erst die Synergien verschiedenster Menschen machen eine Gesellschaft stark; dass die Europäische Schule daran nicht teilhaben will ist kaum vorstellbar.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 23:39
ist Tatsachlich Mutter eines Kindes in der Klasse, dass habe ich erst vorhin gesehen, ich habe Sie eingeladen zu uns zu kommen, damit sie Lucas - unser Kind einmal selber kennenlernen kann - Es bringt nicht sich meinungen anderer anzuhoeren, man muss selber einen Eindruck vom Menschen gewinnen.
Wir warten auf Sie und heissen Sie herzlich willkommen: uebrigens nicht nur mein Sohn ist behindert, sondern ich selber bin es auch (allerdings kein Autist und auch keine Lernbehinderung), aber Korperbehindert.
Beste Gruesse
Louise Meier schrieb am 06.05.2009, 23:15
Wohl der Allgemeinheit versus Einzelperson. das ist es sicher, was die Frau Taragona meint, wenn sie sagt, sie könne die Aufnahme dieses Kindes in der Klasse ihres Sohnes akzeptieren, wenn den anderen Schülern daraus kein Nachteil entsteht. Die sind nichts "Bess'res", wie der Herr schrieb, die sind nur viel mehr. Wäre Das Kind nicht behindert, sondern bräuchte aus irgendeinem anderen Grunde eine Sonderbehandlung, würde sicherlich damit argumentiert, dass dem Wohl der Allgemeinheit Priorität gegenüber dem Nachteil eines einzelnen einzuräumen ist.
Und die Lehrerschaft hat zwar nach Aussagen der hier Schreibenden keinen Durchblick bei Behinderungen, sollte aber an einer Regelschule sehr wohl mitentscheiden dürfen, ob sie sich dieser Aufgabe stellen möchten und solche Dinge wie ABA in ihren Arbeitsalltag integrieren wollen oder nicht. Viele hätten dann wahrscheinlich eine ganz andere Ausbildung angestrebt.
Und ob die Anhänger dieses konkreten Forums nun noch so viel auf Frau Taragona herumhacken, und Sie es wollen oder nicht, aufoktruieren gilt nicht. Mit Gewalt geht sicher auch hier nichts. Ihr Druck erzeugt doch nur Gegendruck.
Vorurteil hin oder her.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 20:09
Die Gutachterin aus Aachen (Prof. Dr. med.) unterstutzt die ABA Therapie als Anwendung bei Autisten grundsätzlich und teilte mir mit, dass Sie sehr gerne eigene Mitarbeiter ihres Institutes auf die Methode ABA ausbilden wurde.
Ich denke nicht dass eine Professorin der Medizin die Methode unterstuetzen wurde, wenn sie dazu keine Meinung hat, die fundiert ist. Die Schule - und das ist keine diffamierung sondern eine Tatsache - hat ABA noch nie eingesetzt und hat offensichtliche Vorurteile, die es durch Aufklaerung abzubauen gilt: nicht mehr und nicht weniger habe ich getan.
Zu ihren Integrationserklaerungen: wenn man Kinder mit Behinderung aus Regelschulen ausgrenzt (genauer ausselektiert) dann gibt man Ihnen weniger Chancen und weniger Zeit mit nicht behinderten Kindern zu kommunizieren. Gerade fur Kinder mit Autismus ist dies sehr wichtig, weil diese sich viele Verhaltensweisen der anderen ansehen und imitieren: Gleiches gilt auch fur die Forderschulen, wo sich Autisten vieles bei anderen Autisten abgucken, was bei dieser Behinderung wurde ich sagen kontraproduktiv ist, weil so die Integration der Kinder mit Autismus erschwert wird
Umgekehrt ist es fur Kinder ohne Behinderung sehr wichtig und wertvoll wenn sie Kinder mit Behinderungen fruh kennenlernen um zu vermeiden, dass sie Vorurteile ausbilden, die spaeter nicht mehr korrigierbar waeren. Hatten wir den Artikel 24 der UN Behinderkonvention vor 20 Jahren bereits gehabt, wurden wir heute nicht mehr aufgrund dieser Vorurteile gegen Menschen mit Behinderungen in Regelschulklassen ankampfen, denn die notwendigen Adaptionen fur die behinderten Kinder waren bereits verfugbar und dass Bewusssein der Lehrer etc muesste nicht erst geschaffen werden, Kinder mit Behinderungen integrieren zu wollen.
Theorie und Praxis: Was mache ich nachste Woche mit meinem Sohn, eine Frage auf die mir die Europaische Schule keine Antwort, als die gab ich solle nach "Hamburg" gehen.
A. Heinker Heinker schrieb am 06.05.2009, 19:47
@ Laura Tarragona:
Was möchten Sie der geneigten LeserInnenschaft von kobinet-nachrichten.org mitteilen, wenn Sie schreiben, (Lucas nur in der jetzigen Klasse / Schule verbleiben darf, "... ohne dass die anderen Kinder dabei einen Nachteil in ihrer schulischen Entwicklung nehmen ...".
Soll Lucas Katsioulis mittels Ausschluss aus der Schulklasse und mithin aus der Schule, in der er jetzt ist, keine oder Ihrer Meinung nach doch Nachteile zu bewältigen haben? Sie schreiben das nicht so wortwörtlich, aber Ihre Worte lassen durchaus den Schluss zu, dass Sie nichtbehinderte SchülerInnen aus Lucas' derzeitiger Klasse und Schule als was Bess'res gegenüber Lucas heraus stellen. Solches fände ich sehr bedenklich!
A. Heinker.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 19:42
ich will das beste fur meinen Sohn Lucas!
und das beste kann nur erzielt werden, durch Einsatz der Adaption die auf Lucas zugeschnitten ist. Hier habe und weitere 500 Familien allein in Deutschland einen Informationsvorteil zur Schule, die ABA weder kennt noch einsetzen will (in Unkenntnis der Moeglichkeiten die ABA bietet)
insofern kann Ihre Aussage "das Fachwissen und Kompetenz unserer Lehrer und Direktoren verlassen" nicht zutreffend sein, auch wenn ich mir das Gegenteil wunschen wurde, denn was jemand nicht kennt UND NIE IN DER PRAXIS gesehen hat, KANN er auch nicht beurteilen: dies ist logisch und wahr.
Ich kann leider weder Ihre Telefonnummer noch Ihren Namen auf der Adressenliste "unserer" Kinder entdecken, es waere sehr freundlich wenn ich sie einmal anrufen koennte um Ihnen dies naeher zu erlautern.
Die Moeglichkeit ABA kennenzulernen besteht bis zum Freitag noch.
Björn Schötten schrieb am 06.05.2009, 19:35
Zitat: »Ich habe mich auf das Fachwissen und Kompetenz unserer Lehrer und Direktoren verlassen.«
Lehrer sind von ihrer Ausbildung nicht befähigt, die Integrationsfähigkeit von Kindern mit Behinderung zu beurteilen. Hierzu braucht es da Urteil von Ärzten und Therapeuten. Diese Kompetenz soll aber im Fall der Familie Katsioulis gerade nicht hinzugezogen werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass das Kind von der Schule verwiesen wurde, BEVOR das angeforderte Gutachten aus Aachen erstellt werden konnte und BEVOR die ABA-Therapeutin Gelegenheit hatte, die Klassenlehrerin mit den (einfachen) Prinzipien von ABA vertraut zu machen.
Zitat: »Sollten die Klassenlehrerin (deren Meinung Herr Katsioulis kein einziges Mal erwähnt) und die Schulleitung meinen, Lucas kann von der Teilnahme am Klassenleben profitieren, ohne dass die anderen Kinder dabei einen Nachteil in ihrer schulischen Entwicklung nehmen, unterstütze ich die Entscheidung.«
Der Konflikt soll nicht auf dem Rücken Ihrer Kinder ausgetragen werden. Aber hier geht es um ein grundsätzliches Problem der Europaschule, nämlich die Unfähigkeit, auf die spezifischen Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung angemessen und positiv zu reagieren. Viele Eltern von Kindern mit Behinderung an dieser Schule haben Akzeptanzprobleme. Die Haltung der Schule ist diesen Kindern sehr ablehnend und negativ gegenüber., denn Umgang mit Behinderung heisst auch, Denkmuster zu hinterfragen und eigenes Lernen zuzulassen. Dies ist hier anscheinend nicht gewollt. Leider haben in den meisten Fällen die Eltern nicht die Kraft, den Konflikt in Gänze auszutragen. Sie geben klein bei, indem sie die Schule verlassen. Daher ist es umso wichtiger, eine Bewußtseinsänderung in den Köpfen des Lehrpersonals und der Direktion zu erreichen, letzendlich zum Wohle aller Kinder, auch der Ihren.
Laura Tarragona schrieb am 06.05.2009, 18:22
Ich möchte einiges klarstellen, denn es ist zu einfach, meine Meinung als diskriminatorisch zu kritisieren. Ich meine nicht, dass Herr Katsioulis seine Stelle in Bruessel nicht hätte wahrnehmen oder in Hamburg hätte bleiben sollen. Die EU-Institutionen und Schulen müssen offen sein für Menschen mit Behinderungen. Allerdings gibt es Grenzen, in wie weit eine Schule wie unsere den Bedürfnissen bestimmter Kinder mit Behinderungen gerecht werden kann. Herr Katsioulis musste sich wegen der Natur der Behinderung seines Kindes dessen bewusst gewesen sein, dass es mit der Integration von Lucas in einer Europaschule beim besten Willen vielleicht nicht klappt. Jetzt dass das so ist schreit er, die Europaschule würde gegen Lucas diskriminieren, WEIL er behindert ist. Das ist sehr unfair.
Ich habe keinerlei Kompetenz, zu beurteilen, ob Lucas in der Klasse bleiben sollte, mit oder ohne ABA. Aber das ist gerade der Punkt: ich habe damals, als es darum ging, Lucas in die Klasse zu bringen, nichts dagegen gehabt. Ich habe mich auf das Fachwissen und Kompetenz unserer Lehrer und Direktoren verlassen. Und das mache ich weiter: wenn die Schuldirektion und Lehrer meinen, Lucas kann nicht geholfen werden, so traue ich ihnen, dass sie mit gutem Willen und nicht mit der Abischt, gegen diese Familie etwas böses zu tun, agieren.
Sollten die Klassenlehrerin (deren Meinung Herr Katsioulis kein einziges Mal erwähnt) und die Schulleitung meinen, Lucas kann von der Teilnahme am Klassenleben profitieren, ohne dass die anderen Kinder dabei einen Nachteil in ihrer schulischen Entwicklung nehmen, unterstütze ich die Entscheidung.
Was ich nicht akzeptieren kann ist die Tatsache, dass Herr Katsioulis der Schule solche bösen Absichten unterstellt, weil es für ihn offenbar nur einen möglichen Ausgang für sein projekt geben könnte -- nämlich, dass die Schule Lucas behält, auch wenn es für ihn nicht das beste ist.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 17:23
"Darf ich mal fragen, wie das Kind in Deutschland beschult wurde? War es da auch auf einer Regelschule? Wenn ja, verstehe ich nicht, warum das nicht auch in Brüssel möglich sein sollte. "
a) mein Sohn hat eine sog. Foerderschule besucht, die leider auch kein ABA eingesetzt hat und dadurch unheimlich schlecht mit seiner behinderungsbedingten Verhaltesstoerung umgehen konnte
b) er versteht und spricht nur DEUTSCH und kein franzoesisch oder flaemisch
Björn Schötten schrieb am 06.05.2009, 17:10
... Fortsetzung
Die Tatsache, dass Lucas genau zu diesem Zeitpunkt von der Schule verwiesen wird, zeigt um so deutlicher, dass behinderte Kinder an dieser Schule nicht erwünscht sind und mit allen Mitteln entfernt werden sollen. Hierbei ist zu Bedenken: Das Europäische Parlament ist als Arbeitgeber für das Wohl seiner Mitarbeiter und seiner Familien zuständig und zwar unabhängig davon ob diese mit oder ohne Behinderung sind. Dies hat er im Rahmen der Ausbildung an die Europaschulen deligiert. Die Schule hat Mittel und Wege zu finden um auch behinderten Schülern einen geeigneten Unterricht zu ermöglichen.
Ihre Haltung Frau Tarragona ist aufs entschiedendste abzulehnen, die wichtigsten Argumente hierzu hat Ihnen Frau Link schon geschrieben. Hier ist nur noch mal zu betonen, dass nicht Lucas das Problem ist, sondern die abwehrende und darwinistische Haltung der Schule, die in für Eltern erniedrigende Weise versucht sich dieser »Probleme« zu entledigen. Was ist das für eine Haltung an einer Schule die einer Institution angegliedert ist, die sich Pluralität, Weltoffenheit und Integration auf die Fahnen geschrieben hat?
Die Europaschule in Brüssel muss endlich aufhören, sich den Problemen von Eltern mit behinderten Kindern an den Europäischen Institutionen zu verschließen. Stellen Sie sich als Schule endlich den Tatsachen und finden Sie Lösungen FÜR und nicht GEGEN die behinderten Kinder! Sie sind keine x-beliebige Eliteschule, auch wenn sie es gerne wären, sondern eine Schule für ALLE Kinder der Mitarbeiter der Europäischen Institutionen, die Schlauen, die Dummen und die Behinderten.
Ich bin, anders als Frau Link nicht der Meinung, dass Integration für alle behinderten Kinder die richtige Lösung ist, im Gegenteil meine ich, dass eine gezielte Förderung häufig der bessere Ansatz ist. Im Falle der Familie Katsioulis ist die Integration aber nicht nur möglich (Knospe ABA hat in diesem Bereich beachtliche Erfolge zu verzeichnen) sondern auch angeraten, da die Familie ohne französisch oder flämisch als Muttersprache in Brüssel tatsächlich keine andere Möglichkeit hat.
Sie Frau Tarragona verlangen die Beseitigung von Lucas aus der Klasse Ihres Kindes, da Sie Konsequenzen für seinen Lernerfolg befürchten. Sie verlangen allen Ernstes, dass Herr Katsioulis seinen Job als Behindertenbeauftragter des Europäischen Parlamentes aufgibt? Ja in welcher Welt leben wir denn hier...
Herr Katsioulis, hören Sie nicht auf, für Ihr Recht und das Ihres Sohnes zu kämpfen. Für Sie und für alle anderen Eltern von behinderten Kindern an den Europäischen Institutionen in Brüssel.
Björn Schötten
Björn Schötten schrieb am 06.05.2009, 17:09
Als Vater eines behinderten Sohnes und Beobachter der Situation an der Europaschule in Brüssel möchte ich meine Solidarität mit Herrn Katsioulis und seinem Sohn bekunden und entschieden Partei für Herrn Katsioulis ergreifen.
Der Sohn von Herrn Katsioulis ist nicht das einzige behinderte Kind an der Europaschule in Brüssel (Nur zur Klarstellung: mein Sohn zählt nicht dazu). Die Situation an der Europaschule ist die, daß der Integrationswille sehr begrenzt ist. Die Auseinandersetzung mit Behinderungen ist nicht gewünscht und wird als Störung des Schulfriedens empfunden. Behinderte Kinder und Ihre Eltern werden von der Schule gemobbt, so wie es anscheinend ja auch Lucas Katsioulis gerade passiert.
Dies ist nicht nur beschämend, sondern auch argumentativ nicht nachvollziehbar. Herr Katsioulis hat mit ABA die richtige Therapie für seinen Sohn gefunden, die es ihm ermöglichen wird, in den Unterricht integriert zu werden und die den Lehrern einen Zugang zu Lucas verschaffen wird. Da die Familie Katsioulis in Brüssel keine Alternativen hat, da es keine deutschsprachigen Förderschulen dort gibt, muss die Schule diese Möglichkeit zumindest ausprobieren. Wir haben mit unserem Sohn auch ABA bei Robert Schramm und Knopse ABA gemacht und können bestätigen, dass dieser therapeutische Ansatz für Lucas sehr erfolgversprechend ist und in der Klasse für Ruhe sorgen wird.
Fortsetzung...
Christiane Link schrieb am 06.05.2009, 16:52
Darf ich mal fragen, wie das Kind in Deutschland beschult wurde? War es da auch auf einer Regelschule? Wenn ja, verstehe ich nicht, warum das nicht auch in Brüssel möglich sein sollte.
Liebe Frau Taragona, es geht nicht darum, dass Eltern für Kinder da sind und Dinge anders machen müssen, wenn sie Kinder haben. Was Sie aber machen ist, Sie sprechen dem Vater das Recht ab, sich seinen Beruf aussuchen zu können, weil er ein behindertes Kind hat. Es ist nicht nur eine familiäre Aufgabe, sich um behinderte Kinder zu kümmern, sondern eine gesellschaftliche - ob in Deutschland, Belgien oder anderswo. In Zeiten, in denen die Jobs ja nun nicht auf der Straße liegen, kann man doch nicht sagen "Sie haben ein behindertes Kind. Gehen Sie nicht zur EU." Ausgerechnet dorthin, wo viel zum Thema Menschenrechte und Integration behinderter Menschen gearbeitet wird. Finden Sie nicht, dass es möglich sein sollte, auch mit einem behinderten Kind, die Möglichkeiten zu nutzen, die allen anderen auch offen stehen? Das nennt man Gleichberechtigung und sollte auch für Eltern behinderter Kinder gelten.
Mit Verlaub, Sie haben keinerlei Kompetenz zu beurteilen, ob dieses Kind auf diese Schule gehen kann. Die Anzahl der Assistenten und die Anzahl der Schüler insgesamt sagt nichts über die Integrationsfähigkeit eines Kindes aus. Das weiß ich. Aber ansonsten habe ich auch keine Ahnung, ob das Kind auf der Schule glücklich wird. Aber ich bin dafür, dass eine Lösung gefunden wird - ob auf der Europaschule, der deutschen Schule oder wo auch immer. Was Sie aber machen ist, Sie sagen ganz offen "Geht nach Hause." Das ist Ausgrenzung, nichts anderes. Eine Lösung sieht anders aus.
Louise Meier schrieb am 06.05.2009, 16:27
kobinet: Aktuelle Nachrichten und Informationen für Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Sehr mutig, Frau Tarragona, in einem solchen Forum so ehrlich zu argumentieren. Es war ja klar, dass man bei jedem behinderungsneutralen Kommentar wie eine Herde Raubtiere über Sie herfallen würde.
Hat jemand mal die Lëhrkräfte befragt? Haben die überhaupt kein Wörtchen mitzurden? Werden die UN-ABA-zwangsverdonnert? Ist das keine Diskriminierung? Wo bleibt die Koherenz?
Eine Freundin schickte mir diesen link weiter und anfangs stand ich auf seiten der armen behinderten Familie, doch im Laufe der Leserbriefe hat sich meine Meinung stark gewandelt.Kann es sein, dass Behinderte total egoistisch oder egozentrisch werden? Vermutlich gilt es schon als eunethisch, so eine Frage zu stellen. Wie wenig Selbstkritik und wieviel Ansprüche den anderen gegenüber...
Klar, dass das in diesem Forum nichts gilt. Hier geht es nur um die Gleichstellung um jeden Preis, wie ungleich und schwierig dies auch sein mag. Der Vergleich der Vernichtungslager ist sehr praktisch, und normalerweise stehen die Deutschen ja auch dank ihres ewig währenden schlechten Gewissens stramm und man bekommt, was man will. ¨
Über viel Zeit scheint der Vater des Jungen jedenfalls zu verfügen; der Anzahl der emails nach zu urteilen. Wenn er nicht im EP Karriere macht, wird er vielleicht auf kobinet berühmt
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 15:49
der Aussage :
"Die Europaschule hat es versucht und nach 4 Monaten ist zu den Beschluss gekommen, Lukas braucht eine Betreuung, die er in der Schule nicht bekommen kann. Ich bin keine Therapuetin oder Kinderpsychologin, aber ich habe genung Vertrauen in unsere Schule um zu wissen, wenn sie dieses Kind ablehnen, ist es nicht um gemein zu sein oder weil sie Menschenrechte nicht respektieren, sondern weil sie der Meinung sind, die Schule kann dem Kind nicht gerecht werden."
muss ich w i d e r s p r e c h e n,
aus folgenden Grunden:
- die Gabe eines Medikamentes eine Woche vor den Osterferien hat die Integration von Lucas - trotz der fehlenden Adaption ABA - moeglich gemacht (KEINE Fehlzeiten mehr seit den Osterferien; im Gegensatz zu vorher)
- die ABA Experten stehen der Schule (bis Freitag noch) kostenlos zur Verfugung um die Betreuer zu coachen, damit diese Lucas Verhalten (auch ohne Medizin) steuern koennen
- ein Gutachten dass die Schule selber angefordert hatte um die Integrierbarkeit zu beurteilen, stand noch nicht zur Verfuegung, sodass die Beurteilung sich nicht auf medizinischen FAKTEN gestuetzt hat
- die UN Menschenrechtskonvention fur Menschen mit Behinderungen, Artikel 24, sieht eindeutig den RECHTSANSPRUCH zur Integration behinderter Kinder vor, Adaptionen MUESSEN zur Verfugung stellen.
- mehrere Eltern behinderter Kinder haben sich in Bezug auf Lucas integration positiv geaussertµ
- die ABA Expertin, die heute hier ist, kann ueberhaupt nicht nachvollziehen, warum die Betreuer Lucas Verhalten nicht steuern konnten
Zu der Frage der Frau Tarragona zur Deutschen Schule folgendes:
nicht die Deutsche Schule, sonder die Europaische Schule ist fur Mitarbeiter des Europaischen Parlamentes zustandig, deshalb habe ich mich mit dieser zweiten Alternative zufriedengegeben, weil man mir und anderen den Eindruck vermittelte alles Erforderliche zu tun, und dazu sollte eben auch ABA gehoeren.
Dies war ein folgenschwerer Trugschluss, wie sich jetzt gezeigt hat.
Ich fordere die Schule hiermit oeffentlich auf, die ABA Methode auszuprobieren (bis Freitag ist die Mitarbeiterin noch da) und den Integrationsversuch fortzusetzen, denn ein Abbruch zu diesem Zeitpunkt ist aus den o.g. Grunden NICHT GERECHTFERTIGT; jeder der in dem letzten Meeting war wusste das und deshalb hat meine Frau zum Abschluss gesagt, sie habe den Eindruck man "wolle mit behinderten Kindern nur spielen" (gemeint war damit, man wolle sie nicht wirklich integrieren)
Die Integration muss fortgesetzt werden, Lucas will dass und wir muessen dies, weil es hierzu keine Alternative gibt
Allen die sich an den "Vernichtungslagern" stoeren mochte ich einmal zu bedenken geben in welchen Stress die Eltern behinderter Kinder durch solche diskriminierenden Fehlentscheidungen versetzt werden.
mit freundlichen Gruessen
Wasilios Katsioulis
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 13:18
aus der Email der Therapeuten:
Sent: mardi 5 mai 2009 12:12
To: XX
Cc: XX
Subject: Re: Visit EEBII
Dear XX,
I am very surprized to see your email below. I have several emails from you asking our institute to use our expertice and experience with Lukas to come and support your school by helping to train your teachers and integrate him into your classroom environment. This is something we feel competent to be able to achieve with a few visits and time to develop a program for your specific environment. Based on your urging, our institute has gone to great lengths to get a consultant available to come and support you from Germany as soon as possible. Now that the consult is just one day away, we get an email cancelling this appointment.
Lukas' behavior is controllable with the appropriate understanding of his motivation and with the use of appropriate reinforcement. However, to not give us a chance to show you that after all the organization and work involved in getting us there has been done is much more than unfortunate. It is counter-productive to Lukas' education and unfortunately in some eyes could be seen as a breech of professional ethics.
I am emailing to ask you to please reconsider your decision as the family finds themselves in a situation that has no reasonable alternative answer and your willingness to work with our consultant and program for another month or two is all it would take to show you what we can offer.
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Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 13:03
Liebe Frau Taragona,
wenn wir einmal ausser acht lassen, dass ich die Schule gebeten hatte die richtige Adaption ABA zur Verfuegung zu stellen und dies nicht geschehen ist, frage ich Sie
warum sollten Menschen mit behinderten Kindern, denn ihrer Meinung nach nicht fur die Europaischen Instutionen arbeiten?
Wenn die korrekten Adaptionen fur alle behinderten Menschen zur Verfuegung gestellt wurden (ich wiederhole mich) gibt es gar keinen Grund dafur, und die Schule hat erst gestern ploetzlich diesen Plan verfallen lassen.
Finden Sie das in Ordnung? Ich finde das uberhaupt nicht in Ordnung von einem Tag auf den anderen meine Familie "fallen zu lassen", den anders kann man das Verhalten bestimmter Personen nicht bezeichnen. Erkundigen Sie sich einmal bei anderen betroffenen Familien, die von diesen Problemen betroffen sind, ich spreche nicht von denen die eine belgische Alternative finden koennen, sondern von denen, deren behinderten Kinder WEGEN ihrer BEHINDERUNG nur BESTIMMTE Sprachen sprechen, fur die es am Platz ihrer Arbeit KEINE ALTERNATIVE finden.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 12:47
zum besseren Verstaendnis:
in Erganzung will ich noch folgendes mitteilen: Vernichtungslager waren das Resultat von Diskriminierung und Selektion bestimmter Menschen (Juden, Behinderte usw). Diese Selektion war menschenverachtend und sachlich nicht zu begründen(auch wenn die Nazis versuchten dies mit Scheinargumenten zu begrunden, um sich "besser zu fuhlen").
Das was ich mit diesem Vergleich NUR anstellen wollte ist folgendes: Behinderte Kinder werden regelmassig aus dem Unterricht der Regelschulen ausgeschlossen, nur weil sie behindert sind. Man beachtet bei dieser Selektion nicht, ob diese gerechtfertigt ist oder nicht, ebenso wie dies damals in den Vernichtungslagern passierte? NATURLICH MIT UNTERSCHIEDLICHEN KONSEQUENZEN FUR DIE BETROFFENEN. Bei der Europaischen Schule ist dies anders, weil dort versucht wird Adaptionen verfugbar zu machen, aber ES MUSSEN AUCH DIE RICHTIGEN SEIN!
.....und weiter, weil die fur Lucas geeignete Adaption ABA, die er schon Jahre kennt, hier heute in Bruessel darauf wartet von der Schule abgerufen zu werden, dieses Angebot aber nicht abgerufen wird, weil die Schule plotzlich keine Lust mehr hat, spreche ich - vergleichend - von Selektion, die Menschen mit Behinderungen schon vor 65 Jahren betroffen hat.
Die Schule verliert so grundlos die Chance Kinder mit Verhaltensstorungen in ihr sog SEN Programm zu integrieren, und das hat die Schule den ABA Experten erst EINEN TAG VOR IHRER ANREISE (gestern) mitgeteilt (die Emails liegen mir vor) , und uns kurz zuvor, dass man Lucas nicht weiter haben will weil man sich "inkompetent" fuehle, was in diesem Fall willkurlich ist, weil man auch ein Gutachten aus Aachen, dass man eigens zu diesem Zweck angefordert hatte einfach nicht mehr abwarten wollte, sondern Fakten geschaffen werden sollten.
Diese Schwierigkeiten mit den Europaischen Schulen sind schon seit 20 Jahren bekannt und betreffen viele Beamte (auch hierzu liegen mir emails vor).
Desweiteren hat man sich daran gestort, dass ich mich deshalb politisch fur eine Losung fur ALLE - nicht nur meinen Sohn - stark gemacht habe, man sprach hier davon, dass es "unethisch" sei sich in Schriftstaetzen dafur einzusetzen, dass auch Behinderte integriert werden. Ich habe der Schule immer versucht klar zu machen, dass sie alle Kritik als Versuch werten solle ihr noch nicht perfektes Integrationsprogramm zu verbessern, damit mehr und schwerere Behinderungen auch den Zugang zur Europaischen Schule finden koennen und nicht nur die leichten, DENN UND HIERBEI BLEIBE ICH : es gibt in BRUSSEL keine geeignete Schule auf der DEUTSCH gesprochen wird und die die notwendigen ADAPTIONEN fur Behinderte anbietet.
Meine Argumentation wurde leider - und zu Lasten meines behinderten Sohnes - und aufgrund noch nicht ausreichenden Bewusstseins bei Behindertenfragen nicht wahrgenommen. Dies soll nicht uberheblich klingen, es ist die Wahrheit und jeder der diese Probleme hat, weiss dies auch.
Laura Tarragona schrieb am 06.05.2009, 12:29
Liebe Frau Link,
im Berufsleben wreden alle Eltern mit schwierigen Entscheidungen konfrontiert, egal ob mit oder ohne Behinderung. Manchmal müssen wir uns gegen eine berufliche Alternative enstcheiden, die für uns alleine die beste wäre, weil sie eben für unsere Kinder nicht richtig wäre (ich denke an die vielen interessanten Posten z. B. die in anderen Ländern angeboten werden, wo meine Kinder aber keine passende Schule hätten).
Herr Katsioulis hat Recht auf eine Karriere, er hat aber kein Recht, die Europaschule mit den Vernichtungslagern zu vergleichen. Er sagt selber, das Auswärtige Amt hat nicht erreicht, dass die Deutsche Schule die Adaptationen durchführt, die für eine gerechte Betreuung des Kindes notwendig wären. Was in der deutschen Schule nicht ging möchte er in der Europaschule durchsetzen, und das gegen die Meinung der Fachleute.
Die Europaschule hat es versucht und nach 4 Monaten ist zu den Beschluss gekommen, Lukas braucht eine Betreuung, die er in der Schule nicht bekommen kann. Ich bin keine Therapuetin oder Kinderpsychologin, aber ich habe genung Vertrauen in unsere Schule um zu wissen, wenn sie dieses Kind ablehnen, ist es nicht um gemein zu sein oder weil sie Menschenrechte nicht respektieren, sondern weil sie der Meinung sind, die Schule kann dem Kind nicht gerecht werden.
Wasilios Katsioulis schrieb am 06.05.2009, 12:04
vielen Dank fur ihren Leserbrief Frau Tarragona,
der Grund warum der Integrationsversuch misslungen ist ist folgender:
- die Schule war anfangs bereit, die Methode die wir verwenden bei Lucas applied behaviour analysis (ABA) einzusetzen, damit Lucas Betreuer effektiv in die Lage versetzt werden Lucas Verhalten zu steuern, so wie wir dies zu Hause auch tun. Die eine der zwei Mitarbeiterinnen wollte die Methode ABA nicht anwenden und hat schliesslich gekundigt
- als die Betreuer erkannten, dass sie selbst die Situation mangels der fehlenden Adaption nicht in den Griff bekommen, hat sich die Schule
selbst bei den ABA Experten gemeldet und um einen Termin gebeten der HEUTE hier in Bruessel stattfinden sollte. Die ABA Therapeuten sind heute hier und wollen uns Dinge zeigen, die wir schon kennen und die bei Lucas in der Vergangenheit sehr positiv gewirkt haben. Diese Methode sollte aber nicht uns sondern der Schule gezeigt werden, damit ihre Sozialpadagogen auf den selben Wissenstand kommen wie die Eltern selbst. Das Europaische Parlament hat die Kosten uebernommen, die die Schule (zunachst) nicht ubernehmen wollte, sodass der Schule UEBERHAUPT kein Nachteil entstanden ware sich dies anzusehen, um erkennen zu koennen, dass diese Methode fur Lucas gut ist.
man hat sie im ubrigen in Bezug auf die Deutsche Schule in Bezug auf Lucas falsch informiert, denn dort habe ich mich zuerst erkundigt - noch bevor ich zur Europaischen Schule ging -, ob man die erforderlichen ADAPTIONEN FUER DIE BEHINDERUNG zur Verfuegung stellen kann. Dies hat man verneint. Ich habe dann uber das Auswartige Amt versucht, die Deutsche Schule mit den erforderlichen Adaptionen zu versehen, was aber leider nicht ging. So blieb nur die Anmeldung bei der Europaischen Schule.
Viele Eltern haben sich bei mir schriftlich gemeldet und ihr Unverstandnis fur die Europaische Schule gezeigt, meinen Sohn aufgrund seiner Behinderung auszuschliessen.
Viele Worte kurzer Sinn: Schule melde Dich und nehme das Angebot an die ABA Experten in das Programm zu integrieren; es kostet Dich lediglich einen Anruf und einen guten Willen!
Beste Gruesse aus Bruessel (noch)
Wasilios KATSIOULIS
Christiane Link schrieb am 06.05.2009, 12:01
Frau Tarragona, Sie schreiben: "Herr Katsoulis hat sich für eine Stelle in Brüssel entschieden, obwohl es hier keine Schule gibt, die ein schwer autistisches Kind in einem deutschsprachigen Rahmen gut betreuen kann."
Was soll das denn heißen? Dürfen die Eltern von Kindern autistischer Kinder keine Karriere machen? Dürfen Sie nicht für die EU arbeiten? Ich lese in Ihrem Beitrag nur, dass das Kind weder an der Europaschule noch an der deutschen Schule unterrichtet werden kann. Was raten Sie denn den Eltern konkret? Ich finde es immer großartig, wenn nicht behinderte Menschen mit nicht behinderten Kindern behinderten Menschen oder deren Eltern sagen, was alles nicht geht (Ihre Qualifikation in dem Bereich würde mich interessieren), ohne einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten. Die Lösung kann wohl kaum lauten: "Geht nach Hause. In Brüssel können ausländische und autistische Kinder nicht unterrichtet werden." Da könnte ich schon verstehen, warum der Vater zu solchen Vergleichen greift.
Laura Tarragona schrieb am 06.05.2009, 10:39
Mein Sohn ist in der Klasse, in die Lukas integriert werden sollte. Ich glaube, die Schule hat alles versucht, Lukas zu integrieren, allerdings scheint seine Behinderung den Rahmen der Möglichkeiten für eine Schule wie unsere zu sprengen. Die Tatsache, dass Lukas zwei nur für ihn angestellte Betreurerinnen im Klassenraum braucht, spricht dafür, dass er eine spezielle Schule braucht -- nicht eine, die so gross und überbevölkert ist, dass man den Bedürfnissen der fast 3000 Kinder dort kaum gerecht werden kann. Herr Katsoulis verliert kein Wort darüber, wie die Integrationsversuche sich auf die anderen Kinder dieser Klasse auswirken.
Herr Katsoulis rechtfertigt seine Entscheidung, sein Kind in eine Schule zu bringen, die offenbar nicht seine besonderen Bedürfnissen erfüllen kann mit dem Argument, es gäbe keine andere Möglichkeit, in Brüssel sein Kind auf deutsch zu unterrichten. Das ist falsch. Es gibt mindestens eine andere, nämlich die Deutsche Schule Brüssel -- nur, sie kostet viel Geld und wahrscheinlich würde Lukas' Behinderung auch deren Rahmen sprengen.
Herr Katsoulis hat sich für eine Stelle in Brüssel entschieden, obwohl es hier keine Schule gibt, die ein schwer autistisches Kind in einem deutschsprachigen Rahmen gut betreuen kann. Er hätte eine spezielle Schule für autistische Kinder wählen können, die in eine andere Sprache unterrichtet. Die Anpassung wäre für Lukas sicher eine Herausforderung -- aber wahrscheinlich hätte er bessere Aussichten als er in der Europaschule hat.
Herr Katsoulis sollte akzeptieren, dass die Europaschule es mit gutem Willen versucht hat, seinen Sohn zu integrieren. Er sollte bitte alle Fakten erwähnen (z. B., dass die Verhaltenstherapeutinnen nur anfangs 'zum Nulltarif' arbeiten, danach muss die Schule die Kosten übernehmen). Und er sollte bitte aufhören, die Direktoren und Lehrer der Europaschule zu beleidigen, in dem er ihre Methoden mit denen der Nazis vergleicht (er hat eine Rund-eMail geschickt, in der er die Methoden der Schule mit den Selektionen an den Rampen der Vernichtungslagern verglich) -- das geht wirklich viel zu weit.
Cordula Müller schrieb am 06.05.2009, 10:39
Tja, da sitzt man an der Quelle und es hört trotzdem keiner zu.
Wenn der Junge verwiesen würde, wär der Skandal gross, wenn nicht ,dürfte dies ein weiterer positiver Aspekt für weiteres Vorgehen sein.
Momentan häufen sich die Anfragen von Eltern, ob sie mit einer Klage die inklusive Förderung ihrer Kinder durchbekämen.
Was sollen wir diesen Eltern raten? Nicht jeder hat die Kraft und oder das Geld zu einer Klage.
Was sollen wir Eltern raten, die keinen GU Platz in ihrer Stadt erhalten, jetzt versuchen, in der Stadt nebenan um einen Integrationsplatz zu betteln?
Erst jetzt geht vielen ein Licht auf, daß Inklusion kein Sonderfall sondern ein UN gewordenes Recht ist.
Was sollen wir Eltern raten, den Umzug nach Bremen, nach Baden Würtemberg, nach Bayern??
Wer kann sicher sein, daß hier nicht auch geredet wird, bevor gedacht wird?
Wo sollen wir Eltern hinschicken, die nicht mehr weiterwissen??
Werden wir ALLE eine grosse Solidarität zeigen??
Wird jetzt jeder mitkämpfen?
Werden sich auch Eltern mit Migrationshintergrund trauen, ihren Wunsch nach Inklusion zu äussern?
Was ist mit den Familien, denen ALLES gegeben wird, werden die sich trauen, Inklusion zu fordern, wo man ihnen doch Alles so nett vorgibt und finanziert?
Werden nicht genau diese Familien den Mut nicht haben, Forderungen zu stellen?
Werden nicht gerade Eltern mit "schwierigen" Kindern so beraten, daß nur die Sonderschule in Frage kommt, weil ja sonst andere Eltern etwas gegen sie unternehmen könnten?
Wer gibt uns die Antwort?
Elterninitiative Bornheim Gemeinsamer Unterricht
Wir wünschen Alles Gute und hoffen auf die Einsicht der Menschen, die leider immer wieder über unsere besonderen Kinder entscheiden dürfen
Bernd Hill schrieb am 06.05.2009, 09:52
Es ist eine Schande, dass gerade in der "Hauptstadt Europas" und gerade in der Europaschule, so etwas passiert.
Die Europaschulen wurden bisher als Paradebeispiel von Europäischer Integration dargestellt, hierzu zählt nätürlich gerade auch eine Integration von behinderten Kindern Europäischer Beamten. Sollte dies nicht möglich sein, frage ich mich wo denn der wahre Sinn einer Europäischen Integration ist. Hinzu kommt noch, dass die Europaschulen von
den Mitgliedsstaaten, in diesem Falle Belgien, finanziert werden (in Belgien sind diese Europaschulen chronisch unterfinanziert). Belgien beherbert als einziges EU-Land die meisten Europäischen Institutionen und internationalen Organisationen aber hat es bis heute noch nicht einmal geschafft, die Behindertenkonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahre 2007 zu ratifizieren............die Prioritäten der belgischen Politiker scheinen wohl woanders zu liegen.........
Übrigens, der Wahlkampf zu den Kommunal- und Europawahlen hat jetzt in Belgien begonnen.............
Rudi Richter schrieb am 06.05.2009, 07:46
Das Beispiel der Europäischen Schule zeigt auf krasse Weise, wie viel es noch in der Behindertenpolitik zu tun gibt bis die schönen Worte auch an der Basis ankommen. Es zeigt aber auch unter welchem Druck Eltern von behinderten Kindern sind und dass damit häufig sogar die Aufgabe eines Jobs und der Umzug verbunden sein muss.
Wir müssen unbedingt Solidarität mit Lucas, Wasilios und seiner Frau üben, denn es kann ja wohl nicht sein, dass ein behindertes Kind nach Lust und Laune von der Schule verwiesen werden darf - nicht mehr im 21. Jahrhundert.
Rudi Richter
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