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07.05.2009 - 11:32

Blinde Menschen dürfen nicht zu Analphabeten werden.

Berlin/Mainz (kobinet) Vor 200 Jahren wurde der Erfinder der Blindenschrift geboren, Louis Braille. Die "Braille-Schrift" war für blinde Menschen eine Revolution, vergleichbar dem Buchdruck für Sehende. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) warnte heute aus diesem Anlass vor einem drohenden Schriftkompetenzverlust blinder Menschen.

Durch Brailles Innovation konnten blinde Menschen sich informieren, bilden und miteinander kommunizieren. In der Folge entstanden Blindenschulen, Blindenvereine und eine starke Selbsthilfebewegung.

Auch heute gibt es beispielsweise für blinde Berufstätige keine Alternative zur Blindenschrift. Die Braille-Schrift hat sogar den Sprung ins Computerzeitalter geschafft, spezielle Displays stellen die Buchstaben mit beweglichen Stiften dar und ermöglichen es blinden Menschen, Computerprogramme zu nutzen und selbst zu programmieren. Auf Verpackungen wiederum ermöglicht die Blindenschrift das sichere Erkennen von Medikamenten.

Trotzdem sind zahlreiche Blindenschriftangebote gefährdet, der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e. V. (DBSV) spricht von einem drohenden "Schriftkompetenzverlust blinder Menschen". So fehlt es beispielsweise an qualifizierten Lehrkräften und geeigneten Materialien, häufig wird Blindenschrift an den Schulen durch Hörangebote verdrängt. Das führt dann unter anderem zu Rechtschreibfehlern ("Augenlied", "Reno" statt "Renault" etc.), die im Privatleben peinlich sind, die man sich aber im Berufsleben einfach nicht leisten kann.

Der DBSV wird deshalb morgen Mainz eine Erklärung verabschieden, um auf die große Bedeutung der Punktschrift für das private und berufliche Umfeld blinder Menschen hinzuweisen und Forderungen für deren Bestand und Förderung aufzustellen. Dazu DBSV-Präsidentin Renate Reymann: "Mainz, wo der Buchdruck erfunden wurde, ist genau der richtige Ort, um ein deutliches Zeichen für die Blindenschrift zu setzen, der wir so viel verdanken. Selbst lesen und schreiben zu können, muss auch weiterhin für alle blinden Menschen selbstverständlich sein!" sch

Hier geht's zur Erklärung "Recht auf Braille"


 

 
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