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11.04.2003 - 10:16

«Fortotschka» hilft behinderten Kindern in Weißrussland.

Coburg/Minsk (kobinet) Zwei Studentinnen aus Coburg haben eine Hilfsaktion für behinderte Kinder in Weißrussland ins Leben gerufen. «Fortotschka» ist ein kleines Klappfenster, und im Winter die einzige Möglichkeit, frische Luft in eine russische Wohnung zu lassen. «Wir wünschen uns, dass das bei 'Fortotschka e.V.' in zwei Richtungen funktioniert: Hoffnung, Hilfe und Offenheit für Weißrussland, mehr Wissen hier bei uns über unsere fast vergessenen Nachbarn», hoffen die beiden Initiatorinnen Sonja Bill und Tanja Fichtner.

Die beiden 21-Jährigen leisteten in Minsk bei der «Belorussischen Assoziation zur Hilfe von behinderten Kindern und Jugendlichen» (BelAPDiMi) ein «Freiwilliges Soziales und Ökologisches Jahr». Dabei machten sie die Erfahrung, dass für Eltern behinderter Kinder in Weißrussland Windeln eine unerschwingliche Kostbarkeit sind. Zu teuer für die allermeisten weißrussischen Familien, die ein behindertes Kind pflegen und sich zur BelAPDiMi zusammengeschlossen haben, um ihr Kind vor einem Leben im Heim zu bewahren. Die meisten Familien müssen mit weniger als einhundert Dollar im Monat auskommen. Windeln für vier Wochen wären kaum billiger.

«Jeder, der schon einmal mit pflegebedürftigen Menschen zu tun hatte, weiß, wie wichtig Einwegwindeln für ein menschenwürdiges Leben eines kranken oder behinderten Menschen sein können, welche Entlastung sie für den Pfleger bedeuten und wie teuer sie sind», so die beiden Studentinnen. Ein Spendenaufruf in fränkischen Zeitungen brachte einige hundert €uro Startkapital in die Kasse, Apotheker aus Weiden, Bamberg und Schweinfurt beteiligten sich mit teils umfangreichen Sachspenden. Spontane Hilfsbereitschaft von allen Seiten machte die Aktion zu einem vollen Erfolg. Bereits im Juni 2002 konnten die ersten Kisten Windeln nach Minsk gebracht werden. Im Juli 2002 kehrten Sonja und Tanja nach Deutschland zurück und begannen die nächste Hilfslieferung vorzubereiten, in Zusammenarbeit mit dem «Kulturvereinverein für Deutsch-Russische Begegnungen» in Coburg und der «Weißrusslandhilfe Oberpfalz e.V.» in Weiden. Ende Februar traf bei BelAPDiMi in Minsk eine weitere Lieferung ein: fünf Paletten Windeln im Wert von 2000 €uro. Damit konnten inzwischen 4000 behinderten Kindern und Jugendlichen geholfen werden.

Natürlich wird Fortotschka e.V. mit aller Kraft versuchen, die Windellieferungen fortzusetzen. Einige Mitglieder haben inzwischen auch Kontakte zu Projekten in Russland und Rumänien. «Ob auch dort geholfen werden kann, hängt natürlich auch davon ab, dass sich möglichst viele Menschen finden, die uns helfen, spontan und in engem Kotakt mit den Organisationen vor Ort da zu helfen, wo es wirklich nötig ist», hoffen Sonja und Tanja. hjr

Über jeden €uro und neue Mitglieder freut sich Fortotoschka e.V. (Spendenkonto 9522467 BLZ 7835000 bei der Vereinigten Coburger Sparkasse beim «Kulturvereinverein für Deutsch-Russische Begegnungen», Stichwort «Weißrussland») - Vorsitzende: Sonja Bill, eMail sonjabill@web.de.

Foto: Sonja Bill und Tanja Fichtner, in ihrem Spendenlager in Weiden

 

 
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