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15.05.2009 - 06:28

Soziale Integration, wie ich sie mir vorstelle.

Sternwede (kobinet) In einem Integrationsunternehmen finden Menschen mit Handicap nicht nur Beschäftigung, sondern vor allem auch eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe. Der direkte Kontakt mit Kunden und Lieferanten bedeutet soziale Integration, wie ich sie mir vor-stelle. Das sagte der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann gestern bei der Eröffnung einer Tankstelle mit Einkaufsshop des Integrationsunternehmens Servicehaus Stemwede gGmbH (Kreis Minden-Lübbecke).

"Das Konzept des Servicehaus Stemwede", so der Minister weiter, "hat mich sehr beeindruckt. Die Idee, kleine Unternehmen mit Nachfolgeproblemen zu übernehmen und damit einen Beitrag zur Erhaltung von unternehmerischen Strukturen in der Gemeinde zu leisten, klingt sehr überzeugend. Zumal dabei auch neue Arbeitsplätze für psychisch behinderte junge Erwachsene im Anschluss an eine heilpädagogische, psychiatrische Betreuung entstehen." In der Tankstelle mit Waschanlage und Nahversorgungsmarkt werden zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, darunter sind fünf Menschen mit Behinderung. Das Servicehaus Stemwede hat bereits einen Elektrobetrieb, einen Malerbetrieb, ein Blumengeschäft und eine Schlosserei übernommen und beschäftigt insgesamt 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon zehn mit Handicap.

Der Bau des Shops und der Waschanlage sowie weitere Investitionen wurden vom nordrhein-westfälischen Arbeits- und Sozialministerium mit 170.000 Euro aus Mitteln des Landesprogramms "Integration unternehmen!" gefördert. Weitere Mittel kamen von der Stiftung Wohlfahrtspflege, der Aktion Mensch, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Träger selbst. Das Landesprogramm "Integration unternehmen!" wurde im Jahr 2008 gestartet, um neue Investitionen in Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen bezuschussen zu können. Mit einem Fördervolumen von insgesamt 10 Millionen Euro sollen innerhalb von drei Jahren rund 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in Integrationsunternehmen geschaffen werden. Die Landschaftsverbände beteiligen sich an dem Programm mit der Bereitstellung eigener Mittel in gleicher Höhe.

"Der Start unseres neuen Programms ist gelungen", zieht der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in einer Presseerklärung zufrieden Bilanz: "Bis zum Ende des ersten Quartals 2009 konnten schon 38 Vorhaben bewilligt werden. Damit werden über 410 Arbeitsplätze entstehen, davon mehr als 250 für schwerbehinderte Menschen. Man sieht, die Landesregierung hält Wort mit ihrem Versprechen, etwas für Menschen mit Behinderungen zu tun." In Integrationsunternehmen arbeiten behinderte und nicht behinderte Beschäftigte zusammen. Die Anerkennung als Integrationsunternehmen erfolgt durch die Integrationsämter der Landschaftsverbände. Voraussetzung ist, dass mindestens ein Viertel und in der Regel nicht mehr als die Hälfte der Beschäftigten Schwerbehinderte sind. Außerdem muss der Betrieb wirtschaftlich sein und am Markt bestehen können. moh
 

 
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