
Mainz (kobinet) Dem Ärzte-Vorstoß für Ranglisten in der medizinischen Versorgung hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck eine klare Absage erteilt. Er glaube nicht, dass es eine Lösung der Herausforderung der Gegenwart wäre, wenn wir zu entsprechenden Ausschlusskriterien für bestimmte Versorgungsgrade kommen, erklärte Beck gestern zum Auftakt des 112. Ärztetages in Mainz.
Kurt Beck rief zu Beginn des 112. Deutschen Ärztetags die Ärzte vor rund 1.200 Zuhörern zudem dazu auf, Übertreibungen und "holzschnittartige Betrachtungen" wegzulassen und ihre Verantwortung wahrzunehmen. So sei "Rationierung" ein furchtbares Wort. Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe warnt seit längerem, bereits heute gebe es "heimliche Rationierung" medizinischer Leistungen. Die Bundesärztekammer hatte wegen des wachsenden Spardrucks in Praxen und Kliniken eine Vorrangliste vorgeschlagen, heißt es in der Presseinformation der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei.
Nötig seien mehr öffentliche Mittel für den Gesundheitssektor, sagte der Ministerpräsident im Einklang mit Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe. Denn die Zahl der Beitragszahler werde geringer. Wenn man keine Einschnitte wolle, sei ein Ausgleich über Steuern wünschenswert. Laut Beck sollten mit einer breit angelegten, gesellschaftlichen Diskussion gemeinsam Sparmöglichkeiten ausgelotet werden. moh