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22.05.2009 - 09:02

Horst Köhler oder Gesine Schwan.

Berlin/Hannover (kobinet) Die Bundesversammlung entscheidet morgen in Berlin, ob Bundespräsident Horst Köhler für eine weitere Amtsperiode gewählt oder mit seiner sozialdemokratischen Herausforderin Gesine Schwan erstmals eine Frau an die Spitze der Bundesrepublik geschickt wird. Die Behindertensportlerin Irmgard Wandt aus Hannover will Gesine Schwan wählen.

Erstmals nimmt eine Frau mit Behinderung an der Bundespräsidentenwahl teil. Die politisch aktive und auch international erfolgreiche Athletin von der Rollstuhlsportgemeinschaft Langenhagen (Badminton, Handbike) wurde vom Präsidenten des Behindertensportverbandes Niedersachsen und Vorsitzenden des Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter, Karl Finke, vorgeschlagen.

Die Bundesversammlung setzt sich aus den Abgeordneten des Bundestages sowie einer gleich großen Zahl von Mitgliedern zusammen, die von den Landesparlamenten entsandt werden.

"Ich möchte einen Beitrag dazu leisten", sagt Irmgard Wandt, "dass Gesine Schwan als erste Frau zur Bundespräsidentin gewählt wird." Sie konnte kürzlich die Kandidatin bei einem Besuch in Hannover kennen lernen. "In Zeiten der Wirtschaftskrise, die für mich auch eine gesamtgesellschaftliche ist, müssen wir auf unsere Kreativität setzen," sagte die Bewerberin für das höchste Amt der Bundesrepublik. Schwan schlug vor, einen runden Tisch aller Betroffenen einzurichten und in einer demokratischen Diskussion auf Augenhöhe gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.

Das "bürgerliche" Lager von christlichen Unionsparteien, Freidemokraten und Freien Wählern verfügt nach jüngsten Medienberichten mit seinen Wahlmännern und Wahlfrauen über eine Stimme mehr, als zur Mandatsverlängerung für den einstigen Direktor des Internationalen Währungsfonds benötigt wird. Erreicht der Amtsinhaber in den ersten beiden Wahlgängen jedoch nicht die absolute Mehrheit, kommt es zur dritten Runde. Da werden Gesine Schwan Chancen eingeräumt, wenn Sozialdemokraten, Grüne und Linke sowie einige Abweichler der Konservativen für sie stimmen. sch

 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dorothea Moesch schrieb am 22.05.2009, 15:41

Hübsch!

Wirklich hübsch, wie sich Frau Schwan im Foto über "die Behinderte" beugt. Da können beide noch so strahlen - die Symbolik bleibt klar.

"Auf Augenhöhe" im Wortsinne sieht anders aus. Ist es für "die da oben" zu entwürdigend, auf gleicher Ebene mit den achsoanderen "Behinderten" zu sitzen?

DAS wäre mal eine Symbolik der Gleichwertigkeit - auf jeden Fall eher als ein Liebeslächeln in die Kamera und der Bildkomposition Politikerin-oben und Behindi-unten.

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