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27.05.2009 - 09:15

Interkulturelle Öffnung der Behindertenarbeit erforderlich.

Berlin (kobinet) Behinderte Menschen mit Migrationshintergrund sind mit den klassischen deutschen Beratungsstellen und Beratungsangeboten nicht oder nur sehr schlecht zu erreichen. Deshalb müssen neue, interkulturell ausgerichtete Angebote entwickelt werden, die von den Betroffenen auch akzeptiert werden. Zu diesem Fazit gelangen zwei neue Studien der Stiftung LEBENSNERV zur Beratungsarbeit, die vom Bundesgesundheitsministerium und der AOK gefördert wurden.

"Die Behindertenszene in Deutschland ist bislang sehr ´deutsch` ausgerichtet und vernachlässigt behinderte Menschen, die beispielsweise aus der türkischen oder arabischen Community stammen", betont H.- Günter Heiden, der die beiden Studien leitete. "So gibt es kaum mehrsprachige Angebote und die behinderten BeraterInnen mit Migrationshintergrund in der Republik kann man an zwei Händen abzählen." Doch gerade diese Peer-Ebene, so Heiden, spiele eine entscheidende Rolle für die Frage, ob Angebote auf Resonanz stoßen.

Verbesserungswürdig ist nach Heiden auch die Datenlage, denn immer noch würden behinderte Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund als zwei getrennte Minderheiten betrachtet und es werde kaum ein Blick auf die mehrdimensionale Diskriminierung gerichtet. Doch auch nachahmenswerte Beispiele werden von der Stiftung genannt, etwa die Beratungsarbeit im Projekt "Ganzheitliche Integration behinderter und chronisch kranker Migrantinnen und Migranten - GIB" des Zentrums für selbstbestimmtes Leben in Mainz.

"Noch ganz am Anfang sind wir mit der interkulturellen Öffnung der deutschen Verbände besonders im Bereich der chronischen Erkrankung an Multipler Sklerose", sagt Heiden. "In diesem Bereich geht es darum, dass die Betroffenen erst einmal sichtbar werden. Dies ist die Voraussetzung für die Schaffung verbesserter Angebote."

Beide Studien auf www.lebensnerv.de

 

 
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