
Berlin (kobinet) Der Erfinder der Blindenschrift, Louis Braille, wurde im Jahr 1809 geboren. 200 Jahre später wird mit zahlreichen Aktivitäten an den blinden Franzosen und seinen Geniestreich erinnert.
Am Donnerstag, 18. Juni, findet im Rathaus der Stadt Uelzen bereits die 200. Lesung der "Tour de Braille" statt. Die Tour unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten ist ein Projekt des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes (DBSV) und besteht aus Blindenschrift-Lesungen in ganz Deutschland. Unter anderem wurde bereits im Zoo, auf dem Bahnhof, auf dem Schiff, auf dem Tandem und sogar in einem Rallye-Auto vorgetragen (www.tour-de-braille.de). In Uelzen wird der blinde Konzertsänger Lothar Littmann aus "Der Ohrenzeuge" von Elias Canetti lesen.
Der Abschluss der Tour wird vom 28. bis 30. August beim "Louis Braille Festival der Begegnung" in Hannover gefeiert (www.dbsv-festival.de). Erstmals treffen sich blinde und sehbehinderte Menschen, ihre Familienangehörigen und Freunde aus ganz Deutschland, um gemeinsam zu feiern. Auf dem Programm stehen neben Blindenschriftlesungen beispielsweise auch Kabarett-, Musical- und Hörfilmaufführungen, diverse Sport-Turniere sowie ein Konzert der blinden Sängerin Joana Zimmer.
Die interaktive Ausstellung "Sechs Richtige - Louis Braille und die Blindenschrift!" wird einer der letzten Höhepunkte des Braille-Jahres 2009 sein. Vom 18. September bis zum 1. November wird sie im Museum für Kommunikation Berlin interessante Aspekte zur Geschichte und Gegenwart der Braille-Schrift sowie zum Leben ihres Erfinders präsentieren. Wie die Tour de Braille und das Festival wird auch die Ausstellung von der Aktion Mensch gefördert.
Hintergrund:
Für blinde Menschen ist die Brailleschrift das wichtigste Medium. Sechs Punkte bilden das Raster für 64 Kombinationsmöglichkeiten, mit denen die einzelnen Buchstaben dargestellt werden.
Jährlich verlieren in Deutschland rund 28.000 Menschen durch eine Sehbehinderung oder gar Erblindung die Fähigkeit zu schreiben und zu lesen. Die Brailleschrift bietet die Chance auf Bildung, berufliche Qualifikation und eine selbstständige Lebensführung − auch und gerade im Multimedia-Zeitalter. moh