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23.06.2009 - 06:37

Rückenwind für mehr Service am Mainzer Hauptbahnhof.

Mainz (kobinet) Der Ausschuss für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit des rheinland-pfälzische Landtages hat der Forderung behinderter Menschen nach Ausweitung des Service am Mainzer Hauptbahnhof Rückenwind verschafft.

Auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Ausschusses ging es auf Antrag der SPD-Fraktion um den Mobilitätsservice am Mainzer Hauptbahnhof. Dieser wurde nämlich zu Beginn des Jahres auf 22.30 Uhr gekürzt, während bisher ein unbegrenzter Ein- und Ausstieg für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer möglich war. Wie Sozialstaatssekretär Christoph Habermann dem Ausschuss berichtete, sei es mittlerweile gelungen, den Service auf 23.00 Uhr auszuweiten. Dies reiche jedoch nicht aus, so dass der Landesbehindertenbeauftragte und die Behindertenbeauftragte von Mainz bereits beim Bahnhofsmanagement interveniert haben. Nachdem eine erste Verlängerung von 22.30 Uhr auf 23.00 Uhr durch die Initiative der beiden Beauftragten erreicht wurde, werden nun weitere Gespräche geführt, um die alte Regelung wieder herzustellen.

Die Ausschussmitglieder mißbilligten die Praxis am Mainzer Hauptbahnhof fraktionsübergreifend und verschafften damit der Forderung behinderter Menschen Rückenwind, die Angebote der Deutschen Bahn gleichberechtigt nutzen zu können. Die Einführung des Flächenpräsenzmodelles mit zusätzlichen Serviceangeboten sei zwar zu begrüßen, dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass an anderer Stelle eine Einschränkung des Service erfolge. Der Landesbehindertenbeauftragte bekräftigte seine Kritik an der neuen Regelung am Mainzer Hauptbahnhof und versprach, sich zusammen mit der Behindertenbeauftragten der Stadt Mainz, Marita Boos-Waidosch weitere Gespräche mit dem Mainzer Bahnhofsmanager für eine schnelle Lösung zu führen. moh
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Thomas Richter schrieb am 24.06.2009, 00:29

Ein- + Ausstiegshilfen am Mainzer Hauptbahnhof

Am Dienstag, den 16. Juni 2009, wollten wir (1 Läufer und 1 E-Rollstuhlnutzer) eine Theaterveranstaltung in Frankfurt besuchen. Gegen 18.00 Uhr waren wir am Bahnhof, etwa 25 Minuten vor Abfahrt der S-Bahn. Man verweigerte uns die Einstiegshilfe und begründete dies mit Personalmangel. Daraufhin verhinderten wir mit einer Sitzblockade die Weiterfahrt der S-Bahn, bis nach einer Viertelstunde dann doch jemand vom Bahnhofspersonal mit der Hebebühne ankam.

Nach der Veranstaltung waren wir noch mit Freunden in einer Gaststätte in Frankfurt und kamen erst kurz vor 1.00 Uhr nachts zurück. In Frankfurt Hauptwache kann man relativ problemlos ebenerdig in die S-Bahn hineinfahren. Wir sagten einfach dem Zugbegleiter, er solle unsere Ankunft in Mainz melden und die Hebebühne ordern. Dies klappte erstaunlicherweise völlig problemlos, obwohl doch angeblich nach 23.00 Uhr keine Hilfen mehr zur Verfügung stehen. Aber wir waren ja schon drin, ganz ohne Voranmeldung, und die können uns ja nicht die ganze Nacht in der S-Bahn lassen. Wahrscheinlich hat den Mitarbeitern auch schon unsere Sitzblockade bei der Hinfahrt gereicht, und sie wollten nicht noch mehr Stress wegen uns.

Schön an der Geschichte war, dass wir bei der Sitzblockade solidarische Unterstützung vieler Mitreisender bekamen, die an der Blockade teilnahmen. 2 zufällig mitfahrende Handwerker hatten Werkzeug dabei und wollten das Schloss der Hebebühne aufbrechen. Andere Fahrgäste zeigten sich lautstark empört über das Verhalten der Bahnmitarbeiter. Ich finde, das ist nicht selbstverständlich, besonders im stressigen Feierabendverkehr, wo die meisten es eigentlich eilig haben.

Die Forderung der Bahn, alle Fahrten Tage vorher telephonisch anzumelden, haben wir bislang ignoriert und werden das auch in Zukunft tun. Notfalls legen wir eben den Zugverkehr am Bahnhof lahm. Toll, dass uns diesmal auch völlig unbekannte Mitreisende unterstützt haben! Um 23.00 Uhr zurück zu sein, ist natürlich Blödsinn. Veranstaltungen gehen ja in der Regel bis nach 22.00 Uhr, und selbst wenn wir danach sofort aufbrechen, sind wir nicht vor 23.00 Uhr zurück. Wir wollen ja nichts spezielles, nur eine Theaterveranstaltung besuchen wie andere auch.

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